Eiskunstläufer rücken weiter zusammen

Erstmals haben zwei Chemnitzer Vereine ein gemeinsames Fest veranstaltet. Das wäre vor Jahren noch undenkbar gewesen.

Schaulaufen und ein Wettkampf zur Ermittlung der Sprungmeister, bei dem in verschiedenen Altersklassen Sprungelemente vorgegeben waren. Dazu Curling auf einem Teppichboden und vieles mehr - es drehte sich alles um den Sport auf dem Eis am vergangenen Samstag beim gemeinsamen Vereinsfest des Chemnitzer Eislauf-Clubs (CEC) und der Abteilung Eiskunstlaufen-Leistungssport der Universitätssportgemeinschaft (USG) Chemnitz. Der Grund: Beide konnten auf ihr 20-jähriges Bestehen verweisen.

"Die Idee für die gemeinsame Veranstaltung hatten beide Clubs", sagte Ines Eichhorn, Vorstandsmitglied und Schatzmeisterin beim CEC. Im Vorjahr hätten schon einige, wie die Synchroneiskunstläufer, ein Fest für sich gefeiert. "Da wir auf sportlichem Gebiet schon Vieles, wie zum Beispiel im athletischen Bereich, zusammen machen, haben wir gesagt: Was hindert uns daran, einmal ein gemeinsames Fest durchzuführen? So kümmerten sich die Trainer um das Sportliche. Ein anderes Team war für den Imbiss verantwortlich", erzählt die Schatzmeisterin. Auch Ingeburg Böhm, Leiterin des USG-Sportbüros der Abteilung Eiskunstlaufen, zeigte sich begeistert: "Gemeinsam geht alles viel besser, das haben wir bei der Vorbereitung des Festes gemerkt."

Trotzdem: Ein gemeinsames Event beider Vereine wäre vor Jahren undenkbar gewesen. Denn man war sich, wie man sagt, nicht immer grün gewesen. "Das stimmt, es gab ab und zu einige Reibungspunkte. Dazu gehörten Phasen, in denen sich Leistungssportler von beiden Vereinen getrennt hatten", wies Eichhorn hin. Auch Böhm sprach von einem damaligen Konkurrenzkampf. Doch das sei jetzt Geschichte. "Beide Vereine sind mehr und mehr zusammengewachsen und führen einen gesunden Konkurrenzkampf", betont Maxi Bellmann, Abteilungsleiterin Eiskunstlaufen der USG.

In den vergangenen Jahren tauchte von außen dennoch immer wieder die Frage auf, ob es nicht besser wäre, wenn es in Chemnitz nur einen Eiskunstlaufverein gebe. Die CEC-Schatzmeisterin hält die Diskussion nach wie vor für falsch. "Für mich zählt, wie das Chemnitzer Eiskunstlaufen allgemein dasteht. Mit der jetzigen Situation kann ich zufrieden sein", hob sie hervor. Die USG kann nach den Worten von Böhm ebenso damit leben. "Auf alle Fälle stehen wir uns gegenseitig nicht im Weg", sagte sie.

Dabei gibt es längst zahlreiche Gemeinsamkeiten zwischen beiden Vereinen. Dazu zählt das Kita-Projekt. Dieses ist für Mädchen und Jungen ab etwa vier Jahre gedacht und soll ihnen das Eislaufen näher bringen sowie Spaß vermitteln. "Wir haben Beziehungen zu nahezu 25 Einrichtungen", sagte die CEC-Schatzmeisterin. Bei der USG seien es weniger. Auch in diesem Altersbereich helfe man sich gegenseitig bei der Bereitstellung von Trainern und Übungsleitern. Apropos Trainer: Zwei verdienstvolle wurden zum gemeinsamen Vereinsfest ausgezeichnet. Während Monika Scheibe vom CEC auf eine 50-jährige Trainertätigkeit zurückblicken kann, übt Katharina Reichmann von der USG dieses Amt 40 Jahre aus.

Zu den Gratulanten gehörte Falko Kirsten, Vizepräsident des Sächsischen Eissport-Verbandes. Auch er freute sich, dass die beiden Chemnitzer Eiskunstlauf-Vereine zusammenwachsen. "Es ist kein Gegeneinander mehr, sondern ein Miteinander. Das kann nur positiv für das gesamte Eiskunstlaufen in Chemnitz sein", betonte Kirsten.

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