Eiskunstlauf: Chemnitzer Sportler räumen ab

Bei den Deutschen Meisterschaften im Nachwuchs in der Küchwaldhalle hat es gestern im Paarlauf einen Heimsieg gegeben. Zuvor hatte ein junger Lokalmatador überrascht.

Solch einen erfolgreichen Wettkampf hat Eiskunstlauftrainerin Monika Scheibe lange nicht erlebt. Zwei Meistertitel für den Chemnitzer Eislauf-Club sind das Ergebnis der Deutschen Nachwuchsmeisterschaften, die seit Donnerstag im Eisstadion im Küchwald ausgetragen wurden. Gestern bewiesen Letizia Roscher und Luis Schuster im Paarlauf ihre glänzende Form und landeten ganz oben auf dem Treppchen.

Die ganze Anspannung fiel ab, die 13-Jährige, ihr drei Jahre älterer Eislaufpartner und ihre Trainerin lagen sich in den Armen. "So einen Erfolg in der eigenen Eishalle und vor dieser Kulisse zu erleben, ist der Wahnsinn", sagte Luis Schuster nach der fehlerfreien Kür. Zur Musik des Filmes "Ice Age" hatten sie das Eis in der gut besuchten Trainingshalle fast zum Schmelzen gebracht.

Seit gut einem Jahr betreut Trainerin Monika Scheibe das Paar, das wöchentlich 15 Stunden auf dem Eis verbringt und neben dem normalen Schulalltag noch zusätzliche Athletik- und Balletteinheiten absolviert. "Es sind ganz besondere Sportlertypen, die sich vom Lauf- und Sprungstil sehr ähneln. Letizia und Luis harmonieren sehr gut, können sich blind aufeinander verlassen und verzeihen sich auch Fehler", lobt Scheibe. Der Deutsche Meistertitel ist für Luis Schuster, der vor drei Jahren vom Dresdner Eislauf-Club zum CEC gewechselt ist, der bisher größte Erfolg. "Ich bereue den Wechsel nach Chemnitz nicht - auch wenn es nicht immer einfach ist, nicht zuhause, sondern im Internat zu wohnen", sagt der Zehntklässler, der wie Letizia Roscher das Sportgymnasium besucht.

Die zierliche 1,50 Meter große Eiskunstläuferin war bis Anfang 2017 im Einzelwettbewerb gestartet. "Es kommen beim Paarlauf zu den Sprüngen noch zusätzliche Hebungen und Kombinationen hinzu, was es noch intensiver macht. Aber zu zweit kann man die Anspannung besser wegstecken als allein", so Letizia Roscher, die mit ihren 36 Kilogramm beim Wurf-Salchow wie eine Feder übers Eis fliegt.

Applaus gab es nach dem Wettkampf auch von Vereinskollege Nicos Jaron Martick, der bereits am Freitag vorgelegt hatte und überraschend Deutscher Meister in der Kategorie Nachwuchs B wurde. Es ist der erste Titel im männlichen Nachwuchs des CEC seit dem Erfolg von Martin Rappe vor sieben Jahren. Der frisch gebackene Titelträger, der einst als Vierjähriger bei der Universitätssportgemeinschaft begonnen hatte, wird ebenfalls von Monika Scheibe betreut. Der 14-Jährige hatte mit seinem Überraschungstriumph für Glückstränen bei seiner Trainerin gesorgt. Das komme selten vor, bemerkte Monika Scheibe. "Dann muss es wohl auch für sie etwas ganz Besonderes sein. Für mich ist es mit Abstand der bisher größte Erfolg", sagte Nico Jaron Martick. Der großgewachsene Eiskunstläufer musste sich herunterbeugen, um die Umarmung der Trainerin entgegen zu nehmen. "Ich bin im letzten Jahr ziemlich gewachsen und hatte größere Probleme, damit klar zu kommen. Besonders bei den Sprüngen ist das anfangs gar nicht so einfach mit der Koordination", sagt der 1,86 Meter große Sportler.

Auf Anhieb hat der Chemnitzer auch die Bundeskadernorm erfüllt. Das sei nicht nur für ihn sehr wichtig, um Förderung zu erhalten, sondern auch für den Standort Chemnitz als einer von fünf Bundesstützpunkten, betont Monika Scheibe. An den vier Wettkampftagen präsentierten sich insgesamt 170 Nachwuchssportler auf dem Eis.

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