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Das Fahrerfeld der 39. Erzgebirgsrundfahrt quält sich auf dem steilstenAnstieg hinauf zum Eibenberg: Von dort benötigten die Pedalritter rundsieben Minuten bis zum nächsten Bahnübergang in Dittersbach und wurden dafür bei der Erzgebirgsbahn angemeldet. Foto: Kristin Schmidt

Foto: Kristin Schmidt

Klassiker bringt nicht nur Radsportler ins Schwitzen

Die 39. Erzgebirgsrundfahrt ist reibungslos über die Bühne gegangen - obwohl es diesmal eine besondere Schwierigkeit zu meistern galt.

Von Knut Berger
erschienen am 15.05.2018

Bernd Schneider telefonierte am Sonntag regelmäßig mit einem Fahrdienstleiter der Erzgebirgsbahn. Doch der 74-Jährige wollte nicht mit dem Zug fahren. Vielmehr nahm er in seiner Funktion als Kommissär - so werden die Kampfrichter im Radsport genannt - immer wieder das Handy zur Hand, um sich abzustimmen. Denn bei der 39. Auflage der Erzgebirgsrundfahrt, die in diesem Jahr aus verkehrstechnischen Gründen nicht auf einer großen Schleife quer durch die Region, sondern auf einem knapp 13 Kilometer langen Rundkurs rollte, gab es zwei kritische Stellen zu meistern. Dabei handelte es sich um die Bahnübergänge in Dittersbach und Kemtau.

Nach 13 Runden, auf denen 164 Kilometer zurückgelegt wurden, stand mit Mario Vogt nicht nur der Sieger fest. "Wir haben es auch geschafft, dass kein Fahrer wegen einer Zugdurchfahrt anhalten musste", sagte Schneider. Manchmal sei es jedoch knapp zugegangen. Er hatte sich am höchsten Punkt der Strecke in Eibenberg postiert. "Wir wussten, dass die Fahrer von diesem Punkt rund sieben Minuten bis zum Bahnübergang Dittersbach benötigten. Ich habe dann immer angerufen, wenn die einzelnen Gruppen, aber auch der Schlusswagen an uns vorbei rollten", berichtete Schneider, der seit Jahrzehnten als Kommissär bei der Erzgebirgsrundfahrt aktiv ist und diese einst auch als Aktiver bestritt.

Nach der Wiederauflage des Rad-Klassikers 1994 agierte er unter anderem als Doping- und Motorradkommissär und erlebte nun seine Premiere als "Bahn-Vertrauensmann". Nach Schneiders telefonischer Meldung habe dann der Fahrdienstleiter die Lage einschätzen können und die Züge in Fahrt gesetzt oder noch ein paar Sekunden stehen lassen. "Wir haben das mit etwas Rücksichtnahme hinbekommen. Und trotzdem resultierten daraus keine Verspätungen", sagte gestern Lutz Mehlhorn, Sprecher der Erzgebirgsbahn. Die Zutaten für die erfolgreiche Umsetzung des Planes seien aus seiner Sicht eine gute Kommunikation und gegen- seitiges Verständnis gewesen. "Es kam uns sicherlich auch zugute, dass wir am Wochenende jeweils nur im Zweistundentakt die Strecken bedienen", ergänzte Mehlhorn.

Auch der sportliche Leiter des P&S-Teams Thüringen, dessen Hauptsponsor in Oederan beheimatet ist, bestätigte den reibungslosen Verlauf über die Bahngleise. "Ich bekam mit dem Materialwagen an den Übergängen keinerlei Probleme, auch von den anderen Teams habe ich nichts Gegenteiliges gehört", sagte Lars Wackernagel. Noch vor dem Start sei er skeptisch gewesen, dass die von den Veranstaltern aufgestellte Bahn-Theorie funktionieren könnte. "Aber es hat wie das gesamte Radrennen super geklappt", so Wackernagel.

Dass bei weitem nicht alle der 131 gestarten Fahrer das Ziel vor dem Einsiedler Brauhaus erreichten, hatte also nichts mit geschlossenen Bahnschranken zu tun. Sie mussten vielmehr dem profilreichen Kurs Tribut zollen. 46 Fahrer stiegen vorzeitig von ihrem Sportgerät, darunter auch der Chemnitzer Sandro Kühmel vom P&S-Team Thüringen.

 
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Kommentare
1
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  • 15.05.2018
    15:14 Uhr

    Uppel: Es mag Wortklauberei sein, aber die Strecke führte durch DittersDORF und nicht Dittersbach. Danke

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