Drittliga-Rückzug läutet Neuanfang ein

Obwohl die Marienberger Handballerinnen genug Punkte auf dem Konto hatten, treten sie in der neuen Saison eine Etage tiefer in der Mitteldeutschen Oberliga an. Statt zu lamentieren, konzentriert sich das im Umbruch befindliche Team schon auf die Vorbereitung.

Marienberg.

Nach einer durchwachsenen Saison mit Höhen und Tiefen ist die Freude groß gewesen, als die Handballerinnen des HSV 1956 Marienberg sich aller Abstiegssorgen entledigten und auf Platz 5 der Dritten Liga Ost einkamen. Doch der Jubel wich schon bald der Ernüchterung, denn aufgrund der dünnen Personaldecke wurde die Meldung für das neue Drittliga-Spieljahr zurückgezogen. "Unser Kader war schon während der Saison arg geschrumpft und hat sich dann weiter reduziert", erklärte HSV-Präsident Karlgeorg Frank Ende April. In Schockstarre verfiel der Verein aber keineswegs - ganz im Gegenteil: Statt in Ruhe die Sommerpause zu genießen, wird schon wieder fleißig geschwitzt.

Bereits am 18. Mai begann die erste Phase der Vorbereitung auf die neue Saison. Noch bis Mitte Juni wird mehrmals pro Woche die Athletik geschult, doch auch den Ball bekommen die Spielerinnen mit-unter zu sehen. Nach einer Regenerationsphase folgt am 18. Juli der "scharfe Start" der Vorbereitung. Dann hofft Sportwart Thomas Liebscher, den Großteil des neu formierten Kaders beisammen zu haben. Nach insgesamt acht Abgängen aus dem ursprünglichen Kader des Vorjahres beschränkt sich das Team derzeit auf die restlichen Akteurinnen der ersten Mannschaft sowie Perspektivspielerinnen aus der Zweiten und der Jugend. "Ich bin mir sicher, dass wir Talente haben, die in nächster Zeit den Sprung in die erste Mannschaft schaffen werden. Einige trainieren schon mit", gibt sich Liebscher optimistisch. Es werden aber wohl auch junge Alternativen aus anderen Vereinen dazukommen: "Zum neuen schlagkräftigen Viertliga-Kader sollen bis auf eine oder zwei ältere vor allem junge Spielerinnen im Alter von 17 bis 23 Jahren mit Perspektive gehören."

Beim Blick auf das kommende Spieljahr ist Liebscher der Ehrgeiz deutlich anzumerken. "Unser Ziel wird es nicht sein, nur um den Klassenerhalt zu kämpfen, sondern wir wollen mit einem spielstarken Team den Blick auf die vordere Tabelle richten und um die Medaillenplätze mitspielen", sagt der Sportwart. Ein Grund für seine Zuversicht ist die gute Arbeit von Daniela Filip. Als die ehemalige rumänische Nationalspielerin zu Jahresbeginn das Traineramt übernahm, kehrte wieder Sicherheit ein - und der Erfolg. So schaffte es der HSV aus dem Abstiegsstrudel noch auf Rang 5. "Nach der unruhigen Hinrunde habe ich ein zahlenmäßig kleines Team übernommen, in dem aber viel Potenzial vorhanden war. Es galt, das Gute mitzunehmen und an den vorhandenen Baustellen zu arbeiten", berichtet die 46-Jährige. Nach dem gescheiterten Versuch mit dem Dänen Bjarne Jakobsen und zwei Interimslösungen soll sie wieder für Kontinuität auf der Marienberger Trainerbank sorgen. Trotz des freiwilligen Abstiegs bleibt Daniela Filip dem Verein treu und intensiviert ihre Bemühungen. Für den Nachwuchs bastelt sie an einem Konzept, das sogar über die Vereinsgrenzen hinausgeht. So leitet sie am 17. Juni das erste Training der weiblichen D-Jugend-Kreisauswahl. (mit kgf)


Blomberg-Lippe II erweist sich als Angstgegner

Kader 2015/16: Denise Reichel (20 Spiele/ 0 Tore), Jessica Flemming (20/0); Marcela Splechtova (20/82), Lucie Hribova (20/77), Eva Kracmanova (20/61), Elena-Bianca Grigore (20/50),Stephanie Gaitzsch (20/18), Evelina Kalasauskaite (17/94), Anne-Katrin Weingardt (16/19), Krystyna Konarzewska (10/ 12), Karin Schererova (9/33), Vivian Dresel (8/10), Dora Schneck (5/5), Dominika Kolomaznikova (3/9), Sylke Sowa (1/0).

Trainer: Bjarne Jakobsen (Juli-Oktober 2015), Thomas Liebscher (Oktober/November 2015), Petr Hazl (November/Dezember 2015), Daniela Filip (seit 1. Januar 2016 ).

Statistik: 5. Platz in der Dritten Liga Ost, 20:20 Punkte (neun Siege, zwei Remis, neun Niederlagen), 469:453 Tore, höchster Heimsieg: 40:15 gegen Union Halle, höchster Auswärtssieg: 35:23 in Osterode, höchste Heimniederlage: 22:33 gegen Blomberg-Lippe II, höchste Auswärtsniederlage: 15:32 gegen Blomberg-Lippe II.

Abgänge: Dominika Kolomaznikova (Babypause), Krystyna Konarzewska (Markranstädt), Karin Schererova (Most/alle während Saison), Anne-Katrin Weingardt (Verletzung), Nikolett Pavel (Babypause), Eva Kracmanova, Lucie Hribova, Denise Reichel (Laufbahn beendet).

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