Marc Hensel vor Karriere-Aus: "Ich habe keine Existenzängste"

Der CFC-Spieler wird wegen einer Verletzung wohl nicht mehr auf den Fußball-Platz zurückkehren. Für seine Zeit nach dem Profi-Sport hat er schon einen Plan.

Ein Blumenstrauß, Dankesworte von Sportchef, Aufsichtsrat und Präsident und Glückwünsche für die Zukunft: Der Fußball-Drittligist Chemnitzer FC hat vor seinem letzten Heimspiel in dieser Saison drei Spieler verabschiedet. Doch während sich Nils Röseler und Jan Klauke nach anderen Vereinen umsehen und ihre sportliche Laufbahn fortsetzen werden, ist das Kapitel Fußball-Profi für den Dritten im Bunde wohl beendet: Marc Hensel steht vor dem Karriere-Aus.

"Im Endeffekt schließe ich heute schon mit meinem Fußballer-Leben ab", sagt Hensel nach dem 2:1-Erfolg seiner Mannschaftskollegen gegen den VfL Osnabrück und ergänzt: "Dieser Moment, die Verabschiedung fiel mir schon schwer. Und ich bin wehmütig, dass ich nahezu die ganzen drei Jahre beim CFC mit Verletzungen zu kämpfen hatte."

Schon kurz nach seinem Wechsel von Aue nach Chemnitz 2013 zog sich der Mittelfeldakteur eine Knieverletzung zu. Es folgten weitere Blessuren und im November 2014 die folgenschwerste Verletzung: Ein Hämatom in der Wade, so groß wie ein Tischtennisball, war verkalkt und hatte sich entzündet. Trotz einer Operation ist ein Nerv in der Wade geschädigt. "Mein Bein funktioniert nach wie vor nicht so, dass ich Leistungssport betreiben kann", sagt Hensel und ergänzt: "Und die Prognosen sind eher schlecht."

Was das heißt, demonstriert der gebürtige Dresdner, dessen nun auslaufender Vertrag bei den Himmelblauen erwartungsgemäß nicht verlängert wurde: Er kann seinen rechten Fuß gerade einmal ein bisschen nach oben und unten bewegen. Deswegen humpelt der Noch-CFC-Profi beim Laufen. "Wenn ich versuche zu rennen, falle ich sofort hin. Das sieht noch nicht nach Leistungssport aus", sagt Hensel und lacht. Er gebe die Hoffnung nicht auf, noch einmal Fußballspielen zu können. Aber für den Leistungssport werde es wohl nicht mehr reichen, sagt der 30-Jährige, der für Aue 162 Spiele bestritten hat. "Mein Ziel ist es, erst einmal wieder vernünftig zu gehen. Wenn ich das kann, versuche ich vernünftig zu laufen. Und, ob das jemals wieder funktioniert, steht in den Sternen."

Im Moment ist der CFC-Spieler krank geschrieben, absolviert Reha-Sport-Kurse und bereitet die Berufsunfähigkeit in Bezug auf Profi-Fußball vor. Für die Zeit danach hat er bereits einen Plan. Hensel hat parallel zu seiner Fußballer-Karriere Lehramt für Deutsch und Geschichte studiert, das Studium aber noch nicht beendet. Das will er nun tun. Praktika und ein paar Hausarbeiten fehlten noch, sagt er. Bis Dezember soll alles abgeschlossen sein. Nächstes Jahr will der 1,88 Meter große Sportler erstmals unterrichten. "Ziel ist es, auf einer Sportschule zu lehren und eine Nachwuchsmannschaft zu betreuen." Gespräche mit dem CFC gebe es bereits. Er wolle nun seinen Trainerschein ablegen, kündigt der Fußballer an, der auch in Diensten von Dynamo Dresden und Energie Cottbus stand. "Ich freu' mich darauf, mit jungen Menschen zu arbeiten."

Dass er im Gegensatz zu vielen anderen Profi-Sportlern einen Alternativplan für die Zeit nach der aktiven Karriere hat, hat ihn den Abschied vom Profi-Sport erleichtert, gesteht Hensel. "Ich habe keine Existenzängste."

Über die Rückschläge haben ihn in den vergangenen Jahren seine Frau und sein Glaube hinweggeholfen, berichtet der künftige Lehrer. Hensel ist sehr religiös. "Der liebe Gott hat mich immer sehr gut geführt", sagt er und ergänzt: "Ich bin dankbar für alles, was ich im Fußball erleben durfte."

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1Kommentare
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  • 1
    0
    ChristianSchubert
    11.05.2016

    Alles erdenklich Gute für Marc Hensel, der immer ein prima Sportsmann und außerdem kluger Kopf war und ist. Sein 1:0 gegen Eintracht Braunschweig am 30. April 2010 zum zweiten Auer Aufstieg in die Zweite Bundesliga werde ich nicht vergessen.

    Und da er im Artikel selbst so zitiert wird wünsche ich ihm und seiner Familie für seinen weiteren Lebensweg nach dem aktiven Leistungssport Gottes reichsten Segen.



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