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Kevin Kunz wird nach einem Zusammenprall mit einem Gegenspieler von CFC-Betreuern behandelt, kann aber nicht weiterspielen. Er fällt auch für die heutige Partie beim VfL Osnabrück aus.

Foto: Haertel

Verletzter Kunz: So geht es für ihn weiter

Der Stammtorwart des Chemnitzer FC muss wegen einer lädierten Schulter aussetzen. Nun steht auch fest, wie schlimm es wirklich ist.

Von Knut Berger
erschienen am 09.02.2018

Als gestern Vormittag Cheftrainer David Bergner seine Kicker vor dem Punktspiel beim VfL Osnabrück (heute, 19 Uhr) zum Abschlusstraining bat, meldete sich Kevin Kunz in der Geschäftsstelle des Chemnitzer FC. Der etatmäßige Torwart des Drittligisten hatte sich im Punktspiel gegen den FC Carl-Zeiss Jena nach wenigen Minuten beim Kampf um den Ball eine Schultereckgelenksprengung zugezogen. "Ich habe auf dem Rasen etwas Zeit benötigt, um zu begreifen, was passiert ist. Doch dann merkte ich, dass die Schmerzen immer stärker wurden und der Arm kaum mehr zu bewegen war", berichtet der Profi.

Nach einem Aufenthalt im Klinikum Chemnitz sowie einer Untersuchung bei einem Spezialisten in Düsseldorf steht fest, dass die Verletzung zwar schlimm, aber nicht extrem ausgeprägt ist. "Ich werde nicht operiert, es sind auch nicht alle Bänder gerissen. Aber um es klar zu sagen: Ob ich in dieser Saison noch einmal auflaufen kann, ist offen", so der 26-Jährige.

Zunächst müsse die Schulter zwei Wochen völlig ruhig gestellt bleiben, danach beginnen Krankengymnastik und die Reha. "Das wird dann von unserer medizinischen Abteilung hier in Chemnitz erledigt", sagte Kunz, der wenigstens wieder lächeln konnte. Wenn alles nach Plan läuft, sei nach zwei Monaten eine Rückkehr ins Training denkbar.

Dass er verletzt vom Platz geführt und das Spiel nicht fortsetzten kann, sei ihm bisher noch nie passiert. Einmal habe er sich einen Finger gebrochen, aber dennoch weitergespielt, erinnert sich der Schlussmann. Das letzte Mal passen musste er Anfang März 2016 - wegen einer Roten Karte. "Seitdem habe ich jedes Punktspiel für den CFC absolviert", berichtet der Keeper. Jetzt wochenlang den Teamkollegen zusehen zu müssen und statt auf dem Fußballfeld zu stehen öfter auf dem Sofa zu sitzen, dürfte für ihn eine große Herausforderung werden. "Aber so eine Erfahrung muss wohl jeder Profi mal in seiner Karriere machen. Bisher ging alles gut, jetzt bin ich also damit dran", sagt der Schwabe, der seit Juli 2015 ein Himmelblauer ist. Sein Vertrag endet im Juni.

In Osnabrück steht wieder Kevin Tittel zwischen den Pfosten, der am vergangenen Samstag beim Heimsieg gegen Jena stark gehalten hatte. "Jetzt liegt es an ihm, dass er auch in den kommenden Spielen seine Leistung bringt. Er ist im Training auf jeden Fall sehr fokussiert", sagt Trainer Bergner in dieser Woche. Dass der Kunz-Vertreter in Osnabrück einen ruhigen Abend verbringen wird, ist jedoch eher nicht anzunehmen. Schließlich steht beim Aufeinandertreffen des CFC (18. Platz) und des VfL (17.) zu viel auf dem Spiel.

Eventuell wird Kunz im Stadion an der Bremer Brücke auftauchen und dem Team und Tittel moralischen Beistand leisten. "Vielleicht steige ich mit Maurice Trapp und Marc Endres, die beide auch nicht einsatzbereit sind, spontan ins Auto und düse nach Osnabrück. Aber einer von beiden müsste dann den Chauffeur machen", so Kunz.

 
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