Der geheimnisvolle Neuzugang Mbende

Der Deutsch-Kameruner ist aus England nach Sachsen gewechselt. Bei seinem ersten Auftritt im CFC-Dress spielte er unter falschem Namen.

Als Emmanuel Mbende ein Kind war, brachte ihm sein Vater, der damals schon in Deutschland lebte, ein besonderes Geschenk mit nach Kamerun. Ein Trikot des Fußball-Bundesligisten Borussia Dortmund. "Wenn man in Kamerun aufwächst, ist man fußballverrückt", sagt Mbende, der diese Woche beim Chemnitzer FC seinen Einstand gab. Er war da keine Ausnahme, kickte regelmäßig mit Freunden und freute sich folglich riesig über das BVB-Trikot - das fast schon prophetischen Charakter hatte.

Einige Jahre später, da war der im südkamerunischen Douala aufgewachsene Mbende gerade zehn Jahre alt, zog er mit seiner Mutter und seinen Geschwistern nach Deutschland zum Vater. Es war 2006, das Jahr der Weltmeisterschaft in Deutschland. "Hier herrschte große Euphorie, das hat mir einen Push gegeben", erinnert sich der Neu-Himmelblaue. Der junge Mbende ging im Ruhrgebiet zur Schule, spielte dort Fußball, wurde schließlich in eine Kreis-Auswahl berufen und gesichtet: und zwar von der Nachwuchs-Abteilung von Borussia Dortmund. "Nach nur einem Training wurde ich beim BVB aufgenommen", erinnert sich Mbende. "Das war schon etwas Besonderes, ein Traum für mich."

Bei den Schwarzgelben durchlief er bis zum Sommer vergangenen Jahres den gesamten Jugendbereich. Dann ging es nach England, zur U21-Mannschaft des Zweitligisten Birmingham City. "Ich wollte den Fußball auf der Insel kennenlernen, der ja für seine Härte bekannt ist." Intensive Zweikämpfe braucht Mbende tatsächlich nicht zu scheuen. Er misst 1,96 Meter und bringt rund 90 Kilogramm auf die Waage. "Ich habe mich sehr wohl gefühlt."

Statt in einer eigenen Wohnung oder im Hotel quartierte sich der heute 20-Jährige in Birmingham bei einer Gastfamilie ein, wo er ein Zimmer hatte, aber mit der Familie speiste. "Ich wollte über das Land Bescheid wissen. Und das geht am besten, wenn man unter Einheimischen ist", sagt er. Zu Einsätzen in der ersten Mannschaft kam er während seiner Zeit in Birmingham nicht. Ein Berater vermittelte schließlich den Kontakt zum Chemnitzer FC. Der Club war interessiert, wollte Mbende aber vor einer Verpflichtung in einem Spiel der Future League testen. Ein heikles Thema für Mbende: "Ich stand zu diesem Zeitpunkt noch in Birmingham unter Vertrag, wollte nicht so viel Aufmerksamkeit erregen." Die Lösung: Der Verteidiger lief unter falschem Namen auf. Aus Emmanuel Mbende wurde Emmanuel Didier: "Der Vorschlag kam vom CFC."

Es funktionierte. Die Himmelblauen waren überzeugt, Mbende unterschrieb einen Zwei-Jahresvertrag und bereitet sich nun auf seine erste Saison im deutschen Profifußball vor. "Ich möchte Fuß fassen und mich weiterentwickeln." Dass er als Profifußballer privilegiert ist, weiß der CFC-Kicker. "Viele junge Leute würden wahrscheinlich gerne an meiner Position sein. Ich weiß meine Vorteile zu schätzen." Dass es damit aufgrund von beispielsweise Verletzungen auch mal schnell vorbei sein kann, ist ihm bewusst. Auch deswegen hat Mbende, der neben Deutsch auch Englisch und Französisch spricht, auch erst sein Abitur gemacht, bevor er sich ganz auf das Fußballspielen konzentrierte. "Das Leben hat nicht nur schöne Seiten und es läuft schnell mal anders, als man gedacht hat", sagt der 20-Jährige und ergänzt: "Man sollte neben Fußball auch noch andere Sachen im Kopf haben."


Ab morgen Vorverkauf für Spiel gegen Mönchengladbach

Tickets für das Eröffnungsspiel im umgebauten Stadion zwischen dem Chemnitzer FC und Borussia Mönchengladbach am 2. August sind ab morgen, 10 Uhr, in den BLICK-/Freie-Presse-Shops Brückenstraße, Vita-Center sowie am Ticketshop Roter Turm und Chemnitz Center erhältlich. Stehplatzkarten kosten 16 Euro, ermäßigt 8 und für Kinder unter 14 Jahren 4 Euro. Sitzplatz-Tickets sind für 25 Euro erhältlich, ermäßigt kosten sie 19 und für Kinder 12,50 Euro. Die Karten gelten erstmals als Fahrschein für den Nahverkehr im gesamten Verkehrsverbund Mittelsachsen (VMS).

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