Die jungen Wilden werden reifer

Nach vielen Pleiten zu Saisonbeginn sind die Floorfighters jetzt in der Erfolgsspur - aber noch lange nicht alle Sorgen los.

Es ist gerade mal eine Minute gespielt in der Floorball-Bundesliga zwischen den Floorfighters aus Chemnitz und dem TV Schriesheim. Da setzt Magnus-Ernst Scholz von den Gastgebern den ersten Schuss aufs Tor. Dieser wird gehalten. Doch am Ende sollen dem 17-Jährigen noch zwei Treffer gelingen, womit er entscheidend zum 10:7-Heimsieg seiner Mannschaft beiträgt.

Etwa 250 Zuschauer haben am Samstagabend eine von der ersten bis zur letzten Minute spannende Partie gesehen, in der die Gastgeber den längeren Atem hatten. Und nicht nur das: Nach einem verkorksten Saisonstart mit zahlreichen teils deftigen Niederlagen haben die Floorfighters plötzlich wieder Kurs auf die Playoffs genommen. Die letzten drei Spiele konnte das Team von Trainer Sascha Franz gewinnen. Und dabei beweisen, dass die im Sommer neu zusammengestellte Mannschaft immer besser harmoniert. Bestes Beispiel dafür ist die aktuelle Partie gegen Schriesheim - das Hinspiel hatten die Floorfighters im Oktober noch mit 4:12 verloren.

"Dieses Mal haben wir in den ersten fünf Minuten klar dominiert, allerdings zu viele Chancen liegengelassen", sagte Doppeltorschütze Magnus-Ernst Scholz. "Dann sind wir etwas eingebrochen." Was die Gäste aus Baden-Württemberg zu einer 2:1-Führung nach dem ersten Drittel nutzten. Auch in den zweiten 20 Minuten hatten die Chemnitzer noch Probleme und gingen mit einem 2:3-Rückstand in die letzte Pause. Die Schriesheimer waren vor allem effektiver im Abschluss. Aber das sollte sich im letzten Abschnitt ändern. Die Gastgeber legten los wie die Feuerwehr und schossen sieben Tore. "Wir haben endlich unsere Gelegenheiten genutzt", sagte Scholz.

Der 17-Jährige spielt die zweite Saison bei den Floorfighters. Er kam vom Zweitligisten UHC Döbeln. "Ich freue mich, dass ich in Chemnitz Erste Liga spielen kann. Einige Akteure der Floorfighters kenne ich aus den deutschen Nachwuchs-Auswahlmannschaften", so der Stürmer. Den Wechsel nach Chemnitz habe er nicht bereut. "Es macht großen Spaß, hier zu spielen", sagt er.

Dennoch schlägt sein Herz nach wie vor für seinen ehemaligen Verein, wo er auch noch ab und zu in der ersten Mannschaft zum Einsatz kommt. In Döbeln, wo Scholz wohnt und das Gymnasium besucht, habe in Sachen Floorball alles begonnen - bereits mit drei Jahren. Schnell wurde sein Talent erkannt, und für den 17-Jährigen ging es steil bergauf. Er spielte in der U-17-Nationalmannschaft und gehört derzeit der deutschen U-19-Auswahl an.

Fighters-Coach Sascha Franz freut sich, dass der Stürmer nach Chemnitz gewechselt ist. Scholz habe großen Anteil daran, dass es bei den Chemnitzern wieder bergauf geht. Die Startschwierigkeiten zu Saisonbeginn begründet der Coach mit dem niedrigen Alter des Teams. "Viele Spieler kommen aus dem Juniorenbereich. Das ist ein gewaltiger Sprung in die Bundesliga, vor allem was Schnelligkeit, Technik und Härte betrifft", sagt Franz. Stolz sei er, dass mit Gustav Peters, Gabriel Bonifacio und Magnus-Ernst Scholz drei Chemnitzer zum Kader der U-19-Nationalmannschaft gehören.

Trotz der jüngsten Erfolge ist es in der Tabelle noch sehr eng. So sind die Chemnitzer auch noch nicht aller Abstiegssorgen ledig. "Darum werden wir vorsichtshalber für die neue Saison sowohl für die Erste als auch die Zweite Liga melden", sagt Franz. Man habe einen sehr kleinen Kader. "Wenn einer oder mehrere Spieler ausfallen, könnten wir ein Problem bekommen."

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