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Kathleen Schöppe und Hendrik Wetzel präsentieren nach der Rückkehr ihre Goldmedaillen, die sie bei den World Games der Masters in Neuseeland gewannen. An dem Wettbewerb nahmen 28.000 Athleten teil.

Foto: Kristin Schmidt

Chemnitzer Duo überglücklich

Die Gewichtheber Kathleen Schöppe und Hendrik Wetzel schrieben ein besonderes Kapitel in der Erfolgsgeschichte ihres Vereins. Für die Zukunft unterscheiden sich jedoch die Ambitionen.

Von Martina Martin
erschienen am 22.05.2017

Als Auswahlakteurin konnte sich Kathleen Schöppe den großen Traum vom Olympiastart nicht erfüllen. Für die Spiele in London 2012 verfehlte sie die Nominierung nur ganz knapp. Nun startete sie gemeinsam mit Hendrik Wetzel, ihrem Vereinsgefährten beim Chemnitzer AC, bei diesem Topereignis im Masters-Bereich. Und nicht nur das: Das Duo kehrte von den World Games aus Auckland (Neuseeland) golddekoriert zurück. Beide gewannen in ihren Kategorien souverän und sorgten in der ruhmreichen Geschichte des Traditionsclubs, der auf Olympiasieger, Welt- und Europameister verweisen kann, für ein Novum. Sie durften erstmals teilnehmen, da sie in diesem Jahr das notwendige Alter von 35 erreichen.

"Das war alles sehr beeindruckend. Es fanden die gleichen Abläufe wie bei Olympia statt, zum Beispiel auch eine wunderschöne Eröffnungsfeier. Organisatorisch klappte alles bestens. Land und Leute fand ich einfach super", berichtete Kathleen Schöppe. "Ein Wahnsinnerlebnis für mich, wirklich das größte bisher. Die Atmosphäre in der ganzen Stadt war echt klasse, die Stimmung in der Halle toll", geriet auch Hendrik Wetzel beim Erzählen sofort ins Schwärmen, um dann hinzuzufügen: "Besonders emotionale Momente gab es natürlich, als auf dem Podest die Hymne für uns erklang." Während seiner leistungssportlichen Karriere waren ihm diese Augenblicke bei einem Einzelwettkampf nie vergönnt.

Im Nachwuchs bestimmte er zwar national die Spitze mit, doch für eine internationalen Meisterschaft qualifizierte er sich nie. "Bei den Junioren kam ich mal nah heran, schaffte es aber nicht", erinnerte sich Hendrik Wetzel. Er blieb dem Eisen aber weiter treu, avancierte über ein Jahrzehnt zu einer der zuverlässigsten Stützen in der Bundesliga. Dabei bewältigte er die Doppelbelastung mit der Ausbildung zum Großhandelskaufmann und dem Job als Niederlassungsleiter eines Farbenhandels mit Bravour. Im Dezember 2013 nahm er jedoch Abschied, weil das private Glück mit der Geburt von Töchterchen Mia perfekt war. Aber auch in der Pause tat er im Verein regelmäßig etwas für seine Fitness. Nachdem Harald Herberg, der Vater seines ehemaligen Teamgefährten Martin, von eben diesen Spielen 2013 erzählte, setzte sich das Ereignis in seinem Hinterkopf irgendwie fest. Als er sich wiederum mit Kathleen Schöppe, seiner langjährigen Wegbegleiterin, darüber unterhielt, begeisterte auch sie sich sofort für diese Idee. Sie hatte 2014 ihre Laufbahn beendet, die Mannschaft aber weiter als Betreuerin unterstützt.

So begannen beide Athleten 2015, sich wieder intensiver mit den Hanteln zu beschäftigen. Sie kehrten in der Sachsenliga und teilweise in der höchsten deutschen Liga in das Wettkampfgeschehen zurück. Die Verwaltungsfachangestellte sicherte sich bei den nationalen Meisterschaften vergangenen Herbst sogar ihren zehnten Meistertitel. "Für mich war entscheidend, dass meine Frau Katrin die gleiche Ambitionen als Läuferin hegte und wir als Familie dieses Ereignis in Angriff nahmen", meinte Hendrik Wetzel.

Im letzten Jahr der Vorbereitung bat er zudem Petr Hruby, den verantwortlichen Coach am Bundesstützpunkt, um Unterstützung. Er erhielt von ihm die Trainingspläne, nutzte die Übungseinheiten der Gruppe. Als sich Hendrik Wetzel näher mit dem Ereignis beschäftigte und die Meldelisten in seiner Klasse (-85 kg) studierte, packte den Routinier noch zusätzlich der Ehrgeiz. Denn im Reißen bestand die Möglichkeit, sogar den Weltrekord zu knacken. Und im fernen Auckland packte er die Chance beim Schopfe und vollführte, nachdem er die notwendigen 141 Kilogramm zur Hochstrecke gebracht hatte, seine typischen Freudensprünge. Im Stoßen scheiterte er an einer neuen Bestmarke nur knapp, so standen 300 kg im Zweikampf zu Buche. Da auch seine Ehepartnerin über 10 km Bronze holte, war das Familienglück perfekt.

Kathleen Schöppe sorgte gleichfalls für eine Premiere. Sie geht in der neuen Frauenkategorie bis 90 kg, die erst in dieser Saison international eingeführt wurde, als erste Siegerin der Weltspiele, die zum neunten Mal stattfanden, in die Annalen ein. Mit ihren Lasten (90; 110; 200) führt sie somit die Rekordliste an. "Ich konnte den Wettkampf mehr genießen, war nicht so verkrampft wie früher", schilderte die Chemnitzerin, die einst über ein Jahrzehnt der Nationalmannschaft angehörte, zweimal EM-Bronze im Stoßen sowie 2002 den EU-Cup gewann. Kathleen Schöppe, die zum Fithalten Crossfit für sich entdeckte und als Übungsleiterin den CAC-Nachwuchs mit betreut, visiert zunächst keine weiteren Wettkämpfe an. Indes ist Hendrik Wetzel wieder Feuer und Flamme für neue Herausforderungen wie die Bundesliga oder die Masters-WM 2018.

 
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