Ein Duo auf dem Sprung

Zwei mittelsächsische Snowboarder sind nicht nur bei ihren Wettkämpfen sehr erfolgreich. Beide widmen sich auch interessanten Filmprojekten.

Freiberg/Mulda.

Heute gehen Henry Holze und Matteo Rüger ihrem Sport ganz traditionell nach. Die beiden Snowboarder aus Freiberg und Mulda sind im erzgebirgischen Hermsdorf mit dabei, wenn mit dem Deep Freeze Snowboard Contest einer der traditionsreichsten Snowboard-Wettkämpfe Sachsens ausgetragen wird. Bei der letzten Auflage 2015 hatte Rüger (19) vor Holze (40) gewonnen, im Jahr davor hatte der Routinier dem Youngster das Brettende gezeigt.

"Es ist der erste Wettkampf in diesem Winter, und wir freuen uns natürlich darauf", sagt Henry Holze. Aufgrund der schneearmen Winter in den vergangenen Jahren seien Snowboardwettkämpfe in den sächsischen Mittelgebirgen selten geworden, sagt der Freiberger, der mittlerweile in Chemnitz lebt. Langweilig ist den beiden Aktiven, die sich seit mehr als zehn Jahren kennen, aber dennoch nicht. "Wir widmen uns gerade wieder einer anderen Facette unseres Sports", erzählt Holze. "Wir arbeiten an einem Snowboardfilm."

Matteo Rüger, der schon bei einigen Deutschen Meisterschaften am Start war, hat seine Leidenschaft, das Filmen, nun zum Beruf gemacht. Mit der Kamera ist der junge Mann aus Mulda nicht nur auf Snow- boardpisten unterwegs, sondern fertigt unter anderem auch Imagevideos für Firmen und arbeitet inzwischen mit Centre Films, den Produzenten des Winterfilms der Kampagne "So geht sächsisch", zusammen. Auf das erste gemeinsame Filmprojekt mit Henry Holze freut sich der 19-Jährige besonders: "Er hat mir vor zwölf Jahren die ersten Sprünge beigebracht", sagt Rüger.

Als halbprofessionelle Snowboarder starten er und Holze inzwischen zusammen für das Team "lumipöllö". Die Manufaktur aus dem erzgebirgischen Drebach, die unter anderem Mützen herstellt, engagiere sich sehr für ihren Sport, erzählt Holze. Der Firmenchef sei selbst Snowboarder, auch eine Trickskifahrerin aus der Schweiz gehört zum Team. Halbprofessionell heiße dabei, "dass wir vor allem mit Material unterstützt werden", sagt Holze. Leben könne man vom Snowboarden, zumindest hierzulande, nicht, so der Diplom-Kaufmann. Zurzeit gebe es in Sachsen keinen einzigen Snowboard-Profi.

Holze gilt mit 25 Jahren Erfahrung schon als Urgestein der sächsischen Snowboardszene. Neben Wettkämpfen und Fotoshootings habe er aber schon immer nach interessanten Plätzen Ausschau gehalten, "die zuvor noch von keinem Snowboarder filmisch in Szene gesetzt wurden", erzählt er. Nachdem Holze in den vergangenen Jahren dazu vor allem in den Alpen unterwegs war, könne man sich dank der ergiebigen Schneefälle nun auch im Erzgebirge "kreativ mit dem Snowboard ausleben", erklärt der 40-jährige. "Mit Hilfe einer motorbetriebenen Seilwinde geht das selbst an Orten ohne Anfahrtshügel." So waren Holze und Rüger mit Snowboard und Kamera in Chemnitz und auf dem Freiberger Obermarkt unterwegs. "Blockhausen", die Walderlebnishütte in Mulda, stehe demnächst auf ihrem Plan, so Holze, der schon zwei Snowboardfilme produziert und auf DVD beziehungsweise im Internet veröffentlicht hat.

Solange ausreichend Schnee liegt, wollen beide nun weiter durch den Freistaat ziehen, "um beeindruckende Snowboardaufnahmen zu sammeln", sagt der gebürtige Freiberger, der in seiner Heimatstadt auch Vizechef des Karatevereins Oshiro Dojo ist. Wo der gemeinsame Film mit Matteo Rüger einmal zu sehen sein wird, sei noch nicht geklärt. Auf Holzes Internetseite können sich Snowboardbegeisterte aber informieren. (mit hho)

www.sachsenboarders.de

Deep Freeze Snowboard Contest Sa., 14 Uhr: Massive-Snowpark Hermsdorf; Wettbewerbe: Jib Contest, Downhill-Race mit LeMans-Start, Big Air unter Flutlicht

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