Auf dem Rad in den Kurzurlaub

Zum elften Mal hat Peter Keßner die Radfernfahrt Fichkona in Angriff genommen. Die größte Schrecksekunde gab es für ihn bereits kurz nach dem Start auf dem Fichtelberg.

Altmittweida.

Nein, ans Abbiegen in Richtung Altmittweida hat Peter Keßner bei der Fichkona nicht gedacht, als bei der Ortsdurchfahrt in Wiederau die Heimat sehr nah war und seine Frau ihm am Streckenrand zugewinkt hatte. "Wenn ich einmal im Sattel sitze, will ich dann auch durchziehen", sagte der 61-Jährige. Für ihn war es die elfte Teilnahme an der Fichkona. Einmal musste er nach einem Sturz aufgeben.

"Doch so warm wie am Samstag war es noch nie", sagt Keßner. Neben den vielen Umleitungen - die Fichkona 2018 war dadurch mit 625 Kilometern die längste überhaupt - machte den Fahrern vor allem die Hitze zu schaffen. "Auf dem Asphalt in der Dübener Heide wurden 36Grad gemessen." Die Organisatoren entschlossen sich daher, weitere Pausen zuzulassen. Somit konnten die Radsportler vor allem ihre Getränkevorräte schneller auffüllen. "Normalerweise verbrauche ich auf 100 Kilometern zwei Liter Wasser, diesmal war es fast das Doppelte."

Durch die zusätzlichen Pausen passierte Keßner mit der vierten Gruppe die Stadt Potsdam erst im Dunkeln. "Wir waren rund eine Stunde später dort als geplant, aber dafür war die Polizeieskorte wieder klasse." Viele Zuschauer hätten dort die Straßen gesäumt, so der Altmittweidaer. "Für mich war die Verspätung gut, denn dadurch empfand ich die Nacht etwas kürzer als sonst." In den schnelleren Gruppen gab es einige Wildunfälle, doch die Teilnehmer wurden schnell medizinisch versorgt. "Bei uns ist glücklicherweise nichts passiert." Seine persönliche Schrecksekunde hatte Peter Keßner am Sonnabend bereits kurz nach dem Start. "Bei der Abfahrt vom Fichtelberg bin ich plötzlich ein Stück auf der Felge gefahren und Gott sei Dank in einer Linkskurve zum Stehen gekommen", sagt er. Nach dem Wechsel des Schlauchs konnte es weitergehen. Im Erzgebirge wurden die Teilnehmer bei einem Regenschauer sogar noch nass. "Das Wasser von oben hätten wir etwas später gut gebrauchen können", so Keßner.

Der 61-jährige Altmittweidaer, der in diesem Jahr der einzige Starter aus der Region bei der Fichkona war, erreichte mit seiner Gruppe nach mehr als 27 Stunden das Ziel am Kap Arkona auf Rügen. "Die reine Fahrzeit waren rund 23 Stunden."

Fast drei Monate lang hat sich Keßner auf seinen "Saisonhöhepunkt" vorbereitet. "Im Vorfeld bin ich 4000 Kilometer mit dem Rad gefahren, in der Woche teilweise über 100 Kilometer", sagt Keßner. Nach der Radfernfahrt will er es nun aber wieder ruhiger angehen lassen. Seine Frau reiste mit dem Auto nach Rügen nach, mit ihr macht Peter Keßner noch eine Woche Urlaub an der Ostsee.

Insgesamt waren bei der diesjährigen Fahrt 190 Starter dabei. Diese wurden in verschiedene Gruppen aufgeteilt - je nach Leistungsstärke. "Die Fahrt war wieder super organisiert und vor allem die Verpflegung hervorragend", sagte Peter Keßner. Über isotonische Getränke, Wasser bis hin zu Kartoffelsuppe und Kuchen habe es alles gegeben, so der Altmittweidaer. Zum Organisationsteam gehörten rund 30 Personen. Diese waren vor allem an den vielen Verpflegungsstellen und in den Begleitfahrzeugen der einzelnen Gruppen im Einsatz.

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