Sportbund ehrt erfolgreiche Talente

Aus 34 Nominierungen hat eine Jury die besten Nachwuchssportler gekürt. Bei einer Veranstaltung wurden sie ausgezeichnet. Eine Überraschung gab es für einen Verein.

Eiskunstlaufen, Schwimmen, Turnen, Bahnradsport, Floorball, Paraschwimmen und Wasserball - Talente aus diesen Sportarten wurden am Samstag vor mehr als 100 Gästen von der Sportjugend Chemnitz als Jugendsportler des Jahres 2017 ausgezeichnet. Mit 34 Nominierungen - für die besten Sportler, Sportlerinnen, Mannschaften und für ehrenamtlich Tätige - waren beim Stadtsportbund mehr Bewerber als ein Jahr zuvor eingegangen, hob Daniel Gehrt vom Stadtsportbund hervor. Eine Jury wählte jeweils drei Vertreter aus jeder Kategorie als Gewinner aus.

Doch nicht nur die Anzahl der Bewerber ist gestiegen. "Auch die Vielfalt der Sportarten, die die besten Nachwuchssportler der Stadt ausüben, ist breiter geworden", sagte Gehrt. Das wird deutlich bei einer weiteren Kategorie, in der am Wochenende Talente geehrt wurden. Acht Jugendliche erhielten für ihre Leistungen bei internationalen Wettkämpfen Auszeichnungen. Die jungen Leute spielen Basketball, betreiben Leichtathletik, Rodeln und Nordische Kombination, sie boxen und heben Gewichte - auf internationaler Ebene.

Eine außergewöhnliche Leistung schaffte dabei beispielsweise Lea-Sophie Klik. Die Weitspringerin vom LAC Erdgas Chemnitz verkörpert in ihrer Altersklasse die absolute Weltspitze. Die Chemnitzerin gewann im vergangenen Jahr die Silbermedaille bei den U-18-Weltmeisterschaften in Kenia mit einer Weite von 6,31 Meter, hob Heiko Schinkitz, Präsident des Stadtsportbundes, hervor.

Ganz zum Schluss gab es noch eine Überraschung für einen Verein. André Zschocke von der Sportjugend Sachsen zeichnete den 1. Chemnitzer Tauchsportverein für seine Jugendarbeit aus. Es sei ein Verein, der sich besonders der Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen unter 27 Jahren widme, so Zschocke. 40 Prozent aller Mitglieder gehörten diesem Altersbereich an. Zudem sei die Anzahl der Vereinsmitglieder stabil. Erst am vorvergangenen Wochenende hatte der Tauchsportverein die Deutsche Kindermeisterschaft im Flossenschwimmen in der Halle im Sportforum ausgerichtet. An den Start waren 87 Kinder von 22 Vereinen aus zehn Bundesländern gegangen. Der Chemnitzer Verein war mit drei jungen Starterinnen dabei.


Ihr Element: das Wasser

Fränzi Heinrich (18) ist eine von drei Nachwuchssportlerinnen des Jahres. Die Schwimmerin vom SC Chemnitz, die in Klasse 5 von Freiberg ans Sportgymnasium wechselte, kann auf das erfolgreichste Jahr ihrer jungen Karriere zurückblicken. 2017 gewann sie bei der Internationalen Deutschen Meisterschaft im Freiwasserschwimmen drei Silbermedaillen. Das war der Ausgangspunkt für weitere Erfolgen. Aufgrund ihrer Leistungen qualifizierte sich die Schwimmerin, die besonders auf den mittleren und langen Freistilstrecken erfolgreich ist, für die Junioren-Europameisterschaft im Freiwasserschwimmen. Im französischen Marseille erreichte sie bei ihrer EM-Premiere Platz 12 über 7,5 Kilometer. "Ein sehr starkes Resultat", sagte Laudator Detlef Müller, Stadtrat und Bundestagsabgeordneter. Kurz darauf schwamm sie beim Europacup in Kopenhagen über 6 Kilometer auf Platz 7. (hfn)Foto: Katja Gorzolla/Archiv


Sein Sportgerät: das Rennrad

Valentin Schumann (19) ist einer von drei Nachwuchssportlern des Jahres. Der Bahnradsportler vom Chemnitzer Polizeisportverein (CPSV) hat es im vergangenen Jahr geschafft, sich sowohl für die Europameisterschaften als auch für die Weltmeisterschaften der Junioren im Bahnradsport zu qualifizieren. Dort belegte Valentin Schumann im 1000-Meter-Zeitfahren jeweils den neunten Rang. Zuvor hatte er den Deutschen Junioren-Meistertitel in dieser Disziplin für den CPSV gewonnen. Damit gelang ihm das gleiche Meisterstück wie vor einigen Jahren seinem Vereinskollegen und mittlerweile zweifachen Weltmeister Joachim Eilers. Auch im Keirin und Sprint belegte er vordere Plätze. Aufgrund seiner Erfolge wurde Valentin Schumann in den U-23-Nationalkader berufen. Der Chemnitzer Nachwuchssportler peilt dieses Jahr die Qualifikation für die U-23-EM an. (hfn)Foto: Toni Söll/Archiv


Ihr Risiko: Sprünge und Würfe

Letizia Roscher und Luis Schuster sind eine von drei Mannschaften des Jahres 2017. Noch nicht einmal ein Jahr laufen die 13- und der 16-Jährige vom Chemnitzer EC zusammen und haben bereits in ihrer ersten Saison die Deutschen Nachwuchsmeisterschaften im Eiskunstlaufen gewonnen - vor heimischem Publikum in der Halle im Küchwald. Zudem siegte das Duo bei allen weiteren Wettkämpfen, bei denen es antrat. "Experten geraten ins Schwärmen, wenn sie das Paar sehen", so Laudatorin und "Freie Presse"-Redakteurin Martina Martin. "Mit der Ehrung haben wir nicht gerechnet", sagte Letizia Roscher. Mit Luis Schuster steht sie vor einer wegweisenden Saison - erstmals starten sie als Junioren. Mit Erfolgstrainerin Monika Scheibe üben sie täglich. Für die neue Saison gilt es unter anderem, einarmige Hebungen und Dreifach-Würfe einzustudieren. (hfn) Foto: Stadtsportbund/Höppner


Sein Einsatz: unbezahlbar

Christian Kulik (21) ist einer von drei ehrenamtlich tätigen Funktionären, die von der Sportjugend ausgezeichnet wurden. Der Übungsleiter der B-Jugend-Fußballer des SSV Textima Chemnitz widmet sich mindestens 20 Stunden wöchentlich seinem Verein. "Wir trainieren zweimal pro Woche, hinzu kommen die Spiele", sagt Christian Kulik. Er kümmert sich aber auch um die Pflege des Rasens, erledigt Reparaturarbeiten, wäscht Trikots und hilft bei Bauvorhaben. Als aktiver Fußballer holte er mit der B-Jugend Meisterschaft sowie Pokal und wurde Torschützenkönig. Eine Auszeichnung wie die der Sportjugend habe er aber noch nie erhalten, sagte er. So etwas habe er nicht vorhergesehen. "Ich nehme die Ehrung natürlich gerne an." Fußballfan ist Christian Kulik selbstverständlich auch. Er drückt seit mehr als zehn Jahren dem FC Liverpool die Daumen. (hfn)Foto: Stadtsportbund Chemnitz

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