Älteste feiern mit den "Säcken"

Die Fußball-Pioniere des oberen Erzgebirges feiern. Seit 110 Jahren wird dieser Sport in Thum ausgeübt, selbst der 1. FC Nürnberg war einst zu Gast.

Thum.

1908 hießen die Vorgänger "Vigilant" und "Sportlust", vereinigten sich 1913 zur "Thumer Ballspielvereinigung 08", gewannen 1920 die erste Gaumeisterschaft und haben diesen Hinweis, der "älteste Fußballpionier des oberen Erzgebirges" zu sein. Mittlerweile wird im TBV 08, dessen Name inzwischen Turn- und Ballspielverein bedeutet, aber nicht mehr gespielt, dafür kümmern sich die Nachfolger um die Aufarbeitung der Geschichte. Sie haben extra den TBV Thum Allstars als Verein dafür gegründet und richten am Sonnabend ein Fest in der Halle an der Wiesenstraße aus, auf das sich die Altmeister freuen. Allstar-Chefin Antje Hofmann: "Für das leibliche Wohl wird bestens gesorgt. Es gibt zum Generationentreffen eine Diashow, ab 14 Uhr ein Freundschaftsspiel zwischen unseren Oldies und denen vom Laufamholz, für die Unterhaltung sorgen die ,Alten Säcke'."

Zahlreiche Geschichten dürften erzählt werden. Die von früher eben, die von den acht Meistertiteln im Gebiet Zschopau, von den vier Pokalsiegen in den Kreisen Zschopau und Annaberg, von den Thumer Zeiten unter den Namen Fortuna, Wismut, Einheit, Lok, ESV und TBV. Die vom Stadionbau, vielleicht auch die von den teils wieder verschwundenen oder umgezogenen Sektionen wie Leichtathletik, Handball, Volleyball und Herzsport. In jedem Fall hat sich der 2011 gegründete TBV Allstars auf die Fahne geschrieben, die Historie aufzuarbeiten. Am liebsten würden sie dies im alten Vereinsheim tun, doch dort bestehen Differenzen mit dem ESV Eintracht als Pächter und der Stadt als Eigentümer. "Schade, es verfällt. Wir würden dies gern ändern", sagt Antje Hofmann. Vielleicht wird dies zum Samstagabend. Wenn nicht, lässt sich auch trefflich über Erreichtes plaudern. Die Phasen in der Bezirksklasse Mitte der 1960er- und 1970er- Jahre etwa. Oder über die 24-Stunden- und Mitternachtsturniere, die es seit 28 Jahren gibt. Frieder Neuber, langjähriger Vereinschef und Vater des Spektakels, wird einiges wissen über die "Nächte der langen Messer". Und nicht nur er.

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