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Lange ist es her: Viola Bauer, René Sommerfeldt und Claudia Künzel - hier 2004 während eines öffentlichen Empfangs in Oberwiesenthal -gewannen mit ihren Staffeln 1998 den Vereinsmeistertitel in Deutschland. 20 Jahre später gibt es die Neuauflage dieses Wettbewerbs - und Sommerfeldt will wieder die Ski anschnallen.

Foto: Puls, Hartmut

Sommerfeldt gibt nach zwei Jahrzehnten sein Comeback

Die Skiläufer freuen sich auf einen ganz speziellen Wettkampf. 20 Jahre lang mussten sie darauf warten, nun lebt er wieder auf.

Von Thomas Schmidt
erschienen am 23.03.2018

Oberwiesenthal. "Du weißt aber, dass ich als Titelverteidiger antrete", sagt René Sommerfeldt mit einem Grinsen. Der 43-Jährige, 2003/2004 erster deutscher Gesamtweltcupsieger im Skilanglauf, will noch einmal die Ski für ein nationales Titelrennen anschnallen. Er hat mitgeholfen, einen Wettbewerb wiederzubeleben, den es 20 Jahre lang nicht gab: Vereinsstaffelrennen.

Grund: Die Skilangläufer suchen nach talentiertem Nachwuchs, wollen das Zusammengehörigkeitsgefühl in den Gemeinschaften fördern, um international wieder Anschluss zu finden. Für Sommerfeldt Indikatoren, für die es sich zu schinden lohnt. Schließlich ist er jetzt selbst Trainer - und will demzufolge, dass seine Schützlinge möglichst erfolgreich sind. Wie dies geht, hat Sommerfeldt einst vorgemacht, denn zwei Olympia- und drei WM-Medaillen liegen in seinem Schrank. Und eine, die er für den WSV Oberweißenbrunn 1998 in Zwiesel gemeinsam mit Wolf Wallendorf und Andreas Schlütter gewonnen hat: die Goldmedaille der deutschen Vereinsmeisterschaft der Herrenstaffeln über 3 x 10 Kilometer. Damals übrigens vor dem SC Hirschau, für den Jochen Behle, Torald Rein und Uwe Bellmann in die Spur gegangen waren. Der heutige Bundestrainer Janko Neuber war für den SV Oberwiesenthal mit Michael Hoffmann und Falk Göpfert als Vierter ohne Podestplatz geblieben. Dafür hatten die Oberwiesenthaler Frauen durch Sandy Jüchert, Claudia Künzel und Viola Bauer Gold gewonnen.

Nun also erlebt in Reit im Winkl dieser Wettbewerb die Renaissance. Sommerfeldt, der erneut mit Schlütter und anstelle des verhinderten Wallendorf mit Thomas Schwenk ein Trio bildet, geht nicht davon aus, die Nummer 1 verteidigen zu können. "Die Form ist nicht ganz so wie vor 20 Jahren", gibt er zu. Doch allein die Tatsache, dass um die 130 Staffeln gemeldet haben, lässt den Erfolg erahnen. Dabei wird nur geringfügig unterschieden: Es gibt Frauen-, Männer- und Mixed-Staffeln. "Ein 16-Jähriger darf mit einem 66-Jährigen in einer Mannschaft stehen. Das macht den Reiz aus", so Sommerfeldt, der sich wie alle anderen auf ein Fest der Skilauffamilie freut.

Ganz ohne Ehrgeiz geht es aber nicht. Deshalb versuchen die Vereine schon, schlagkräftige Formationen zu finden. Der SSV Sayda dürfte mit Anne Winkler sowie den Richter-Schwestern Julia und Merle deshalb ebenso aussichtsreich ins Rennen gehen wie der SV Neudorf, der mit Hans Hennig, Samuel Weber und Franz Bergelt ein Wörtchen mitreden sollte. Oder der SC Norweger, der ein Sextett nach Bayern schickt. "Wie wir die Staffeln besetzen, entscheiden wir erst nach den Einzelrennen", so Steffen Helbig. Und der WSC Erzgebirge Oberwiesenthal? Der hat mit Olympiastarterin Katharina Hennig, Julia Belger und Angelina Franke natürlich ein Pfund in die Waagschale zu werfen.

Heute und morgen werden aber zunächst im Teamsprint und über die langen Distanzen die deutschen Titelträger ermittelt. Vom Stützpunkt am Fichtelberg reist so ziemlich alles mit, was Rang und Namen hat: Wir fahren mit 40 Sportlern nach Reit im Winkl. Ziel ist es, an allen Wettkampftagen und in jeder Altersklasse um Podestplätze mitzukämpfen", so Disziplinchef Lutz Hänel. (mit lah/gel)

 
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