Polizei ermittelt: Anschlag auf EHV-Aue-Trainer Swat?

Der Trainer der Auer Zweitliga-Handballer beobachtet die Partie Dessau-Roßlau gegen Eisenach. Auf der Heimfahrt macht er eine gefährliche Entdeckung.

Dessau/Aue.

Irgendwo zwischen Erleichterung, Entsetzen und Wut schwankt die Gemütslage von Stephan Swat, wenn er daran denkt, was ihm am Sonntagabend widerfahren ist. Erleichterung, weil er unverletzt blieb, Entsetzen über das, was passierte, und Wut auf Leute, die so etwas tun. Denn möglicherweise ist der Trainer der Auer Zweitliga-Handballer vorgestern Ziel eines feigen Anschlags gewesen.

Swat war als Beobachter zur Partie Dessau-Roßlauer HV gegen ThSV Eisenach gefahren. Die Sachsen-Anhalter sind am Freitag in Lößnitz nächster Kontrahent des EHV Aue, die Thüringer aktuell einer seiner schärfsten Widersacher im Kampf um den Klassenerhalt. Nach dem spannenden Ostderby - Dessau-Roßlau schaffte zur Freude der Auer drei Sekunden vor Schluss den Ausgleich zum 25:25-Endstand - und der Pressekonferenz machte sich Swat auf den Heimweg.

"Mein Auto hatte ich etwa hundert Meter von der Arena entfernt an der Zufahrtsstraße geparkt. Kurz vor der Autobahnauffahrt hörte ich ein Rattern und hielt an", berichtete der Trainer. Was er entdeckte, war dramatisch: "Am vorderen linken Rad fehlte eine Schraube, alle anderen waren locker. Ich habe es - Gott sei Dank - rechtzeitig bemerkt, will gar nicht daran denken, was bei 180 auf der Autobahn passiert wäre."

Dass sich die Schrauben einfach so gelöst haben, daran glaubt der 40-Jährige nicht. Der Radwechsel habe mehrere Wochen zurückgelegen. Seitdem sei er bestimmt um die 3000 Kilometer unterwegs gewesen. "Das Auto trägt den Schriftzug EHV Aue. Ich kann zwar nichts beweisen und niemanden beschuldigen, aber es ist schon sehr komisch. Da saß wohl bei jemandem der Frust tief, so etwas geht gar nicht", sagte Swat gestern und fügte an: "Ich habe die Polizei geholt."

Ralf Moritz bestätigte, dass in der Angelegenheit eine Strafanzeige wegen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr aufgenommen worden ist. Laut dem Pressesprecher der Polizeidirektion Sachsen-Anhalt Ost liegen die Ermittlungen in den Händen der Beamten des Reviers Dessau-Roßlau, einschließlich weiterer Befragungen. Sollten die Schrauben tatsächlich vorsätzlich gelöst worden sein, erfülle das einen Verbrechenstatbestand. "Schon deshalb wird es sehr ernst genommen."

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