Werbung/Ads
Menü
Die 17-jährige Hanna-Michele Hermann aus Affalter gilt als hoffnungsvolles Talent im Biathlon. Sie gehört dem PSV Schwarzenberg an.

Foto: Thomas Fritzsch

Erzgebirger hoffen auf die Einsicht der Entscheidungsträger

Die Biathlon-Fans blicken nach Ruhpolding. Doch abseits der Weltcup-Serie wird ebenfalls um beste Ergebnisse gerungen.

Von Thomas Schmidt
erschienen am 13.01.2018

Oberwiesenthal. 17 Jugendliche und Schüler trainieren derzeit am Bundesstützpunkt Oberwiesenthal in der Sportart Biathlon. Acht davon kommen vom PSV Schwarzenberg. Die Stützpunkttrainer Heiko Helbig und Swen Auerswald wollen die in den Vereinen vermittelten Grundlagen dieser Sportart mit den Talenten verfeinern. Generell jedoch sollen die Besten später den Standort wechseln. Die Debatte über das Regionalkonzept sorgt für viele Diskussionen.

Diese halten an, da sich einige Athleten sogar eine andere Sportart suchen. Nach Tom Heinrich sind kürzlich mit Alina Wildenhain aus Breitenbrunn und der Lausitzerin Julia Stephan zwei weitere Biathlon-Talente auf Skilanglauf umgestiegen. Ein Grund dafür ist, dass die Besten bereits kurz nach der Einschulung in Oberwiesenthal nach Altenberg umsiedeln sollen. Dies lässt sich den Eltern nur schwer vermitteln. Sachsens Skiverband will es aber durchsetzen. "Es ist sogar im Gespräch, dass wir in Oberwiesenthal nicht mehr mit Kleinkaliber-, sondern nur noch mit Luftgewehren trainieren dürfen", erklärt Jens Pfüller. Er ist Koordinator der westerzgebirgischen Vereine und findet diese Aussicht sehr problematisch.

"Sollte dies so umgesetzt werden, dürfte es schwierig werden, die Kinder und die Eltern überhaupt noch für Oberwiesenthal zu begeistern", sagt er. "Wir werden aber noch einmal das Gespräch mit allen Entscheidungsträgern suchen", blickt Pfüller voraus und hofft, dass die Vereine in Schwarzenberg, in Sehma, in Oberwiesenthal, in Elterlein und in Zwenkau weiterhin ihre Talentiertesten an die Eliteschule des Wintersports schicken.

Die Skijäger vom Fichtelberg haben bereits nachgewiesen, dass sie wettbewerbsfähige Mädchen und Jungen entwickeln können. Aktuellstes Beispiel ist Hanna-Michele Hermann. Die 17-Jährige hat die Chance, als jüngste Deutsche für die Juniorenweltmeisterschaft nominiert zu werden. "Noch ist nichts entschieden, vier Qualifikationsrennen stehen noch aus. Aber natürlich wäre ich gern in Estland dabei", sagt die schnelle junge Dame aus Affalter-Grüna. "Um Ende Februar in Otepää starten zu dürfen, muss ich mich im Schießen verbessern."

In das internationale Geschehen durfte sie bereits hineinschnuppern - so in IBU-Wettbewerben in Ridnaun und Obertilliach sowie in Juniorenrennen in der Schalke-Arena. Hanna-Michele befindet sich in der Schuldehnung, so dass sie erst in der 13. Klasse ihr Abitur ablegen wird. Als Zwölftklässlerin muss sie zudem nicht mehr befürchten, noch einmal die Schule wechseln zu müssen.

Das trifft auch auf Jennifer Münzner aus Johanngeorgenstadt, Julia Aurich aus Schönheide sowie Lukas Martins aus Zwenkau zu, die ebenfalls in Klasse 12 sind. Was mit den jüngeren Kadern wird, muss noch geklärt werden. Denn mit den PSV-Skijägern Julia Wölkerling aus Schwarzenberg und Nadin Dittrich aus Raschau sowie Jill Seidenglanz, und Jonas Glöckner vom WSC Oberwiesenthal stehen weitere Talente des Stützpunkts am Fichtelberg im Vergleich zu ihren Altersgefährten weit vorn. Auf sie könnte also eine Wechselentscheidung zukommen.

"Vor allem die Unterstützung seitens der Schule und die gemein- samen Trainingseinheiten mit den Langläufern bringen uns voran", betont Heiko Helbig. Nicht umsonst sind Hanna-Michele Hermann und Julia Wölkerling läuferisch die Besten in ihren Altersklassen. Und dies bilde letztlich die Basis, um auch im Biathlon erfolgreich sein zu können. Deshalb vertrauen die Oberwiesenthaler darauf, dass auf die Befindlichkeiten der Sportler Rücksicht genommen wird. Sollte dies nicht so sein, sei zu befürchten, dass einige Talente Sachsen verlassen. Dies könne nicht im Sinne des Erfinders sein.

An diesem Wochenende sind die Nachwuchsbiathleten in Hochfilzen im Einsatz. In Tirol machen die Deutschlandpokal- und die Alpencupserie Station. (mit kjr)

 
© Copyright Chemnitzer Verlag und Druck GmbH & Co. KG
 
0

Lesen Sie auch

Kommentare
0
Kommentieren (für Digital- und Printabonnenten)
Bildergalerien
  • 19.01.2018
David Rötzschke
Abgehobene Dächer, belockierte Straßen: Aufräumen nach "Friederike"

In Sachsen hat Orkantief "Friederike" zahlreiche Schäden hinterlassen. Bäume kippten um, Dächer wurden abgedeckt und zahlreiche Haushalte saßen im Dunkeln. ... Galerie anschauen

 
  • 18.01.2018
Haertelpress
So wütete Friederike in der Region

Sturmtief Friederike ist am Donnerstag über Südwestsachsen hinweggezogen. Unsere Bildstrecke zeigt Impressionen. ... Galerie anschauen

 
  • 11.01.2018
Andrea Warnecke
CES-Neuheiten: Sprechende Spiegel und VR für die Füße

Las Vegas (dpa/tmn) - Spiegel können sprechen, VR-Brillen lernen laufen und werden kabellos, und Autos wollen künftig sogar Gedanken lesen - auf der in Las Vegas (noch bis 12. Januar) ist zu sehen, was die Technik von heute alles kann. zum Artikel ... Galerie anschauen

 
  • 11.01.2018
Deutsches Jugendherbergswerk
Wie Jugendherbergen Gäste locken wollen

Detmold (dpa/tmn) - In einer Gewitternacht im Jahr 1909 hatte Richard Schirrmann eine Idee: Auf mehrtägigen Wanderungen sollten Schüler sichere und günstige Unterkünfte zum Übernachten finden können. zum Artikel ... Galerie anschauen


 
 
 
 
 
 
 
 
am meisten ...
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
|||||
mmmmm