Trainerin: "Zickenkrieg reduziert" - und Gold geholt

Die jungen Synchroneisläuferinnen aus Chemnitz sind die Nummer eins in Deutschland - und auch schon international gut dabei.

Sie schweben beim Training regelrecht über das Eis, im Gesicht ein Lächeln. Und dazu haben sie auch allen Grund: Während etwa 170 Eiskunstläufer bei den morgen im Küchwald-Stadion beginnenden Deutschen Meisterschaften der Nachwuchs-, Jugend- und Juniorenklasse auf Medaillen hoffen, haben sich die Synchroneisläuferinnen "Skating Graces Novice" vom Chemnitzer Eislauf-Club (CEC) ihren Titeltraum bereits erfüllt. Die zehn- bis 14-jährigen Sportlerinnen waren mit Gold von den nationalen Meisterschaften in Frankfurt/Oder zurückgekehrt. "Nachdem wir uns im vorigen Jahr den Berlinerinnen geschlagen geben mussten, haben wir uns diesmal nach vorn gekämpft und unseren dritten Meistertitel geholt", berichtete Denise Renker, die gemeinsam mit Anna Liebers das Training leitet.

Und das CEC-Team setzte am letzten Wochenende beim Cup of Berlin, einem internationalen Wettkampf, noch einen drauf. Nur zwei überragende finnische Formationen waren zu stark für die Chemnitzerinnen, die sich nach ihrem 3:40 Minuten langen Auftritt zur Musik von "Robin Hood" über Bronze freuen konnten. "Wir haben nicht nur erneut die Berlinerinnen, sondern sogar das schwedische Team schlagen können, was für uns eine Überraschung ist", sagte Denise Renker. Die 33-Jährige fühlt sich an ihre aktive, erfolgreiche Zeit mit dem Team Skating Mystery erinnert, mit dem sie auch an Weltmeisterschaften teilnahm. Jetzt freut sich Renker über den Ehrgeiz ihrer Schützlinge. Während man 2017 den Verlust von fünf Stammläuferinnen verschmerzen musste, blieb das CEC-Team diesmal bis auf einen Wechsel zusammen. Hinzu kamen drei gute Läuferinnen aus der Mannschaft der Neulinge. "Unser Rezept ist wirklich der Teamgeist und dieser unbedingte Wille. Wir haben auch den Zickenkrieg auf ein Minimum reduzieren können", bemerkte Anna Liebers, die selbst als Läuferin bei den Skating Graces in der Meisterklasse auf Medaillenjagd geht.

Kleinste Läuferin im Nachwuchsteam ist Clara Walther, die mit ihren 1,38 Meter aber keineswegs untergeht. "Am Anfang war es schon eine Umstellung, mit den größeren Mädels mitzukommen. Aber man gewöhnt sich schnell daran", sagt die Zwölfjährige. Das zierliche Mädchen startete bereits als Vierjährige mit dem Eiskunstlaufen beim CEC, fand dann früh Gefallen am Formationslauf. "Ich bin eher im Team unterwegs als ganz allein auf dem Eis", betont Clara Walther.

Drei Jahre älter und mehr als einen Kopf größer ist Patrice Lehnert. Synchronlauf sei ihre Welt, so die Neuntklässlerin. "Mit fünf Jahren habe ich das erste Mal auf dem Eis gestanden, und seit sechs Jahren bin ich im Synchronteam. Ich möchte dennoch die Eiskunstlauf-Ausbildung nicht missen, denn man fühlt sich dadurch sehr sicher und vertraut auf dem Eis", weiß die 15-Jährige. Der jüngste Triumph bei den Deutschen Meisterschaften ist bereits ihr dritter Titelgewinn mit dem CEC. "Wir haben einfach ununterbrochen trainiert, oft sind wir an vier Tagen in der Woche auf dem Eis oder üben im Athletikbereich", berichtete Patrice Lehnert.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
 Artikel versenden
Die mit * gekennzeichneten Felder sind Pflichtfelder.
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...