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Dominga Arciniega (rechts) ist Hockeynationalspielerin ihres Heimatlands, der Dominikanischen Republik. In Aue bringt sie Hortkindern derzeit die ver-wandte Sportart Florball bei, die sie nach dem Funino-Prinzip als besondere Spielform vermittelt. Dabei stehen Fairness und Chancengleichheit für alle Spieler im Fokus. Dem Nachwuchs macht es richtig viel Spaß.

Foto: Anna Neef

Nationalspielerin trainiert Hortkinder

Florball? Das ähnelt dem Hockey, ist hierzulande aber eher selten. Die Auer "Weltentdecker" erhalten von einer erfahrenen Sportlerin tolle Tipps. Und üben sich mit Funino in einer Spielform, die im Trend liegt.

Von Anna Neef
erschienen am 06.12.2017

Aue. Leicht nach vorn gebeugt, mit dem Schläger seitlich vor dem Körper, stehen die Kinder vor Dominga Arciniega und lassen sie nicht aus den Augen. Jede Bewegung der Trainerin mit der dunklen Hautfarbe und den tiefschwarzen Haaren verfolgen die Mädchen und Jungen genau - denn sie wollen lernen, wie man Florball spielt.

Diese Sportart ähnelt sehr dem Hockey. Und dafür ist Dominga Arciniega eine super Ansprechpartnerin. Gehört sie doch als aktives Mitglied zur Hockeynationalmannschaft ihres Heimatlands, der Dominikanischen Republik. Die Kinder des Auer Horts "Weltentdecker", den auch Domingas neunjähriger Sohn Luis besucht, können das vielleicht noch nicht so richtig einordnen. Sie wissen aber, dass man sich von dieser Trainerin aufgrund ihrer Erfahrung eine Menge abgucken kann. "Wir sind froh, dass wir sie dafür gewinnen konnten", sagt Hortleiter Andreas Rucks.

Die Florball-Kurse bei Dominga Arciniega sind Teil des Projekts "Funino - alle machen mit, Inklusion macht Spaß", gefördert über das Programm "Demokratie leben" und die Partnerschaft für Demokratie in den Kommunen Aue, Bad Schlema, Lößnitz und Schneeberg. Ziel: Durch Funino als aus dem Spanischen kommende Spielform alle Kinder abholen und zu Erfolgserlebnissen führen - unabhängig von Alter, Fitnesszustand und Geschlecht. Rucks: "Alle haben in dieser Spielform, die sehr auf Fairness ausgerichtet ist, die gleichen Chancen. Es ist eine besondere Art des Trainings, die alle gleich- berechtigt einbindet." So spielen bei Funino im Rotationsprinzip - jeder besetzt also jede Position einmal - zwei vierköpfige Teams auf insgesamt vier Tore. Das Prinzip lässt sich nicht nur auf den stark frequentierten Fußballsport übertragen. "Wir praktizieren es in einem Projekt mit Handball und Florball", so Rucks.

Für Handball sind die Zweitliga-Männer des EHV Aue Partner. In Sachen Florball ist es die sympathische Frau, die in einem Heim auf dem Zeller Berg in der Altenpflege Senioren ergotherapeutisch betreut. Es sei der Job ihres Lebens, sagt die 33-Jährige, die einst ein Medizinstudium begann. "Wegen Schwangerschaft und Sport konnte ich das nicht vollenden." Die Arbeit mit Menschen liegt ihr - deshalb war es für sie auch keine Frage, ob sie beim Projekt Florball im Hort mitmacht. "Ich habe sofort zugesagt", berichtet Dominga Arciniega, die aus einem Ort nahe der Hauptstadt Santo Domingo stammt und durch die Liebe 2013 nach Deutschland kam.

Inzwischen lebt sie mit ihrem Sohn allein und will irgendwann wieder in ihre Heimat auf der In- sel Hispaniola zurückgehen. "Wenn mein Junge groß ist und auf eigenen Beinen steht." Denn ihre Eltern - sie hat zudem neun Geschwister - wolle sie im hohen Alter nicht allein lassen. "Ich möchte sie versorgen", erklärt die Hockeynationalspielerin, die in Deutschland schon für Freiberg spielte und derzeit für Chemnitz den Schläger schwingt, wo sie sich auch für ihre Einsätze für ihr Heimatland fit hält. "Alle zwei und alle vier Jahre haben wir große Turniere. Da reise ich dann heim."

Gegenwärtig und vorerst noch bis Jahresende gilt ihre volle Aufmerksamkeit den "Weltentdeckern" aus Aue. Knapp zehn Kinder sind dabei. "Und sie beweisen ein gutes Gefühl für diesen Sport." Ganz einfach ist Florball nicht. Immerhin geht es darum, einen kleinen Ball mit einem Schläger zielgerichtet und passgenau zu bewegen. Rucks: "Es kommt prima bei den Kindern an. Wir hoffen deshalb sehr, dass wir unser Funino-Projekt mit Flor- und Handball auch über das Jahr 2017 hinaus weiterführen können."

 
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