Kugelstoßerin Schwanitz steigt in der Babypause aufs Rad

Die frisch gebackene Mutter ist bei einem Promi-Radrennen in Niederfrohna an den Start gegangen - gemeinsam mit unter anderem Nico Ihle und Joachim Eilers. Das hatte einen speziellen Grund.

Rad fahre sie eigentlich nur im Winter, sagte Christina Schwanitz. "Und dann auch nur, ohne mich von der Stelle zu bewegen", berichtete die Europa- und Weltmeisterin im Kugelstoßen und spielte damit auf Übungseinheiten auf dem Hometrainer an. Am Samstagabend stieg sie indes auf ein richtiges Fahrrad, ein orangefarbenes Mountainbike. Anlass war ein Rennen mit Prominenten in Niederfrohna, an dem sie teilnahm.

Sieben Wochen nach der Geburt ihrer Zwillinge war es die erste kleinere sportliche Einheit vor Publikum für die junge Mutter. Sie zeigte sich gut gelaunt, erfüllte Autogrammwünsche der Zuschauer, ließ sich vom Streckenmoderator interviewen und war zu Scherzen aufgelegt. Sie werde bestimmt keinen Weltrekord aufstellen, kündigte Schwanitz vor dem Startschuss an: "Ich visiere Platz 42 an." Exakt so viele Teilnehmer hatten sich vorab für das Promi-Rennen angemeldet.

Trainiert hatte sie nach der Geburt ihres Jungen und ihres Mädchens bis zu diesem Tag noch nicht. "Ich habe 20 Jahre lang Hochleistungssport gemacht. Da kann ich jetzt auch noch ein paar Monate warten", sagte Schwanitz. Vermutlich im Spätherbst oder Winter wolle sie wieder mit Übungseinheiten beginnen. Ihre Kinder sollen dann eine Kita besuchen, zum Anfang wolle sie am Nachmittag trainieren. Ziel sei die Teilnahme an der Europameisterschaft im August kommenden Jahres.

Motiviert sei sie allemal. Sie habe sich die Leichtathletik-Weltmeisterschaft im Fernsehen angeschaut, berichtete die 31-Jährige. "Da habe ich schon mit den Füßen gescharrt und gedacht: Ich zeige euch mal, wie ein 20-Meter-Stoß funktioniert." Im Alltag spielten solche Gedanken aber keine Rolle, ergänzte die Athletin vom LV Erzgebirge. Da hielten sie ihre Zwillinge auf Trab. "Am Abend weiß man, was man gemacht hat."

Vielleicht wusste Schwanitz auch gestern, was sie am Tag zuvor gemacht hatte. 15 Runden à 600 Meter musste sie am Samstag in Niederfrohna absolvieren. "Hoffentlich bekomme ich keinen Muskelkater", meinte sie kurz vor dem Rennen. Da zum Feld der Fahrer mit Ex-Radrennfahrer Wolfgang Lötzsch und Friedensfahrtteilnehmer Bernd Drogan richtige Rad-Experten und zudem mit Bahnrad-Weltmeister Joachim Eilers sowie den Brüdern Nico und Denny Ihle topfite Profi-Sportler gehörten, wurde sich nichts geschenkt. In hohem Tempo drehten die Promis ihre Runden ums Rathaus. An der Spitze lieferte sich schließlich Eilers ein Duell mit Drogan, das an den älteren Straßenradsportler ging. Schwanitz erreichte ihr Ziel indes nicht: Sie wurde nicht Letzte, sondern überquerte gemeinsam mit einer kleineren Gruppe die Ziellinie.

Dass sie, Joachim Eilers und Nico Ihle überhaupt in Niederfrohna in die Pedale traten, hatte einen Grund. Die drei Spitzensportler lassen sich künftig professionell von einem Management-Büro in Dresden vertreten, das bislang vor allem Top-Athleten aus der Landeshauptstadt betreut. Dazu gehörten auch gemeinsame Auftritte der drei, erklärt Bahnradsportler Eilers: "Wir wollen die Randsportarten in den Fokus rücken. Als Einzelsportler ist das schwieriger als in der Gruppe." Schwanitz ergänzte: "Uns verbindet die Leidenschaft zum Sport." Vielleicht muss sie dann ja demnächst gemeinsam mit Ihle aufs Eis? "Das würde schon gehen. Im Winter bin ich ab und an Schlittschuhlaufen gewesen."

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