Dunkle Wolken gehen mit großem Medaillenregen einher

Trotz einiger Gewitter sind die ersten Wettbewerbe der Erzgebirgsspiele fast reibungslos über die Bühne gegangen. Am größten war die Konkurrenz im Thumer Stadion.

Thum.

Kurz vor Schuljahresende sind alle Schüler gespannt, was für Noten auf ihren Zeugnissen stehen werden. Genauso fiebern aber auch viele einer letzten großen sportlichen Herausforderung entgegen, denn in dieser Zeit stehen immer die Erzgebirgsspiele in den Sommersportarten auf dem Programm. Die "Olympischen Spiele auf Kreisebene", für die in Mittelsachsen sogar stets eine Flamme entzündet wird, sind im Erzgebirge etwa zur Hälfte vorüber. In den bisherigen Wettbewerben ließen sich die Teilnehmer auch von einigen Wetterkapriolen nicht beeinträchtigen.

Leichtathletik: Mit mehr als 250 Teilnehmern herrschte im Thumer Stadion die größte Konkurrenz. "Erfreulich war die Beteiligung der Eliteschule des Wintersports aus Oberwiesenthal. Ihre Vertreter haben in vielen Disziplinen zu einem hohen Niveau beigetragen", berichtet Trainer Rolf Kohlmann vom gastgebenden LV 90 Erzgebirge. Seine Schützlinge sowie die Vereine aus Gornsdorf und Großolbersdorf konnten im Laufe des Wettkampfes die meisten Medaillen auf ihr Konto bringen. "Vor allem im Wurf- und Sprintbereich gab es starke Ergebnisse", so Kohlmann. Die beste Leistung war allerdings im Dreisprung zu verzeichnen, wo sich W-15-Siegerin Nela Herzog (LV 90) mit ihren 11,64 Metern als Mitfavoritin für die Deutsche Meisterschaft ins Spiel brachte. Auch die zumeist vorüberziehenden dunklen Wolken am Himmel und das Donnern im Hintergrund brachten sie nicht aus dem Konzept. Nur einmal musste der Wettkampf unterbrochen werden.

Tischtennis: Von der Witterung unabhängig waren die vielen Tischtennis-Talente, die in Annaberg ihr Können zeigten. Nach zwei Tagen mit unzähligen Partien stand der TSV 1864 Schlettau als Sieger in der Vereinswertung fest. Dahinter folgten der TSV Elektronik Gornsdorf (2.) und die SG Sorgau (3.). Zur guten Sorgauer Bilanz konnten vor allem Emily Kaden (1.) und Debora Neuber (3.) beitragen, die nicht nur im Einzel ganz vorn dabei waren, sondern auch den Doppel-Wettbewerb gewannen. Aus dem mittleren Erzgebirge schafften es außerdem Luisa Schneider (U 13) aus Sorgau und Julian Owczarek (TTV Blau-Gelb Marienberg) aufs oberste Treppchen.

Kanuslalom: Wie bei Olympia rücken auch bei den Erzgebirgsspielen kurzzeitig auch Wettbewerbe ins Rampenlicht, die sonst nur als Randsportart gelten. Auf die Basketballer traf dies nicht zu, da sich für ihre in Eibenstock geplante Endrunde nicht genügend Teilnehmer meldeten. Dafür konnten die Kanuten des KSV "Falke" Zschopau endlich einmal in heimischen Gefilden auf sich aufmerksam machen. "Da wir der einzige Kanuverein im Erzgebirge sind, richten wir stets einen offenen Wettkampf aus", erklärt Trainer Mike Dost, der zugleich Vereinsvorsitzender ist. Und Gäste wie die der traditionsreichen Vereine aus Leipzig, Meißen oder Frankenberg kommen gern. "Weil es bei unserem Bootshausfest immer Wildschwein am Spieß und Live-Musik gibt", sagt Dost schmunzelnd. Seine Schützlinge hatten allerdings keine Geschenke zu verteilen. So ließ Tim Hallbauer in der am stärksten besetzten Altersklasse (Schüler B) alle sieben anderen Starter hinter sich. Auch Till Werner (Jugend) gewann Gold. "Die Einzelläufe haben wir gerade so durchgebracht. Für die Mannschaften war dann nur noch ein Lauf möglich", sagt Dost in Anspielung auf den heftigen Regen.

Ausblick: Auf schönes Wetter hoffen die Veranstalter, die in den kommenden Tagen die restlichen Wettbewerbe der diesjährigen Erzgebirgsspiele austragen. Weiter geht es schon morgen mit dem Orientierungslauf in und am Gelenauer Freibad, für den sich weit mehr als 200 Schüler angemeldet haben. Große Teilnehmerfelder sind dann auch am Wochenende zu erwarten, wenn in der Lengefelder Turnhalle die Sieger an den Schachbrettern sowie im Marienberger Freizeitbad "Aqua Marien" die Sieger im Schwimmen ermittelt werden. Fast 500 Aktive aus nahezu allen Schulen des Erzgebirgskreises werden ins Becken steigen. Spannung versprechen aufgrund der großen Felder zudem die Wettbewerbe im Badminton (Stollberg) und Turnen (Annaberg).

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