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Obwohl er von drei Marienberger Gegenspielern umringt wird, steigt der Gelenauer Jonas Hartwig (Mitte) in dieser Situation am höchsten und erzielt per Kopf die 2:1-Führung für den BSV.

Foto: Jan Görner

Von fünf Teams der Region belohnt sich nur eins mit Punkten

Einen schwarzen Tag haben gestern die meisten Lokalvertreter in der Fußball-Landesklasse West erwischt. Sogar der Spitzenreiter patzte. Jubeln durften dagegen die Gelenauer, die ein Derby für sich entschieden.

Von Andreas Bauer
erschienen am 16.04.2018

Marienberg. Zumal die Zahl der Absteiger noch nicht feststeht, geht es im Tabellenkeller der Landesklasse West in dieser Saison außergewöhnlich spannend zu. Umso bitterer waren am gestrigen 22. Spieltag die Niederlagen von Drebach/Falkenbach, Großrückerswalde sowie der Kicker aus Marienberg. Letztere mussten sich den Gelenauern geschlagen geben, die dadurch neuen Mut tankten. Eine Pleite setzte es überraschend auch für Olbernhau.

TSV Ifa Chemnitz gegen SV Olbernhau 2:0 (1:0). Nach 18 Partien ohne Niederlage zogen die SVO-Kicker nun zum zweiten Mal in den vergangenen drei Partien den Kürzeren. Enttäuschend war gestern nicht nur das Ergebnis, sondern vor allem auch die Leistung. "Das war eines der schlechtesten Spiele, seit ich in Olbernhau bin", zeigte sich Trainer Steve Dieske enttäuscht: "All das, was wir uns vorgenommen hatten, haben die Chemnitzer gezeigt. Sie waren bissiger und aggressiver." Bis auf einen Lupfer von Uhlir, der kurz vor der Pause auf der Linie geklärt wurde, kam der Favorit zu keinen Großchancen. Schmerzlich war zudem, dass der Angreifer später - genau wie Pascal Spartmann - verletzt ausgewechselt werden musste. Zu allem Überfluss sah der auf der Bank sitzende Wechselspieler Lippmann nach einer Diskussion mit dem Linienrichter auch noch die Rote Karte. "Es war einfach ein komplett gebrauchter Tag", so Dieske.

Olbernhau: Kaden; Pasc. Spartmann (66. Domke); Patr. Spartmann, Preißler, Miersch, Sensfuß, Müller, Marold (62. Fiebig), Siegert, Schäfer, Uhlir (84. Meyer); SR: Franke (Leipzig); Z: 113; T: 1:0 Limmer (39.), 2:0 Demmler (77.); Rote Karte: Lippmann (Olbernhau/55.)

FV Krokusblüte Drebach/Falkenbach gegen SV Merkur Oelsnitz 2:3 (1:0). Mit Kritik am Referee hält sich André Feig sonst stets zurück, doch diesmal verschaffte der FVK-Coach seinem Ärger nach dem Abpfiff etwas Luft: "Wir haben verdient 2:0 geführt, ehe der Schiri leider spielentscheidend eingegriffen hat." Gemeint war vor allem die Szene in der 55. Minute, als ein Oelsnitzer Spieler nach Ansicht der Gastgeber klar außerhalb des Strafraums zu Fall kam. Der Unparteiische zeigte dennoch auf den Elfmeterpunkt. Eine Chance, die sich die Gäste nicht nehmen ließen. Die bis dahin überlegenen Krokusse verloren nun den Faden, kassierten das 2:2 und ärgerten sich wenig später über einen weiteren Pfiff. Diesmal gab es zwar nur Freistoß für die Vogtländer, doch auch dieser Ball zappelte zum 2:3 im Netz. "Den einzigen Vorwurf, den ich meiner Mannschaft machen kann, ist, dass wir nicht das dritte Tor nachgelegt haben", so Feig.

Drebach/Falkenbach: Eißmann; Freigang, Graubner, Groschopp, Reuter (68. Leibe), Fritzsch, Teichmann (80. Kirschen), Weber, Gärtner, Merkel (68. Böhm), Sieber; SR: Görke (Naunhof); Z: 82; T: 1:0 Sieber (26.), 2:0 Reuter (48.), 2:1/2:2 Hofmann (55./FE/63.), 2:3 Persigehl (71.)

FSV Motor Marienberg gegen BSV Gelenau 1:4 (1:3). Als Wagner schon in der fünften Minute per Lupfer zum 1:0 traf, waren die Motor-Fans noch guter Dinge. Doch anders als in den letzten Wochen ließ sich der BSV diesmal nicht von einem Rückstand aus der Bahn werfen. Im Gegenteil: Angeführt vom starken Ruttloff, der zweimal selbst traf und zwei weitere Treffer vorbereitete, sorgten die Gelenauer schon zur Halbzeit für klare Verhältnisse. "Die 3:1-Führung des BSV zur Pause war vollkommen verdient", gesteht Marienbergs Co-Trainer Ronny Rother: "Wir haben einfach kein Mittel gefunden, uns vors gegnerische Tor zu kombinieren." Nach der Pause steigerten sich die Hausherren zwar, doch klare Chancen blieben weiterhin aus. Deutlich mehr Torgefahr strahlten die defensiv gut gestaffelten Gäste bei ihren Kontern aus. Dementsprechend zufrieden zeigte sich Trainer Kay Morgenstern, dessen Elf die Rote Laterne an Großrückerswalde zurückgab: "Nach unserer Führung haben wir kaum noch etwas anbrennen lassen."

Marienberg: Grabowski; Bauer, Richter, Werner (79. Lehmberg), Schröter, Günther, Otto (57. Neubert), Meyer, Gottschalk, Wagner (57. Simon), Hofmann; Gelenau: Voigt; Messig, Wetzel, Köhler, Hartwig, Walczak, Meyer, Pröger (87. Kopitzke), Ney (90. Singer), L. Kolditz (80. P. Kolditz), Ruttloff; SR: Sadowski (Zwickau); Z: 142; T: 1:0 Wagner (5.), 1:1 Hartwig (10.), 1:2/1:4 Ruttloff (17./48.), 1:3 Kolditz (35.)

SV Großrückerswalde gegen SG Handwerk Rabenstein 0:4 (0:4). Bereits nach einer halben Stunde, als die Rabensteiner ihr viertes Tor erzielten, war die Angelegenheit erledigt. "Für uns war heute einfach nichts zu holen. Wir konnten nie für Entlastung sorgen", räumt Tobias Moritz ein. Der Großrückerswalder Trainer sah den Gegner "in allen Belangen überlegen". Mit dem 0:4 sei seine Elf zur Pause sogar noch gut bedient gewesen. "Positiv war, dass sich die Jungs in der zweiten Hälfte nicht hängen ließen", so der Trainer. Allerdings schalteten die Gäste auch mindestens einen Gang zurück. Es änderte sich jedoch nichts daran, dass sie laut Moritz eine Klasse besser waren. "So einen starken Auftritt habe ich diese Saison von keinem anderen Gegner erlebt", zollte der Trainer Respekt.

Großrückerswalde: Oestreich; A. Schuffenhauer, Schuster, Thiele, Reuter, M. Schreiter, N. Hänel (76. Weiß), Schneider (62. Eusewig), Wenzel (62. Rebentisch), B. Schuffenhauer, Bergner; SR: Werrmann (Plauen); Z: 103; T: 0:1 Lorenz (17.), 0:2/0:4 Mühlig (25./30.), 0:3 Kisser (28.)

 
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