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Die Billardkegler des FC Erzgebirge - im Bild Karsten Kirst - sind derzeit im Bürgerhaus am Auer Postplatz zu Hause. Da müssen sie aus brandschutztechnischen Gründen aber demnächst raus.

Foto: Anna NeefBild 1 / 2

Neues Domizil wäre schönstes Geschenk

Die Billardkegler des FC Erzgebirge Aue feiern 2019 ihr 60-jähriges Bestehen. Die Abteilung war schon in der zweiten Liga vertreten, kämpft jetzt um Nachwuchs sowie um eine andere Spiel- und Trainingsstätte.

Von Anna Neef
erschienen am 13.06.2018

Aue. Das Potenzial für höherklas-sigen Spielbetrieb ist da, allein die Umstände verhindern den Aufstieg. Als Zweite der Regionalklasse haben die Billardkegler des FC Erzgebirge Aue die jüngste Saison beendet - und sie schwanken zwischen zufrieden sein und höher hinaus wollen.

"Unsere sechs Stammspieler sind top", erklärt Abteilungsleiter Jan Schuster. Jedoch mitunter nicht verfügbar. Genau da liegt der Hase im Pfeffer. "Wir treten nicht immer in Bestbesetzung an." Selbst aus Bayern, Hainichen und Wolfen reisen FCE-Stammkräfte zu Duellen an. "Berufsbedingt sind aber eben nicht immer alle da, also spielen wir oft mit angezogener Handbremse." Das könne man freilich keinem übel nehmen. Doch mit Blick auf die Möglichkeiten, wenn stets alle verfügbar wären, sei es schon schade. Immerhin machten die Auer Billardkegler schon in der 2. Bundes- liga von sich reden. Trotzdem: Die Stimmung in der Abteilung, die derzeit in der bundesweit vierthöchsten Spielklasse vertreten ist, sei gut. Rund 15 Mitglieder fiebern dem 60-jährigen Bestehen der Abteilung 2019 entgegen. Großen Halt gibt der FC Erzgebirge als Trägerverein.

"Nur leider ist es auch für uns schwer, Nachwuchs zu gewinnen", sagt Schuster. Elektronische Medien, das Internet und leichtere Formen wie Pool- oder normales Tischbillard stehen seiner Ansicht nach bei der Jugend oft höher im Kurs als Billardkegeln, das dem Spieler einiges abverlangt. Räumliche Vorstellungskraft, Konzentrationsfähigkeit und ein bisschen Physik braucht es, um die fünf Kegel in der Tischmitte gekonnt zu treffen. Sie müssen fallen, nachdem mit einer Kugel angespielt wurde. Diese zielt auf eine der beiden anderen Kugeln auf dem grünen Tuch. Jene Kugel darf wiederum erst die Bande und dann die Kegel berühren. "Es braucht eine Menge Übung, um den Dreh rauszukriegen. Aber genau darin liegt der Reiz, finden zumindest wir", sagt Schuster.

In der obersten Etage des Bürgerhauses am Auer Postplatz trainieren die Billardkegler, zu denen mit San-dra Lein (22) auch eine Frau gehört, immer dienstags und freitags ab 16 Uhr. Noch. Denn sie müssen ihre Heimstatt aus brandschutztech- nischen Gründen bald verlassen. Es fehlt ein zweiter Rettungsweg, die Sportler sind nur noch geduldet. Und die schon lange währende Suche nach einem neuen Domizil bereitet Sorge. "Es gibt kaum geeignete Räume, die leer stehen und vermietbar sind", berichtet Schuster. So wolle man sich ein bisschen vergrößern. "Derzeit sind wir der Verein mit dem kleinsten Spiellokal." Weiteres Pro-blem: Während der Partien und Turniere muss ringsherum Ruhe herrschen. Einen vielversprechenden Kontakt in Sachen Spiel- und Trainingsstätte gibt es mit der Nickelhütte. "Aber es ist noch unklar, ob es wirklich klappt, weil dazu einige Voraussetzungen geschaffen werden müssten. Aber wir hoffen sehr, dass es gelingt", so Schuster.

Es würde die Abteilung nicht zuletzt attraktiver machen. "In neuen, größeren Räumen könnten wir auch Snooker und Poolbillard für Einsteiger anbieten und für junge Leute", sagt der 38-Jährige. Denn 60 Jahre Billardkegeln in Aue seien eine Tradition, die es fortzuführen gilt. "Daran setzen wir unsere ganze Kraft." Sportlich können sich die Ergebnisse auch außerhalb des Liga-betriebs sehen lassen. So schafften es die Auer ins Pokalviertelfinale und waren mit Aktiven in Einzelwett- bewerben vertreten. Ralf Martin zum Beispiel hat sich für die deutsche Meisterschaft qualifiziert, bei der er schon einmal einen Titel holte. Für die Saison 2018/2019 fassen die Billardkegler erneut einen vor-deren Platz, vielleicht sogar den Aufstieg, ins Auge - in die Regionalliga, die dritthöchste Spielklasse.

 
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