Ein Basketballer sagt servus

Drei Jahre lang hat Hendrik Bellscheidt für die Niners gespielt. Jetzt verabschiedet er sich - und wird eines besonders vermissen.

Von einem Karriere-Ende könne noch keine Rede sein. Doch mit höherklassigem Basketball-Sport ist es zumindest vorerst vorbei, sagt Hendrik Bellscheidt. Der 26-Jährige verabschiedet sich von den Niners, für die er drei Jahre lang in der Pro-A-Liga aufgelaufen war. Hauptgrund für seine Entscheidung ist, dass er sich beruflich neu orientieren will. "Ich beginne eine Aus- bildung zum Physiotherapeuten, die sich schlecht mit Zweitliga-Basketball vereinbaren lässt", erklärt Bellscheidt. Er werde allerdings in Chemnitz bleiben und bei einem Verein "in der Nähe" weiterspielen. "Wo genau, kann ich noch nicht sagen, weil es noch nicht fix ist", fügt der aus Essen stammende Korbjäger hinzu.

Die vergangenen drei Spielzeiten bei der BV bezeichnet er als schöne Zeit, obwohl Bellscheidt auch reichlich zu leiden hatte. Immer wieder wurde er von Verletzungen geplagt. Die schlimmste widerfuhr ihm gleich zu Beginn seiner Zeit in Sachsen: Nachdem er im Sommer 2013 zu den Niners gewechselt war, erlitt Bellscheidt einen Innenbandriss und war ein halbes Jahr außer Gefecht gesetzt. Doch die Kämpfernatur ließ sich nie unterkriegen und erlebte nach eigener Aussage viele unvergessliche Momente im orangen Chemnitzer Trikot. "Zu den Höhepunkten zählte sicherlich im Dezember vorigen Jahres das Spiel in der Messe vor mehr als 5300 Zuschauern gegen Gotha. An so etwas erinnert man sich gern", sagt Bellscheidt. Gänsehaut-Feeling habe er auch stets bei den Duellen mit Erzrivale Science City Jena in der jeweils proppenvollen Hartmannhalle empfunden.

Die Stimmung in der Spielstätte der BV werde er besonders vermissen. "Die Fans haben uns immer toll unterstützt", zieht der 1,93-Meter-Mann zum Abschied symbolisch den Hut. Leicht fällt es ihm nicht, künftig kürzer zu treten. Er spiele seit 18 Jahren Basketball, sieben davon als Profi. "Da muss man sich erst mal an den Gedanken gewöhnen, nicht mehr in diesem Fluidum aufzulaufen", gesteht Bellscheidt, der in den drei BV-Jahren ein sportliches Wechselbad durchlebte. "Vom Beinahe-Abstieg 2015 bis zum Erreichen der Playoffs in diesem Jahr habe ich alles mitgemacht", so der 26-Jährige.

Für ihn stehe fest, Kontakt zur Chemnitzer Mannschaft zu halten. "Ich bin mit Martin Seiferth, Daniel Mixich und Jonas Richter befreundet und werde auch ab und zu Heimspiele besuchen", sagt Bellscheidt. Er traue den Niners zu, in abseh- barer Zeit das ganz große Ding zu starten. "Wenn sie sich so weiter entwickeln, können sie den Aufstieg in die erste Liga schaffen. Schon für die kommende Saison hat der Verein eine gute Truppe zusammengestellt", ist Hendrik Bellscheidt überzeugt. Für ihn selbst wäre die höchste Spielklasse wahrscheinlich eine Nummer zu groß. Er will allerdings nicht ausschließen, nach seiner Ausbildung zum Physio- therapeuten noch mal höherklassig anzugreifen: "Vielleicht kehre ich in die Pro-A-Liga zurück."

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