Die grüne Seite des Wintersports

Seit fast 100 Jahren wird im Chemnitzer Westen von Schanzen gesprungen. Die organisierte Form des Trainings kam erst später. Und gibt jetzt Anlass zu einer großen Fete.

Als begeisterte Wintersportler im Jahr 1925 die erste Naturschanze fürs Skispringen im heutigen Chemnitzer Stadtteil Grüna errichteten, ahnte ganz sicher noch niemand, wohin das einmal führen würde. Denn aus der Naturschanze wurden in den 1930er- und 40er-Jahren Holzkonstruktionen, die später aber aus Sicherheitsgründen wieder abgerissen wurden. Die Sportler ließen sich nicht entmutigen und organisierten sich 1948 in einer eigenen Sparte der Sportgemeinschaft Grüna. 1953 wurde mit dem Bau der Gussgrundschanze am jetzigen Standort begonnen, 1956 wurde diese eingeweiht - zunächst aus Holz, seit 1989 aus Stahl. Und seit 1966 auch mit Matten, um im Sommer springen zu können.

All diese Baumaßnahmen führten dazu, dass sich das Skispringen in Grüna ständig weiterentwickelte. Etliche Talente konnten an die Olympiastützpunkte nach Oberwiesenthal oder Klingenthal vermittelt werden. Zu den erfolgreichsten Sportlern, die ihre ersten Sprünge auf den Schanzen im Gussgrund absolvierten, gehört Falko Weißpflog, Bronzemedaillengewinner von der Großschanze bei der Nordischen Ski-WM 1978 in Lahti.

Heute trainieren etwa 35 Mitglieder im Alter von vier bis 53 Jahren unter der Anleitung von sieben ehrenamtlichen Übungsleitern auf den vier Schanzen des Wintersportvereins (WSV) Grüna. Und morgen steht für sie alle ein großer Wettkampf auf dem Programm. Denn an der eigenen Schanzenanlage wird die Gründung des organisierten Wintersports vor 70 Jahren mit einem Sondersprunglauf gefeiert. "Es werden etwa 80 Nachwuchsspringer aus Sachsen und der Region erwartet, die sich in ihren jeweiligen Altersklassen auf allen vier Schanzen im Grünaer Gussgrund messen", sagt Michaela Haustein, die beim WSV Grüna für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist.

Mit dabei seien auch viele einheimische Sportler, die in der vergangenen Wintersaison erfolgreich im Sachsenpokal aktiv waren, sagt die Vereinssprecherin. So konnten Denny Burkhardt in der Altersklasse Schüler 11 und Philipp Stephani in der Altersklasse Schüler 13 die Gesamtwertung gewinnen. "Philipp wurde zudem Sachsenmeister", sagt Michaela Haustein, die sich gemeinsam mit den Vereinskollegen in der vergangenen Woche über eine weitere Auszeichnung freuen konnte. Vom Skiverband Sachsen wurde der WSV Grüna wiederholt als bester Talentestützpunkt in Sachsen ausgezeichnet. Auch den Sportpreis der Stadt Chemnitz, den Chemmy, hat der WSV bereits gewonnen, vom Landessportbund gab es zudem den Nachwuchsförderpreis.

Sondersprunglauf anlässlich "70 Jahre Wintersport in Grüna": Heute ab 10 Uhr auf der Schanzenanlage im Gussgrund Grüna nahe der Rabensteiner Straße.

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