Neulinge sorgen für Überraschung

Die Chemnitzer Baseballer haben in der mittel- deutschen Liga zwei weitere Siege eingefahren. Nun könnte sogar ein Traum wahr werden.

Volle Konzentration beim Brauns- bedraer Werfer: Er will den Ball zu seinem Fänger befördern, ohne dass der Chemnitzer Schlagmann die weiße Kugel mit dem Schläger, der einer Keule ähnelt, trifft. Doch das gelingt nicht. Die Gastgeber erweisen sich als äußerst treffsicher.

Am Samstag empfingen die Chemnitz Cyndicates in der mitteldeutschen Baseball-Liga auf dem Sportplatz an der Straße Usti nad Labem die Braunsbedra Coalminers. Zwei Spiele standen auf dem Programm. Dabei war für die Chemnitzer "Kurzarbeit" angesagt. Grund: Der Gegner war in allen Belangen unterlegen und profitierte in beiden Partien von der "Gnadenregel" - sprich vorzeitiges Spielende. Diese tritt ein, wenn ein Team allzu dominant ist. Und so war es auch: Die Cyndicates gewannen klar mit 24:3 und 25:5.

Beim Baseball bringt der Werfer den Ball ins Spiel, den die Angreifer mit einem Schläger treffen müssen. Ist das geschehen, können sie durch das Ablaufen von vier Laufmalen (Bases) Punkte erzielen. Die Verteidiger versuchen dies zu verhindern, indem sie den Ball vorher zum Laufmal werfen. "Wir haben sehr gut geschlagen und sind vor allem konsequent gelaufen", sagte Spielertrainer Ronny Möckel. Mann des Tages sei Claudio Zippenfennig gewesen. "Ihm gelang das seltene Kunststück, mit einem Schlag vier Punkte zu erzielen", erklärte der Coach.

Auch Spieler Michael Lippmann freute sich über die Heimsiege. "Für uns lief es optimal. Wir haben in der Defensive wenig zugelassen und die Fehler des Gegners ausgenutzt", sagte er. Der 25-Jährige gehört zu den Urgesteinen der Chemnitzer Baseballer. "Begonnen hatte alles damit, dass sich einige in ihrer Freizeit zusammenfanden und ab und zu den Baseballschläger in die Hand nahmen", erzählte Lippmann.

Mit den Erfolgen über Brauns- bedra feierten die Chemnitzer die Saisonsiege Nummer drei und vier. Damit haben sie ihr Ziel im Pre- mieren-Punktspieljahr schon übererfüllt. "Wir sind der einzige Neuling in der Liga und hatten uns deshalb vorgenommen, ein Spiel zu gewinnen. Das haben wir weit überboten", freute sich der Trainer. Zudem habe man sich vorgenommen, am Saisonende nicht Letzter zu werden. "Jetzt gibt es sogar noch eine Mini-Chance, die Play-offs zu erreichen", ergänzte der 31-Jährige.

Diese Entwicklung zeige, dass sich die Mannschaft von Spiel zu Spiel gefestigt hat. "Die gesamten Abläufe und die Laufwege sind besser geworden. Ein weiterer Pluspunkt ist, dass der Ball jetzt kon- zentrierter geworfen wird", erklärte Möckel. Nicht zuletzt haben neue Spieler für mehr Konstanz im Team gesorgt. "Dazu zählen zwei Kubaner, die sich über Facebook bei uns gemeldet hatten. Die haben Baseball einfach im Blut", so Möckel.

Die Truppe gehört seit Mai 2015 zum Chemnitzer Freizeit- und Wohngebietssportverein. Im Februar dieses Jahres wurden die Cyndicates in den Mitteldeutschen Baseball- und Softballverband aufgenommen. "Wir wollen in Zukunft vor allem versuchen, Nachwuchsspieler zu gewinnen, wenn es am Anfang auch nur wenige sind. Sie können bei Turnieren trotzdem in gemischten Mannschaften spielen", sagte der Coach. Professioneller am Spielfeldrand möchte man bei den Heim- partien werden. "Unser Ziel besteht darin, eine ordentliche Anzeigetafel zu installieren sowie einen Sprecher zu gewinnen, der während eines Spiels die Regeln erklärt", so Möckel.

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