Junger Basketballer öffnet die Tür zur Profi-Karriere

Als Chemnitzer Eigengewächs gehört Jonas Richter seit dieser Saison schon zu den festen Größen bei den Niners. Der 18-Jährige ist auch körperlich robuster geworden, was mit Haferflocken und Eiern zusammenhängt.

Er ist ein junger Mann, zu dem man aufschauen kann - und muss: Wenn die Basketballer der BV Chemnitz morgen ab 19 Uhr in der Hartmannhalle gegen Leverkusen um den ersten Heimsieg kämpfen, wird auch Jonas Richter des Öfteren auf dem Spielfeld zu sehen sein. Das Eigengewächs der Niners, inzwischen 2,05 Meter groß, hat in diesem Jahr die Tür zu einer Profi-Karriere weit aufgestoßen. In den bisherigen vier Partien der Zweitliga-Saison erhielt der 18-Jährige schon reichlich Spielzeit. "Für mich ist damit ein Traum in Erfüllung gegangen. Ich bin froh, dass unser Trainer Rodrigo Pastore Vertrauen in mich setzt", sagt Jonas Richter.

Bis zur vergangenen Saison noch als "Bohnenstange" unterwegs, hat der gebürtige Chemnitzer inzwischen auch körperlich ordentlich zugelegt. "Wenn man noch jung und unerfahren ist und zudem keine Kraft hat, wird man in der Pro-A- Liga auf dem Feld nur herumgeschubst", ist sich Richter im Klaren. Jetzt kann er auch im Duell mit den personifizierten Kleiderschränken der Pro A viel besser gegen- halten. Großen Anteil daran habe ein Vereinsgefährte. "Yves Schwantner, der in unserer zweiten Mannschaft spielt und von Beruf Fitnesstrainer ist, hat mir in diesem Jahr einen Ernährungsplan geschrieben", berichtet der Sportschüler und ergänzt: "Ich musste viel essen. Zum Frühstück gab es Haferflocken und Eier." Ansonsten stehen vor allem Nudeln, Kartoffeln und Reis auf dem Speiseplan. Zudem forcierte Richter das Krafttraining.

Das Ergebnis kann sich sehen lassen. "Ich habe innerhalb von zwei Monaten fünf Kilogramm an Muskelmasse zugelegt, wiege jetzt 99 Kilo", so der Niners-Spieler. Während der Saison sei es schwierig, wegen der hohen körperlichen Belastung weiter zuzunehmen. "Doch nach dem Spieljahr werde ich wieder viel essen und in den Kraftraum gehen. Nächstes Jahr will ich dann 105 Kilogramm wiegen", kündigt Jonas Richter mit einem Schmunzeln an.

Als Jungspund ist es für ihn eine Umstellung, vor großer Zuschauerkulisse "eine Hauptrolle im Team zu spielen", wie es Sportdirektor Pete Miller ausdrückt. "Es ist Aufregung dabei. Man will nichts falsch machen. Aber gerade dann passiert meist ein Fehler", sagt Jonas Richter. Gleich in der ersten Saisonpartie bei der 55:85-Klatsche gegen Jena bekamen er und seine Teamgefährten den rauen Pro-A-Liga-Wind zu spüren. "Es war bitter, zum Auftakt gegen so eine starke Mannschaft, die fast einen Erstliga-Kader hat, antreten zu müssen. Ich würde aber nicht sagen, dass dieses Spiel peinlich für uns war", betont Richter.

Danach hatte die BV einen Auswärtssieg in Kirchheim erkämpft. Die beiden darauffolgenden Partien gegen Köln und in Essen gingen jedoch verloren. Somit ist der Druck vor der morgigen Heimbegegnung bereits gestiegen. "Das Einzige, was gegen Leverkusen zählt, ist ein Sieg", erklärt Richter. Von ihrem Ziel, Platz acht und damit die Playoffs zu erreichen, werde die Mannschaft nicht abrücken. "Wir halten auf jeden Fall daran fest. Die Saison ist ja noch lang", gibt der Hoffnungs- träger zu bedenken.

Jonas Richter besucht das Chemnitzer Sportgymnasium und hat seine Schulzeit auf 13 Jahre gestreckt. So sei der Stress nicht ganz so groß, Schule und Sport unter einen Hut zu bekommen. "Nach dem Abitur 2017 werde ich wohl erst einmal drei, vier Jahre nur Basketball spielen und dann ein Studium beginnen", sagt er im Vorausblick. Sein großes Ziel sei es, eines Tages "in die erste Liga hineinzuschnuppern". Am liebsten würde er dies mit den Niners tun. "Das wäre der Gewinn des Jackpots", bemerkt der 18-Jährige, der wie sein Mannschaftsgefährte Daniel Mixich außerdem noch zum Aufgebot des Chemnitzer U-19-Teams in der Nachwuchsbundesliga gehört.

Deswegen hat Richter nicht selten zwei Einsätze an einem Wochenende zu bestreiten. So auch diesmal: Morgen Abend läuft er für die Profis gegen Leverkusen auf - und am Sonntag trifft er mit den BV-Junioren in der Hartmannhalle auf das deutsche Top-Team von Bayern München (Beginn: 14 Uhr). Wie ist so ein Pensum auszuhalten? "Es geht schon, man muss nur ausreichend schlafen und sich richtig ernähren", sagt Jonas Richter. Vermutlich gibt es bei ihm am Sonntag Haferflocken und Eier zum Frühstück.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...