Schlusslicht glaubt an den Klassenerhalt

Obwohl die Fußballer des SV Großrückerswalde die Rote Laterne der Landesklasse West tragen, ist ihr Trainer optimistisch. Viel hängt in der Rückrunde jedoch von einer Frage ab.

Großrückerswalde.

Sicherlich ist nicht außer Acht zu lassen, dass der Gegner eine Etage tiefer in der Mittelsachsenliga spielt. Dennoch hat der jüngste 3:0-Testspielsieg der Großrückerswalder Fußballer gegen den TSV Großwaltersdorf/Eppendorf den Trainer der Gastgeber in seiner Einschätzung bestätigt. "Vor allem offensiv sind wir auf einem guten Weg", sagt Tobias Moritz. Nur defensiv sei "noch nicht alles, wie es sein soll". Denn auch diesmal erlebte der Landesklasse-Vertreter zehn wacklige Minuten, in denen die Gäste hätten treffen können.

Schwächen in der Abwehr sind beim SV Großrückerswalde nichts Neues. Sie führten dazu, dass der Aufsteiger auf Landesebene 12 seiner 16 Saisonspiele verlor. Das Problem für Moritz besteht darin, dass diese "nur schwer abzustellen" sind, denn der Fehler liege nicht im System. "Wir leisten uns zu viele einfache Fehler bei machbaren Pässen", erklärt der Coach. Solche Fehlabspiele der Hintermannschaft wurden oft eiskalt bestraft. "Trotzdem würde ich das nie verbieten. Es ist ja gerade unsere Ziel, Situationen spielerisch zu lösen", betont Moritz.

Fehlende Konzentration oder der Druck der Gegenspieler könnten ausschlaggebend sein. Schließlich bleibt weniger Zeit als noch in der Erzgebirgsliga, um den Ball zu kontrollieren und weiterzuleiten. "Aber wir haben uns allmählich an das Tempo der Landesklasse gewöhnt", findet der Coach. Sechs Punkte Abstand zum rettenden Ufer sind noch lange kein Grund, den Kopf in den Sand zu stecken: "Jeder glaubt zu 100 Prozent an den Klassenerhalt." Anlass zum Optimismus gibt vor allem die Personalsituation, die sich im Vergleich zum Saisonstart entspannt hat. Vor allem die Tatsache, dass Angreifer Clemens Hilbert endlich wieder fit ist, mache Mut. Nicht nur seine Tore sollen helfen, sondern in erster Linie seine Ausstrahlung. "Er ist ein Typ, der die Mannschaft mitreißen kann", lobt Moritz.

Um den Ruf der schlechtesten Offensive der Liga loszuwerden - bislang erzielte der Neuling erst 13 Tore - nimmt Moritz aber die gesamte Mannschaft in die Pflicht: "Wir müssen auf den letzten 30 Metern zielstrebiger sein und den Abschluss mal erzwingen." Mit dieser Einstellung, einem kompletten Kader und etwas Glück sei jeder Gegner schlagbar. Allerdings bleibt der personelle Aspekt nach wie vor ein Problem. Schließlich droht Justin Reichel aufgrund von Knöchelproblemen eine Operation. Und Kenny Kaden fällt mit einem gebrochenen Handgelenk vorerst ebenso aus wie Nils Hänel (Muskelfaserriss). Tobias Moritz hofft zwar auf eine schnelle Genesung, sagt aber auch: "Viel wird in den restlichen Spielen davon abhängen, ob wir unsere Leistungsträger an Bord haben oder nicht."

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