Volleyball: Frauenteam des CPSV löst sich auf

Chemnitzer Verein bekommt nicht genügend Spielerinnen zusammen

Ein jahrzehntelanges Aushängeschild der Chemnitzer Sportszene wird abgehängt: Die Volleyball-Frauenmannschaft des Chemnitzer Polizeisportvereins (CPSV) löst sich auf. Das teilte der bisherige Trainer und Sektionsleiter Damen-Volleyball des CPSV, Frieder Heinig, am Montag auf Anfrage mit. "Es ist uns nicht gelungen, ausreichend Spielerinnen zu gewinnen. Damit geht eine große Tradition zu Ende", sagte Heinig. Gleichzeitig gab er bekannt, dass das Spielrecht in den kommenden Tagen an den SSV Fortschritt Lichtenstein übertragen wird.

Das Chemnitzer Volleyball-Drama hatte Mitte April seinen Lauf genommen. Zu jenem Zeitpunkt gab der Verein bekannt, dass er trotz des sportlich erreichten Klassen- erhalts keine Lizenz für die Dritte Liga beantragen wird. Auch ein Start in der Regionalliga, also der vierthöchsten Spielklasse, sei fraglich. "Dies hängt von der Leistungseinschätzung der dafür infrage kommenden Spielerinnen durch die Sektionsleitung sowie den finanziellen Voraussetzungen ab", hieß es damals in einer Pressemitteilung. Als Hauptgrund für den Rückzug wurde die wirtschaftliche und organisatorische Absicherung des Spielbetriebs in der Dritten Liga genannt, die auf Dauer nicht mehr zu gewährleisten sei.

Bis zum 30. Juni hatte der CPSV Zeit, wenigstens für die Regionalliga zu melden. Dies sei auch geschehen, so Heinig. Als der Termin heranrückte, habe man beim Verband um ein paar Tage Aufschub gebeten, um die Übertragung des Spielrechts an Lichtenstein noch zu ermöglichen. Endgültig ausgelöscht ist die Sportart beim ehemaligen Erst- und Zweitligisten allerdings nicht: Laut Heinig existiert in Zukunft noch eine Sektion Volleyball mit Senioren, Junioren und einem Team in der Bezirksklasse. Ob es jemals wieder eine städtische Frauenmannschaft in einer der drei höchsten Spielklassen geben wird, lässt sich nicht abschätzen.

So groß der Frust in den zuletzt völlig zerstrittenen Reihen des CPSV ist, so groß ist in Lichtenstein die Freude über das aus Chemnitz erworbene Spielrecht. Schließlich war das Fortschritt-Team gerade aus der Regional- in die Landesliga abgestiegen, kann aufgrund der neuen Entwicklung nun aber weiter in Liga vier um Punkte kämpfen.

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