Junge Fußballerinnen sorgen für Paukenschlag

Die C-Juniorinnen des SV Eiche Reichenbrand haben das Sachsenpokal- finale gegen RB Leipzig gewonnen. Nicht so gut lief es für einen anderen Verein der Stadt.

Möglicherweise ist Dino Puff gestern um mehrere Monate gealtert. "Ich habe ein paar Haare verloren", sagte der 37-Jährige. Als Trainer der C-Junioren-Fußballerinnen des SV Eiche Reichenbrand hatte er gerade einen sportlichen Krimi erlebt, der für seine Mannschaft ein gutes Ende nahm: Die Chemnitzerinnen bezwangen im Sachsen- pokalfinale auf dem heimischen Sportgelände am Ostwaldweg das Team von RB Leipzig mit 3:2 nach Verlängerung. "Das ist ein Riesen- erfolg für unseren kleinen Verein. Ich bin unglaublich stolz auf die Mannschaft", sagte der überglück- liche Trainer.

Der Leistungsunterschied zu RB Leipzig sei zwar längst nicht so groß wie im Männerbereich, dennoch kommt der Reichenbrander Triumph einer faustdicken Über- raschung gleich. "Jede Spielerin hat 110 Prozent gegeben", bemerkte Puff. Der frühere Torhüter von Germania Chemnitz und des BSV Gelenau konnte sich gestern über eine frühe Führung seiner Mädels durch Elisa Schubert freuen. Die Leipzigerinnen waren damit aber längst nicht geschlagen und zogen ihrerseits mit 2:1 in Front. Kurz vor Schluss war es wieder Elisa Schubert, die mit ihrem 2:2 die Verlängerung erzwang. "Dort hatten wir uns fast schon auf das Elfmeter-Drama eingerichtet", sagte Dino Puff.

Doch dann nahm der Pokal-Wahnsinn seinen Lauf: Nach einem Eckball beförderte Desiree Böhme den Ball in der zweiten Hälfte der Extrazeit über die Torlinie. Als das Finale abgepfiffen wurde, vergingen erst ein paar Sekunden, bis alle den Triumph begriffen hatten. Umso ausgelassener wurde anschließend mit den Eltern, die ihre Töchter leidenschaftlich angefeuert hatten, gefeiert. "Dieser Pokalsieg ist die beste Werbung für unseren Verein. Ich hoffe, dass wir dadurch weiteren Nachwuchs gewinnen", betonte Puff, der durch seine Tochter Liesa-Alin zum Mädchen-Fußball gekommen ist. Bis zum Sommer vorigen Jahres gehörte die Mannschaft dem Postsportverein an. Über die Gründe für den Wechsel zu Eiche will sich Puff nicht äußern. "Nachgetreten wird nicht", sagte der 37-Jährige, der das Umfeld in Reichenbrand als "top" bezeichnet. Großen Anteil am Pokalerfolg habe auch seine Trainerkollegin Sandra Olma, die sich ebenfalls um den C-Juniorinnen-Bereich kümmert.

Nach dem gestrigen Finale in dieser Altersklasse war der SV Eiche Ausrichter von zwei weiteren Sachsenpokal-Endspielen. Bei den B-Juniorinnen standen sich der Chemnitzer FC und FFV Leipzig gegenüber. Dabei mussten sich die Himmelblauen gegen spielerisch starke und schnelle Kontrahentinnen aus der Messestadt mit 1:4 (0:3) geschlagen geben. Den Ehrentreffer für den CFC erzielte Giulia Barthel. Im abschließenden Frauen-Finale setzte sich Fortuna Dresden gegen den FC Erzgebirge Aue mit 2:0 (1:0) durch. Die drei Endspiele wurden nach Angaben des gastgebenden SV Eiche Reichenbrand von ins- gesamt mehr als 500 Zuschauern verfolgt.

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