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Sechs Jahre her: Zu Oberliga-Zeiten endeten die Derbys zwischen Chemnitz und Schönheide, wie hier im November 2011, schon einmal mit einem kleineren Faustkampf zwischen den Spielern.

Foto: Eberhard Mädler/Archiv

Neuauflage eines brisanten Krachers

Nach fast vier Jahren Pause kommt es morgen wieder zu einem Derby zwischen den Chemnitz Crashers und Schönheide. Beide Vereine hatten die gleichen großen Sorgen.

Von Thomas Reibetanz
erschienen am 13.10.2017

Im Januar 2014 trafen sie letztmals in einem Pflichtspiel aufeinander: 7:3 besiegte der EHV Schönheide im Derby der Oberliga vor fast 700 Fans den ERV Chemnitz. Der Dauerrivale war geschlagen. Und mehr noch: Wenig später mussten die Chemnitzer Insolvenz anmelden, sich als EHV neu gründen und in der Regionalliga starten. Der Beiname Crashers war geboren. Doch auch beim Lokalrivalen aus dem Erzgebirge lief es in den folgenden Jahren nicht mehr rund. Die Probleme gipfelten auch beim EHV Schönheide in einer Insolvenz sowie dem Abstieg aus der Oberliga. Im Sommer dieses Jahres wurde der Verein als Schönheider Wölfe neu gegründet, das Männerteam geht in der Regionalliga auf Punktejagd. Wo die Wölfe sportlich stehen, ist noch ungewiss. Denn das erste Punktspiel steht erst noch an - morgen. Bei den Chemnitz Crashers.

Während das brisante Derby für die Gäste eine echte Standortbestimmung nach dem Neustart ist, haben die Chemnitzer zum einen bereits jahrelange Erfahrung in der Regionalliga, zudem sind sie im Rhythmus. Vier Spiele haben die Crashers absolviert, die Ausbeute ist dabei mit zwei Siegen und zwei Niederlagen eher mäßig. "Das ist für eine Mannschaft, die oben mitspielen will, natürlich zu wenig", sagt Spielertrainer Tobias Rentzsch. "Besonders die Heimniederlage gegen Berlin schmerzt sehr. Auch wenn wir das Rückspiel gewinnen konnten."

Personelle Probleme nennt der neue Mann an der Bande und auf dem Eis - Spieler Rentzsch hat das Traineramt in diesem Sommer von Torsten Buschmann übernommen - als Hauptgrund für den holprigen Start. "Wir haben noch immer nicht alle Mann an Bord, aber es sieht bedeutend besser aus", sagt er. "Dazu ist in der Kabine eine große Vorfreude auf dieses Spiel zu spüren."

Tobias Rentzsch weiß, wovon er spricht, wenn er von einem gewissen Kribbeln vor dem Derby spricht. Wie oft genau er gegen Schönheide auf dem Eis stand, kann er nicht mehr sagen, "aber es waren auf jeden Fall sehr viele Spiele. Die meisten davon mit einem knappen Ausgang, und immer war richtig Feuer drin." Zusätzliche Brisanz bekommt die Neuauflage nach fast vier Jahren Derby-Pause durch die Tatsache, dass mit Stürmer Vincent Wolf und Verteidiger Yannick Löhmer zwei Spieler für die Wölfe auflaufen werden, die in der vergangenen Saison noch das Trikot der Crashers getragen haben. "Generell sind wir noch in freundschaftlichem Kontakt, in den letzten Tagen war aber Funkstille", sagt Tobias Rentzsch.

Die Verantwortlichen und Spieler der Crashers hoffen darauf, dass das Derbyfieber auch die Fans gepackt hat. "Wir rechnen mit mehr als 1000 zahlenden Zuschauern", sagt Vorstandsmitglied Torsten Buschmann. "Es gibt keinen Vorverkauf, aber an der Abendkasse hoffen wir auf einen großen Andrang." Auch Spielertrainer Tobias Rentzsch hofft auf eine volle Hütte. "Ich kenne diese Stimmung aus etlichen Derbys. Es wäre schön, wenn es wieder laut wird."

LokalDerby in der Eishockey-Regionalliga: Morgen, 17 Uhr, Eiskomplex Küchwald.

 
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