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Konnten sich nach 20:38 Stunden Fahrtzeit endlich im Meer erfrischen: Ronny Müller, Daniel Frank, Janko Neubert und Jens Teeg (v. l.).

Foto: privat Jens Teeg

Abkühlung nach Hitzeschlacht

Die 21. Fichkona war mit der Rekordlänge von 625 Kilometern eine harte Prüfung. Beim Radmarathon vom Fichtelberg an die Ostsee kämpften die 190 Teilnehmer nicht nur mit der Müdigkeit.

Von Eric Lindner
erschienen am 13.06.2018

Niederwiesa. Am Ostseestrand von Kap Arkona ist am Sonntag die 21. Auflage des längsten ausschließlich in Deutschland stattfindenden Radmarathons zu Ende gegangen. 176 Männer und 14 Frauen waren am Samstag verteilt auf vier Gruppen am Fichtelberg gestartet und versuchten, innerhalb von 24 Stunden die 625 Kilometer lange Strecke Richtung Küste zu bewältigen. Schon vor der Veranstaltung war klar, dass die Bestzeit von 18:38Stunden wohl nicht unterboten wird. Die Tour, welche unter anderem durch Annaberg-Buchholz, Chemnitz, Wittenberg und Stralsund führte, war mit mehreren Verkehrsumleitungen so lang wie nie zuvor. Auch die Polizeieskorte, die in Potsdam dem Fahrerfeld einige Streckenabschnitte lang Schutz vor dem öffentlichen Straßenverkehr bot, konnte nur für einen kleinen Zeitgewinn sorgen.

Martin Steinbrecher vom Veranstaltungsteam der Fichkona freute sich trotzdem über die Unterstützung: "Es ist einfach stressfreier und ungefährlicher für die Fahrer, die, ohne aufs GPS zu schauen, der Polizei folgen können." Schließlich gab es in der Fichkona-Historie einen tödlichen Rennunfall und man sei froh, wenn alle Biker, die einen der begehrten Startplätze ergattert haben, auch heil ankommen. "Soweit ich weiß, gab es diesmal zwei Wildunfälle, wo die Gestürzten aber schon medizinisch versorgt wurden", so Steinbrecher.

Ein Faktor während der Veranstaltung machte es allen Teilnehmern zusätzlich schwer: die Hitze. "Bei Temperaturen von bis zu 33Grad mussten öfter Pausen eingelegt werden, um einen Kollaps zu vermeiden. Auch zusätzliches Trinkwasser wurde auf dem Weg kurzfristig für alle Gruppen organisiert", berichtet Steinbrecher. Die Abkühlung in den Nachtstunden kam vielen Fahrern gelegen. So sah es auch Jens Teeg aus Niederwiesa, der zum dritten Mal die Tortur auf sich nahm. "Es war schon ganz schön heiß tagsüber - da hilft nur der Fahrtwind und viel Trinken", sagt er. Zusammen mit Ronny Müller, ebenfalls aus Niederwiesa, hatte sich Teeg für die Startgruppe 2 entschieden. "Wir wollten die Sache dieses Jahr etwas schneller angehen", sagt er mit einem Lächeln. Vor allem in Chemnitz sei flüssiges Fahren wegen der vielen roten Ampeln aber kaum möglich gewesen. Eine lange Pause vom Radfahren gönnt sich der hauptberufliche Kamin- und Ofenbauer allerdings nicht, denn bereits am 23. Juni geht er beim 24-Stunden-Bikemarathon in Chemnitz/Oberrabenstein wieder an den Start.

Im Fichkona-Fahrerfeld waren auch sieben Starter des Hobby-Radteams "Erz-Bengel" aus Marienberg, das sich mit einem Trainingslager auf Mallorca gezielt vorbereitet hatte. "Die vielen Unwägbarkeiten wie Wetter, Müdigkeit, Defekte oder Begegnungen mit Tieren in der Nacht kannst du aber einfach nicht trainieren", so Udo Schroth. Am Ende konnten er und seine Freunde aber doppelt feiern: Teammitglied und Debütant Jens Reichelt beging seinen 40. Geburtstag am Kap.

 
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