Der Beste der Besten

Dreispringer Max Heß ist als Elite-Schüler des Jahres ausgezeichnet worden. Sein Abitur hat er unter erschwerten Bedingungen abgelegt.

Auszeichnungen ist Maß Heß gewohnt. In der Regel nimmt er die aber in Sportkleidung und auf einem Siegerpodest entgegen. Pokale oder Medaillen bekommt er unter normalen Umständen dafür, dass er seine Konkurrenten im Dreisprung hinter sich gelassen hat. Diese Woche stand Heß indes im Anzug auf der Bühne und maßgebend für den Pokal, den er erhielt, waren nicht nur seine sportlichen Leistungen. Beim Neujahrsempfang des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) in Frankfurt am Main wurde der 20-Jährige als "Elite-Schüler des Jahres" ausgezeichnet.

Die Ehrung wird seit 2009 vom DOSB und der Sparkassen-Finanzgruppe vorgenommen. Ausgezeichnet werden junge Frauen und Männer, die sich nicht nur durch sportliche, sondern auch durch schulische Leistungen hervorgetan haben. Sie besuchen Eliteschulen, von denen es bundesweit 43 gibt (siehe Kasten). Von jedem Schulstandort wurde ein Schüler oder eine Schülerin vorgeschlagen. Chemnitz schickte Max Heß ins Rennen - und er kam bundesweit auf den ersten Rang vor einem Schwimmer aus Potsdam und einer Turnerin aus Karlsruhe.

"Das bedeutet mir viel, weil es eben nicht nur um die Leistungen in der Leichtathletik ging und weil ja alle Schulen aus ganz Deutschland Kandidaten gestellt haben", sagt Heß, der mit 17 Jahren Dreisprung-Europameister wurde und vergangenes Jahr an den Olympischen Spielen in Rio teilnahm.

Heß hat 2016 sein Abitur abgelegt - unter erschwerten Umständen. Während der Vorbereitung auf die Prüfungen weilte er im US-amerikanischen Portland, wo er überraschend Silber bei der Hallen-Weltmeisterschaft gewann. Eine Prüfung musste er später wegen eines Trainingslagers verschieben, berichtet der 20-Jährige. "Zum Schluss war es schon anstrengend. Ich bin froh, dass ich gut durch die Prüfungen gekommen bin." Mit der Gesamtnote von 2,3 sei er ganz zufrieden, ergänzt der Sportler des LAC Chemnitz.

Seit Oktober 2016 studiert Heß an der TU Chemnitz. "Da werde ich nicht mehr so geleitet, wie an der Schule, muss mich selbst um alles kümmern. Aber ich komme gut damit zurecht." Er werde in der nun beginnenden Prüfungszeit auch nicht alle Tests mitschreiben, sagt Heß. Schließlich steht schon wieder eine EM ins Haus: Anfang März in Belgrad. Die Norm dafür hat Heß am vergangenen Wochenende in Chemnitz geknackt.


Kaderschmieden für Sportler

In Deutschland gibt es 43 Eliteschulen des Sports. Sie haben ein Internat und sind an Olympiastützpunkte gebunden. An den Eliteschul-Standorten gibt es insgesamt 108 Haupt-, Real- und Gesamtschulen. An ihnen lernen derzeit nach Angaben des DOSB rund 11.500 Talente. 18 der 43 Schul-Standorte befinden sich in Ostdeutschland (ohne Berlin), darunter ist auch Chemnitz.

Die Schulen sind Kaderschmieden für erfolgreiche Sportler. Bei den Olympischen Winterspielen in Sotschi 2015 waren aktuelle und ehemalige Eliteschüler/innen des Sports an allen Medaillen beteiligt. (fp)

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