Bürgermeister staunt über "schlummerndes" Biathlon-Talent

Hanna-Michéle Hermann aus Grüna, einem Ortsteil von Lößnitz, hat mit ihrer Teilnahme an der WM des Nachwuchses für Aufsehen gesorgt. Die junge Frau startet für den PSV Schwarzenberg.

Lößnitz.

Der Bürgermeister von Lößnitz, Alexander Troll, ist ehrlich: "Ich wusste nicht, welch Talent hier schlummert." Als er aber davon erfahren hatte, rollte er mit Peter Neumann, dem Vorsitzenden des PSV Schwarzenberg, für Hanna-Michéle Hermann sozusagen den roten Teppich aus. Denn Troll weiß sehr wohl, dass es etwas ganz Besonderes ist, dass die 18-jährige PSV-Biathletin aus dem Lößnitzer Ortsteil Grüna für Deutschland bei der Jugend- und Juniorenweltmeisterschaft in Estland starten durfte.

"Auch die Unterstützung durch die Familie ist nicht alltäglich", sagt Troll, der als Erzgebirger ein Wintersportfan ist und im Fernsehen gern Biathlonwettkämpfe verfolgt. Dass sie zur Nachwuchs-WM durfte, kam sogar für die Lößnitzerin selbst ein bisschen überraschend, denn sie gehörte im Teilnehmerfeld zu den Jüngsten. Allerdings hatte sie sich über gute Resultate in den Serien um den Nordcup, den Junior-IBU-Cup sowie in Qualifikationsläufen empfohlen. "Ich habe mich ganz gut geschlagen, war Dritte in meiner Altersklasse." Im Gesamtklassement wurde sie Sechste. Bei der WM kam sie schließlich in der Jugend sowohl im Einzel als auch in der Verfolgung auf den 12. Platz.

Hanna-Michéle Hermann fing 2007 mit Biathlon an. "Sport trieb ich schon immer, habe Verschiedenes ausprobiert - Turnen, Reiten, Mountainbiken", berichtet die junge Frau, die bereits mit zwei Jahren auf Skiern stand. Ihr Interesse am Biathlon wurde in Antholz geweckt. "Da waren wir zur Weltmeisterschaft, und ich habe gesagt: Das will ich machen." Also setzte sich ihr Vater an den Computer und suchte einen Verein. Fündig wurde er beim PSV Schwarzenberg. Alles, was er darüber hörte und las, gefiel ihm. "Die Trainer waren sehr sympathisch", sagt René Hermann. Zu den ersten Übungsleitern der Grünaerin gehörten Marei Kreyßel, Thomas Aurich und Thorsten Gerisch. Auch an ihre erste Trainingseinheit kann sich Hanna-Michéle bis heute erinnern: "Wir waren zum Langlauftraining in Oberwiesenthal."

Dass sie einmal an den Olympiastützpunkt am Fichtelberg gehen würde, ahnte sie 2007 freilich noch nicht. Das geschah 2012. "Mit der siebenten Klasse bin ich nach Oberwiesenthal, und da werde ich auch das Abitur machen." Ihrem Heimatverein hält sie aber die Treue, startet weiter für den PSV Schwarzenberg, auch wenn der Kontakt momentan eher gering ist. "Ohne starke Vereine wie den PSV ist so etwas für die Eltern kaum zu stemmen", sagt Papa René und ergänzt: "Die Skier werden unter den Sportlern ausgetauscht, Waffen und Munition gestellt."

Zur Trainingsgruppe von Hanna-Michéle Hermann in Oberwiesenthal gehören rund zehn Sportler im Alter von zehn bis 18 Jahren. Ihre berufliche Zukunft sieht die Grüna-erin in einer Beamtenlaufbahn beim Zoll. Zwischen Schule und Trainingseinheiten bleibt wenig Zeit für andere Hobbys. "Ich habe angefangen zu stricken, fahre gern mal Einrad und lerne derzeit das Motorradfahren." Sportlich denke sie von Jahr zu Jahr. Denn sie weiß bereits genau, dass verschiedene Faktoren passen müssen, um voranzukommen. "Vor allem Leistung und Gesundheit sind wichtig. Es darf keine schwerwiegenden Verletzungen geben", sagt die Nachwuchsbiathletin.

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