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Bei "Rund um Zschopau" genoss Marco Neubert kürzlich noch einmal einen großen Auftritt vor heimischem Publikum. Wenige Wochen später erklärte der erfolgreiche Enduro-Fahrer aus Affalter seinen Rücktritt.

Foto: Matthias Heinke Bild 1 / 2

Rücktritt fühlt sich für Neubert gut an

Wenn es am schönsten ist, soll man aufhören. Das hat sich der Endurofahrer aus Affalter auch gesagt. Der 30-Jährige beendete jetzt überraschend seine aktive Laufbahn.

Von Matthias Heinke
erschienen am 15.11.2017

Affalter. Er hat seit 2012 einen kompletten Medaillensatz in der Enduro-Europameisterschaft eingefahren, stand in der deutschen Meisterschaft mehrmals auf dem Podest und ist jetzt als nationaler Titel- träger der Klasse E2 und Vizemeis-ter in der klassenübergreifenden Championatswertung zurückgetreten: Marco Neubert aus Affalter, 30 Jahre alt und einer der besten deutschen Geländefahrer.

Die Szene am zweiten Tag des Finales der Serie um die deutsche Meisterschaft jetzt in Woltersdorf sprach noch einmal Bände über Neuberts Einstellung zum Motorsport. Bis zur letzten Sonderprüfung führte der 30-Jährige in der Gesamtwertung und in der Klasse E2. Dann legte Championats- und Klassenkontrahent Christian Brockel aus Dresden eine Fabelzeit hin und fing den Erzgebirger noch um die Winzigkeit von einer Sekunde ab. "Da war ich schon sauer, denn ich wollte unbedingt meine Siege vom ersten Tag wiederholen", sagte Neubert. Dies war ein weiterer klarer Beleg für den großen Ehrgeiz des Affalterers, der zudem stets hart für den Erfolg trainiert hat.

Dabei war Marco Neubert fast schon ein Spätstarter. Mit 19 kaufte er sich sein erstes Motorrad. Vor zehn Jahren fuhr er die erste Cross- Country-Saison, ein Jahr später in der Serie um den deutschen Enduropokal, bevor er 2009 sein Debüt in der deutschen Meisterschaft gab und sich dann in dieser an die Spitze kämpfte. Rückschläge blieben nicht aus. So hatte der Erzgebirger 2013/ 2014 mit schweren Verletzungen und deren Folgen zu kämpfen. Neben den Rennen in Deutschland trat er auch auf internationaler Ebene an, so bei zahlreichen WM- und EM-Läufen sowie bei drei Six-Days-Veranstaltungen. Die dabei gesammelten Erfahrungen halfen ihm, sich nicht mehr so zu quälen wie am Anfang. "Man muss mit Köpfchen fahren, es sich selber leicht machen. Wenn ich Videos von damals und heute vergleiche, fällt das ganz deutlich auf", sagt Neubert.

Und warum ausgerechnet jetzt, auf dem Höhepunkt seiner Karriere, der Rücktritt vom aktiven Sport? "Ich habe sportlich alles erreicht, was ich mir vorgenommen hatte. Dabei waren die vergangenen beiden Jahre mit dem Europameister- titel 2016, EM-Silber 2017 und jetzt dem nationalen Titel in der E2 sowie dem 2. Platz im Championat meine schönsten. Ich will nicht irgendwann im Mittelmaß versinken", erklärt der erfahrene Motorsportler und ergänzt: "Die Entscheidung fühlt sich gut an." Natürlich habe er gewusst, dass er nie Weltmeister werden würde. Dazu fehlen in Deutschland, wo nahezu alle Fahrer als Hobbysportler neben Ausbildung, Studium oder Beruf jede Minute und jeden Cent in ihre Leidenschaft stecken, im Gegensatz zu den Vollprofis aus anderen Ländern die Voraussetzungen.

Dennoch zeigten die Ergebnisse des WM-Finales kürzlich in Zschopau, dass der Affalterer im Mittelfeld der weltweit ersten Liga mithalten konnte. Allerdings sagt Neubert, der im holzverarbeitenden Gewerbe selbstständig ist, auch klar und deutlich: "Einen Dauerstart in der WM hätte ich mir nicht leisten können." Da biete die EM mit vier Veranstaltungen bessere Chancen. Die sollten jüngere deutsche Fahrer unbedingt wahrnehmen, wenn sie vorankommen wollten. Leider sei die Leistungsdichte in der deutschen Meisterschaft immer mehr gesunken.

Bei seiner schönsten Veranstaltung will sich Neubert nicht festlegen. "Es gab viele schöne in der WM, zum Beispiel in Italien und Frankreich, in der EM wie in Rumänien und der Slowakei - und dann die Six Days in Argentinien. Schwer, sich da festzulegen." Seinen emotionalsten Sieg feierte Marco Neubert allerdings im heimischen Erzgebirge: Es war der Championatssieg 2016 bei "Rund um Zschopau".

Ganz verschwinden wird der Affalterer aber nicht aus der Enduroszene. "Ich habe immer ein Motorrad in der Garage stehen, werde hin und wieder in meiner Freizeit lizenzfreie Wettbewerbe bestreiten. Vor allem freue ich mich auf die meines Heimatvereins, des MC Zwönitz", sagt Marco Neubert.

 
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