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Gemischte Gefühle beim 1. FFC Chemnitz: Die Freude, eine eigene Trainingsstätte gefunden zu haben, wird mittlerweile getrübt. So drohen dem Verein hohe Kosten, weil Bäume gefällt werden müssen.

Foto: Andreas Seidel

Neue Heimstätte stellt Frauen-Fußballverein vor Probleme

Der vor zwei Jahren gegründete Club hat ein Domizil gefunden. Dort gibt es keine geeigneten Tore - und das ist noch das geringste Übel.

Von BEnjamin Lummer
erschienen am 13.09.2017

In Clubraum hängt ein Messingschild. "BSG Motor Spinnereimaschinenbau" steht drauf, der Verein gilt als Vorläufer des TSV Germania. In den Gängen lagert Baumaterial, die Duschen erinnern an Sanitärbereiche aus DDR-Zeiten. Und damals - vermutlich in den 1960er-Jahren - ist das Gebäude am Fußballplatz an der Erdmannsdorfer Straße auch gebaut worden. Viel ist seitdem nicht passiert. Das soll sich nun ändern.

Grund dafür ist die Notlage eines noch jungen Vereins. Im Dezember 2015 wurde der Erste Frauen Fußball Club (FFC) Chemnitz gegründet. Er will kickenden Frauen und Mädchen eine Heimat bieten. Der Verein soll den Breitensport bedienen, aber auch eine leistungsbezogene Mannschaft auf die Beine stellen, erklärt Vorstandsvorsitzender Torsten Sommer. In drei bis fünf Jahren soll die Frauen-Mannschaft in der Landesliga auflaufen; derzeit spielt sie in der Landesklasse. Sechs Trainer kümmern sich um die etwa 60 Spielerinnen, die sich auf zwei Nachwuchs-Teams und die Frauen-Elf aufteilen, so Sommer. Der 41-Jährige spricht von einer Erfolgs- geschichte. Eine Erfolgsgeschichte mit einem Manko: Dem FFC fehlte eine Heimspielstätte - bislang.

Bisher trainieren und tragen die Fußballerinnen ihre Spiele vor allem im Sportforum aus oder bei Vereinen, die sie unterstützen wie die Sportfreunde Süd und der VfB Fortuna. Ziel der Vereinsführung sei aber immer gewesen, eine eigene Spielstätte zu bekommen, um Zeiten für Übungseinheiten und Pflichtpartien selbst festlegen zu können, erklärt Sommer. "Zudem ist es schwierig, neue Spielerinnen zu holen, wenn man nicht mit einer eigenen Spielstätte werben kann", ergänzt er. Auf der Suche nach einem Platz wurde der FFC nun fündig. Ein Gelände, das zuletzt vom TSV Germania betrieben worden sein soll, wurde dem Verein von der Stadt angeboten, so Sommer. Die Anlage sei dem Club überlassen worden, berichtet er. Das heißt, der Verein müsse keine Pacht bezahlen, habe aber auch alle Rechte und Pflichten übernommen.

"Wir sind erst einmal froh darüber. Die Lage des Platzes ist ideal, er ist gut mit dem Nahverkehr erreichbar", sagt Sommer. Auch sei der Rasen in gutem Zustand. "Man kann gut darauf trainieren." Der Nachteil des Geländes: "In den vergangenen Jahren ist kaum etwas getan worden", sagt der Vereins-Chef. So müssten unter anderem die Duschen saniert werden. Ob die Heizungs- anlage noch funktioniert, werde geprüft. Außerdem stehen zwar zwei große Tore auf dem Spielfeld. Die kleineren, für den Spielbetrieb der Nachwuchsmannschaften wichtigen Tore fehlen aber.

Und dann ist da noch ein Problem: Bei einem Sturm vor einigen Wochen sei ein Baum vom Gelände in eine benachbarte Gartenanlage gefallen, berichtet Sommer. Daraufhin habe der Verein alle 25 Bäume rund um den Platz untersuchen lassen. Ergebnis: "Sie müssen gefällt werden." Würde er damit eine Firma beauftragen, kämen Kosten von bis zu 15.000 Euro auf den FFC zu, sagt der Vorstands-Chef. Das könne sich der Club nicht leisten. Er hoffe deswegen auf Fördermittel und die Hilfe von Unterstützern. An Punktspiele auf dem Platz sei derzeit vor allem wegen der maroden Sanitäranlagen nicht zu denken: "Das kann ich dem Gegner nicht zumuten."

 
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