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Müssen in der Dritten Liga noch konzentrierter und reaktionsschneller sein: die Handball-Torhüterinnen Stephanie Wähner (oben) und Sabrina Königvom HV Chemnitz.

Foto: Andreas Seidel

Zwei Handballerinnen und ihre neuen Herausforderungen

Als Aufsteiger hat der HV Chemnitz in Liga drei einen schweren Stand. Das gilt vor allem für die Torhüterinnen - aus mehreren Gründen.

Von Bernd Wild
erschienen am 14.11.2017

16 Schüsse hat Stephanie Wähner, Torhüterin der Drittliga-Handballerinnen vom HV Chemnitz, im vergangenen Heimspiel gegen Eddersheim gehalten. Dennoch konnte sie mit ihrer guten Leistung die 18:24-Niederlage nicht verhindern. Mit Sabrina König hat der HVC eine weitere starke Torhüterin. Für beide ist es die erste Saison in der dritthöchsten Spielklasse, in der ein deutlich rauerer Wind weht.

Unter zwölf Teams stehen die Chemnitzerinnen derzeit nur auf Rang neun. In der Vorsaison waren sie noch erfolgsverwöhnt - ohne Niederlage holten sich sie Schützlinge von Trainer Thomas Sandner die Meisterschaft in der Mitteldeutschen Oberliga und stiegen auf. "Die Dritte Liga ist schon ein anderes Kaliber. Dort wird aggressiver gespielt. Zudem werden einfache Fehler sofort bestraft", erklärt Stephanie Wähner. Sabrina König ergänzt: "Das körperbetonte Spiel ist viel ausgeprägter."

Auf das höhere Niveau mussten sich auch die beiden Torfrauen einstellen. "Die Würfe kommen jetzt schneller aufs Tor. Darüber hinaus sind die Spielerinnen wurfvariabler und die Schüsse für die Torhüterin deshalb schwerer ausrechenbar", begründet Wähner. Die 23-jährige operationstechnische Assistentin spielt seit 2014 in Chemnitz. Teamgefährtin König sieht noch einen anderen Unterschied zur Mitteldeutschen Oberliga: "Aus dem Rückraum sind die Torschüsse platzierter. Zudem landen sie meist in der oberen Ecke." Überhaupt sind die Schüsse laut König straffer als eine Klasse tiefer. Das wisse auch der Coach. Darum wird jetzt auch im Training darauf geachtet. "Unser Torwarttrainer versucht, die Schüsse entsprechend schneller und härter zu setzen", betont Wähner.

Letzteres treffe auch auf die Siebenmeter zu. "Leider wurden bisher sehr viele Strafwürfe gegen uns gepfiffen. Auch daran müssen wir noch arbeiten. Andersherum bekommen wir selbst wenige Siebenmeter", sagt Sabrina König. Und die 25-Jährige, die vor kurzem ihr Grundschullehramts-Studium abgeschlossen hat, kennt auch den Grund: "Wir kommen oftmals nicht an den Kreis heran, werden deshalb vorher gefoult - dann gibt es eben nur Freiwurf." Beide Torhüterinnen erinnern sich in punkto Siebenmeter noch an die Heimpartie gegen das Team aus Gedern (Hessen), als die Gäste sage und schreibe 13 Strafwürfe zugesprochen bekamen. Fast alle wurden verwandelt. "Das war der Horror. Da macht man sich als Torhüterin schon Gedanken, was man selbst oder die Mannschaft verbessern kann, beispielsweise müssen wir cleverer foulen", sagt Wähner. Reserven gebe es in dem Zusammenhang auch in der Abstimmung zwischen Abwehr und der Torhüterin.

Auch an sich selbst wollen beide HVC-Torhüterinnen weiter arbeiten. Es gebe immer etwas zu verbessern. "Ich schlucke nach wie vor zu viele Treffer von außen", sieht König ein Manko. Dagegen hat ihre Mannschaftskollegin ein anderes Problem: "Da ich nicht die Größte bin, habe ich oft Schwierigkeiten, die hohen Bälle zu halten. Da muss ich künftig mehr Sprungkraft hineinlegen", sagt Wähner. Und noch etwas erwähnt die 23-Jährige: "Ich denke manchmal während des Spiels zuviel nach. Das ist nicht immer gut."

 
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