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Enttäuscht: BSC-Coach Stefan Birnbaum (r.) mit seinem Mittweidaer Kollegen Uwe Schneider nach dem 1:2 am Samstag in Mittweida. Birnbaum: "Ich hätte mich natürlich lieber mit einem Sieg verabschiedet."

Foto: Falk Bernhardt

"Gehe mit einem guten Gefühl"

Fußball-Landesklasse: BSC-Trainer Stefan Birnbaum zieht nach seinem letzten Pflichtspiel eine positive Bilanz

erschienen am 06.12.2017

Freiberg. Die Fußballer des BSC Freiberg haben sich mit 28 Punkten sowie 42:22 Toren als Tabellenzweiter der Landesklasse Mitte in die Winterpause verabschiedet. Mit Trainer Stefan Birnbaum (40), der Freiberg zum Jahresende auf eigenen Wunsch schon wieder verlässt, hat sich Steffen Bauer gestern unterhalten.

Freie Presse: Herr Birnbaum, Sie wollten Freiberg unbedingt als Tabellenführer verlassen. Überwiegt trotz Platz 2 nun die Enttäuschung beim Abschied?

Stefan Birnbaum: Trotz der 1:2-Niederlage in Mittweida haben wir grundsätzlich eine ordentliche Hinrunde gespielt. Neun Siege aus 14 Spielen haben uns durchaus nicht alle zugetraut. Die Mannschaft kann jetzt erhobenen Hauptes in die Winterpause gehen - und ich gehe auf jeden Fall mit einem guten Gefühl.

Wie fällt Ihre persönliche Bilanz nach knapp zwölf Monaten beim BSC Freiberg aus?

Außerordentlich positiv. Wir haben schwierige Zeiten durchgemacht mit dem Abstieg aus der Sachsenliga, auch mit der Mannschaft und dem Umfeld. Aber wir sind nicht wie befürchtet abgestürzt. Insgesamt war es eine spannende Aufgabe, die mir viel gegeben hat.

Trotzdem wollen Sie gehen?

Es sind ausschließlich private und familiäre Gründe, die mich zu diesem Schritt bewogen haben. Das hat nichts mit dem BSC zu tun. Doch ich konnte meine eigenen Ansprüche aufgrund der beruflichen Anforderungen nicht umsetzen.

Zum Beispiel?

Zum Beispiel wollte die Mannschaft auch nach dem Abstieg weiterhin dreimal pro Woche trainieren. Ich habe es aber maximal zweimal geschafft, da zu sein.

Sportlich kam das Team zuletzt immer besser in Fahrt - eigentlich sogar erst nach Ihrem an- gekündigten Rücktritt. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt ...

Weil sich die Mannschaft nach einigen Anpassungsproblemen gefangen hat und in der neuen Spielklasse angekommen ist. Und was meine Entscheidung betrifft - es gab überhaupt nichts Negatives von Seiten des Teams, sondern eher Verständnis. Ich habe alles offen kommuniziert, und ich denke, die Truppe kann die Gründe nachvollziehen.

Hand aufs Herz: Gab es ein anderes Angebot? Beim BSC werden auch die Trainer nicht gerade fürstlich entlohnt.

Nachdem mein Entschluss bekannt wurde, haben schon ein paar Vereine angerufen. Aber ich mache jetzt definitiv erst einmal Pause, daran wird sich nichts ändern. Wie es im Sommer weitergeht, kann ich aber jetzt noch nicht sagen.

Das Projekt, in Freiberg erneut eine schlagkräftige Mannschaft aufzubauen, die sich auf Dauer in der Sachsenliga halten kann, scheint aber mit Ihrem Weggang zunächst gescheitert - zumal nach wie der Unterbau, sprich die A-Junioren, fehlen.

So ein Ziel sollte nie mit einzelnen Personen verknüpft werden, sondern muss Sache des gesamten Vereins und sogar der ganzen Stadt sein. Deshalb ist nichts gescheitert. Und die Bedingungen in Freiberg sind - trotz oft gegensätzlicher Äußerungen - grundsätzlich gut. Andere Vereine mit ähnlichen Ambitionen sind weit davon entfernt.

Bleibt die Mannschaft in der Winterpause zusammen?

Ich gehe davon aus. Die Truppe ist intakt und hat sich nach dem Abstieg mit den Erfolgen auch als Team neu gefunden.

Ist das Ziel des Vorstandes, in der Rückrunde den sofortigen Wiederaufstieg anzugehen, realistisch - auch angesichts der dünnen Personaldecke und der knappen finanziellen Mittel?

Die Mannschaft hat auf jeden Fall das Potenzial, am Ende Erster zu werden - auch wenn wir gerade das Spitzenspiel verloren und fünf Punkte Rückstand auf Platz 1 haben. Ob man im Falle eines Falles dann gleich wieder aufsteigen sollte, ist eine andere Sache. Denn die Sachsenliga ist die mit Abstand stärkste Landesliga im Bereich der ganzen NOFV-Oberliga Süd.

Der BSC scheint trotz aller Rückschläge eine gute Adresse zu sein, nimmt man die mehr als 15 Bewerber für den Trainerposten. Wissen Sie schon, wer Sie beerben wird?

Ich habe etwas läuten gehört. Aber der Verein will alles nächste Woche offiziell bekannt geben.

Dann könnten Sie Ihrem Nachfolger ja sogar noch die Hand schütteln ...

Ich bin auf jeden Fall noch knapp drei Wochen da. Im Moment bereite ich die Weihnachtsfeier am Sonnabend in Dresden vor. Zudem gibt es noch drei Trainingseinheiten in der Halle. Die Mannschaft läuft am 22. Dezember auch beim Indoor- Regio-Cup in Brand-Erbisdorf auf, ehe dann Weihnachten und damit endlich Pause ist.

 
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