Tim Campulka - zwischen Abi-Stress und CFC-Ersatzbank

Das 19 Jahre alte Talent erlebte in Magdeburg seine Feuertaufe in der 3. Fußball-Liga. Wie es mit ihm weitergeht, ist allerdings noch offen.

Ins kalte Wasser geworfen und schwimmen gelernt. So in etwa kann man das umschreiben, was Tim Campulka am Samstagnachmittag in der Partie des Chemnitzer FC beim 1. FC Magdeburg passierte. Nach 65 Minuten Spielzeit erhielt der 19-Jährige von der Bank das Zeichen zum Einwechseln. Keine zwei Minuten später stand er das erste Mal in einem Spiel der dritthöchsten deutschen Spielklasse auf dem Rasen, nachdem er für Julius Reinhardt ins Spiel gekommen war. "Ich war ganz schön aufgeregt. Das erste Mal bei den Profis mit auflaufen und dann gleich vor solch einer Kulisse von mehr als 20.000 Zuschauern, so etwas geht an keinem spurlos vorüber", gestand er nach dem Spiel ehrlicherweise. Ebenso ohne Umschweife bekannte er, dass die knappe halbe Stunde mit dem hohen Laufaufwand gegen die Magdeburger ihn ganz schön geschlaucht habe.

Tim Campulka, der sich nach eigener Aussage im offensiven Mittelfeld am wohlsten fühlt, ist aber einer, der sich davon nicht abschrecken lässt. Dafür hat er bereits zu viel Erfahrung in seiner Karriere als Fußballer gesammelt. Der gebürtige Stollberger weist mit seinen 19 Jahren bereits eine interessante Vita auf. Denn die ersten Schritte auf dem Weg zu einem Fußball-Profi unternahm er beim FC Erzgebirge Aue. Dass er anschließend zum Chemnitzer FC wechselte, sieht er weniger emotional. "Es war einfach die Möglichkeit, auf dem Sportgymnasium in Chemnitz das Abitur abzulegen und mich im Nachwuchsleistungszentrum des CFC fußballerisch weiter zu verbessern", stellt er sachlich fest.

Und verbessert scheint er sich tatsächlich zu haben. In der A-Jugend des Chemnitzer FC gehörte er in der bisherigen Bundesligasaison zu den Leistungsträgern. Nicht ohne Grund wurde das Trainerteam um Chefcoach David Bergner auf das Talent aufmerksam. Gemeinsamen Trainingseinheiten mit den Profis folgte schließlich die Drittliga-Premiere am Sonnabend beim Tabellenführer der 3. Liga. Gemeinsam mit Erik Tallig und Paul-Luis Eckhardt gehörte er zu den drei A-Jugendlichen, die im CFC-Aufgebot standen.

Wie es mit Tim Campulka weitergeht, steht bisher aber noch in den Sternen. Im Verein werden zwar gegenwärtig zahlreiche Gespräche zum Thema Kaderzusammenstellung für die kommende Regionalligasaison geführt, ob aber der Name Campulka eine Rolle spielen wird, ist noch offen. "Ich lasse mich davon nicht verrückt machen", meint der Stollberger. "Ich muss es nehmen, wie es kommt." Zurzeit beschäftigen ihn sowieso noch andere Probleme. Tim steht im Abiturstress. Zwei mündliche Prüfungen in Physik und Geografie stehen noch an, bevor auch diese Hürde gemeistert ist.

Ob er am Samstag gegen Hansa Rostock wieder zum Aufgebot gehören wird, steht deshalb noch nicht fest. Einen kleinen Fingerzeig gab Trainer David Bergner allerdings bereits: "Einige A-Jugendspieler werden wieder im Kader sein", legte sich der Coach fest.

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