Haudegen aus Bockau sichert sich WM-Silber

Wolfgang Stemmler hat seiner langen Karriere als Ringer einen weiteren Erfolg hinzugefügt. Der 64-Jährige aus den Reihen des FC Erzgebirge Aue ist ein Vorbild für viele junge Athleten.

Bockau.

Wolfgang Stemmler vom FC Erzgebirge Aue ist schon ein bisschen stolz auf sich - und das vollkommen zu Recht: Denn der 64-Jährige aus Bockau hat bei der Veteranen-Weltmeisterschaft vor wenigen Tagen eine Silbermedaille errungen.

Ausgetragen wurden die Welt- titelkämpfe in Griechenland, und zwar in der Olympiahalle in Athen. Inzwischen ist Stemmler zurück in der Heimat und hat viel zu erzählen. In der Altersklasse über 60 Jahre ist der FCE-Ringer im 69-Kilogramm-Limit im freien Stil angetreten. Sechs Sportler aus sechs verschiedenen Nationen nahmen den Wettstreit auf. "Wir kämpften im K.-o.-System. Wer gewinnt, ist weiter, wer verliert, ist raus", berichtet der Bockauer. So legte der Erzgebirger im Halbfinale mit guter Technik und Beinangriffen seinen Gegner Sultanbek Bazarov aus Kirgisistan auf die Schultern. Im Kampf um Gold musste er sich dann allerdings dem starken Iraner Larijani Sadegh geschlagen geben. "Das Finale fand erst 23.45 Uhr statt, und ich habe leider den Kürzeren gezogen."

Dennoch ist Stemmler nicht unzufrieden mit dem, was er auf die Matte gebracht hat. "Ich habe Silber gewonnen, nicht Gold verloren. Es ist die optimale Ausbeute gewesen und mein bisher größter Erfolg. Vom Sportlichen her war es einfach top, ein sehr hohes Niveau. Schaut man auf die vergangenen zehn Jahre zurück, so war diese Meisterschaft am besten besetzt." Der Routinier muss es wissen. In den zurückliegenden Jahren trat er bei neun Weltmeisterschaften an. Zu Gold hat es nie gereicht. "Ich habe zwar bei deutschen Titelkämpfen schon Leute besiegt, die WM-Medaillen gewonnen haben, selbst war ich aber noch nie Weltmeister." Im Vorfeld hat Wolfgang Stemmler nichts dem Zufall überlassen: "Natürlich habe ich für mich allein viel trainiert, und Björn Schöniger hat mich zusätzlich gut vorbereitet. Die Chance, an einer WM teilzunehmen, wollte ich unbedingt noch einmal nutzen. Ich wollte es einfach noch mal wissen."

Björn Schöniger, der Trainer der Zweitliga-Ringer des FC Erzgebirge, sagt: "Wolfgang ist ein Vorbild für die Jugend. Er zeigt, dass man auch als älterer Sportler noch viel erreichen kann." Und Wolfgang Stemmler ergänzt: "Es wäre schön, wenn ich auch bei Leuten ab 35 Jahren die Begeisterung für das aktive Ringen wecke und wenn ich trotz meines Alters vielleicht selbst noch einmal bei einer deutschen oder bei einer Weltmeisterschaft der Veteranen mitmischen kann."

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...