Ein Profi-Trainer zu Gast in seiner Heimatstadt

Rico Schmitt hat mit dem Halleschen FC an der Gellertstraße einen Punkt entführt. In Chemnitz sorgte er einst für Furore.

Während der Pressekonferenzen nach Drittliga-Spielen ist es durchaus üblich, dass sich die Trainer für den weiteren Saisonverlauf viel Glück wünschen. Und so war es auch am Sonntag nach dem 1:1 des Chemnitzer FC gegen den Halleschen FC. "Ich wünsche dem CFC alles Gute und hoffe, dass die Mannschaft die Klasse hält. Das wäre für Chemnitz sehr wichtig", sagte HFC-Coach Rico Schmitt. Sicherlich weiß der 49-Jährige, wovon er spricht. Denn seine sportliche Laufbahn begann er einst in der Nachwuchsabteilung des FC Karl-Marx-Stadt und war sogar Kapitän der DDR-Junioren-Auswahl.

In den 1990er-Jahren sorgte er als Spielertrainer beim Altchemnitzer BSC für Furore, als dem Team gleich vier Aufstiege hintereinander bis in die Landesliga gelangen. Zwischen 2001 bis 2004 war Schmitt dann als Trainer beim VfB Chemnitz aktiv und coachte später auch den FC Erzgebirge Aue in der 2. Bundes- liga. "Irgendwie war es gegen den CFC schon ein normales Auswärtsspiel. Doch wenn du als gegnerischer Trainer in deine Heimatstadt kommst, dann ist das trotzdem etwas Besonderes, und es kribbelt auf jeden Fall ein bisschen mehr", sagte Schmitt, der seit 2005 in Besitz der Fußball-Lehrerlizenz ist. Die großen Ergebnisse konnte der Coach mit seinen Mannschaften in Chemnitz bisher nicht erreichen. "Die Bilanz ist ausbaufähig, denn weder mit Aue, Offenbach oder Halle konnte ich bisher hier gewinnen."

Am Sonntag zeigte er sich jedoch glücklich über den Punktgewinn an der Gellertstraße. Rico Schmitt hatte sich in der Coaching-Zone kaum eine ruhige Phase genehmigt, seine Männer stattdessen immer wieder angestachelt. "Meine Mannschaft hat gegen einen guten Kontrahenten Charakter gezeigt, denn die ständigen Offensivaktionen der Chemnitzer, zum Beispiel durch Florian Hansch, Tom Baumgart oder die beiden Spitzen Slavov und Frahn, musst du erst einmal verteidigen können", sagte der Hallesche Trainer mit Chemnitzer Wurzeln. "Jetzt drücke ich aber dem CFC die Daumen, damit er die Klasse hält", betonte Schmitt, nachdem sein HFC beide Saisonspiele gegen die Himmelblauen absolviert hat.

Wie ernst die Saalestädter das Gastspiel in der Community4you- Arena genommen hatten, zeigte die Tatsache, dass sie trotz der kurzen Entfernung bereits einen Tag früher anreisten. "Das Abschlusstraining haben wir noch in Halle absolviert, sind dann am späten Samstagnachmittag aufgebrochen und haben im Hotel in Lichtenwalde übernachtet", berichtete Schmitt. Zeit, sich mit alten Weggefährten zu treffen, blieb nicht. "Da ich aber nach wie vor in Chemnitz wohne, ist das nicht so kritisch zu sehen", sagte der Coach. Hin und wieder habe er während des Spiels von den Zuschauerrängen den einen oder anderen Ruf gehört.

Für Schmitt und seine Hallenser Elf geht es bereits am Freitagabend weiter. Dann könnten sie dem CFC indirekte Schützenhilfe leisten, indem das Heimspiel gegen die Sportfreunde Lotte gewonnen wird. Die Lotter liegen mit 30 Punkten auf dem 17. Platz, dahinter folgt Chemnitz mit 23 Zählern. Damit nicht schon vor dem nächsten Heimspiel der Himmelblauen am Sonntag gegen Werder Bremen II die Nichtabstiegsränge nur noch mit dem Fernglas zu sehen sind, wäre ein Sieg der Schmitt-Elf gegen Lotte hilfreich.

Tickets für das nächste CFC-Heimspiel am Sonntag gegen Werder Bremen II sind in den Shops der "Freien Presse" erhältlich.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...