"Ich bin unheimlich stolz auf die Jungs"

Handball-Oberliga: Anel Mahmutefendic hat mit der HSG den Klassenerhalt geschafft und bleibt zwei weitere Jahre - 18:8 Punkte verbucht

Freiberg.

Die Handballer der HSG bestreiten heute bei Schlusslicht TSG Calbe ihr letztes Spiel der Oberliga-Saison 2015/16. Die Freiberger haben mit Platz 9 (24:26 Punkte) den Klassenerhalt inzwischen sicher, nachdem sie vor dem Hinspiel (36:28) auf dem vorletzten Platz standen. Steffen Bauer sprach mit Trainer Anel Mahmutefendic (38), der die HSG vor dem damaligen Kellerduell übernommen hatte und bis ins gesicherte Mittelfeld führte.

Freie Presse: Eigentlich ist es fast schade, dass die Saison jetzt zu Ende ist. Inzwischen fehlen nur noch zehn Punkte bis auf Platz 1.

Anel Mahmutefendic: Ja, ein bisschen schade ist es, denn es macht gerade unheimlich viel Spaß. Und es wäre sicher auch noch einiges drin. Andererseits hat sich die Mannschaft die Pause auch verdient, denn die Anspannung war sehr hoch. Aber jetzt wissen wir auf alle Fälle, was nächste Saison möglich ist.

In der wir Sie weiter auf der Trainerbank der HSG und am Spielfeldrand sehen?

Ja. Mein Vertrag, der nur bis Saisonende galt, hat sich durch den Klassenerhalt automatisch um zwei Jahre verlängert.

In denen es dann aber nicht nur gegen den Abstieg gehen soll?

Natürlich nicht. Wichtig für mich war, dass der Verein weiterhin Ambitionen hat, auch wenn es in dieser Saison nicht nach Plan lief. Sonst hätte ich das nicht gemacht. Es freut mich, dass hier alle weiterhin nach oben schauen und wir gemeinsam das Ziel haben, uns weiterzuentwickeln. Das macht Riesenspaß.

Das heißt, das Ziel 3. Liga ist nach wie vor aktuell?

Ganz klar. Wir stehen in der Rückrundentabelle auf Platz 3 hinter Köthen und Aschersleben, wobei sogar noch einige Punkte mehr drin waren für uns. Wir wollen eine viel bessere Saison spielen. Und wenn sich dann die Chance zum Aufstieg bietet, müssen wir uns zusammensetzen. Auf jeden Fall arbeiten alle weiter an diesem Ziel - Vorstand, Mannschaft, Sponsoren und ich.

Wird die Mannschaft zusammenbleiben? Mit Adrian Kammlodt hat ein Leistungsträger seinen Abschied schon erklärt.

Dass Adrian gehen möchte und eine neue Herausforderung sucht, ist in Ordnung. Er ist ein wichtiger Spieler, aber niemand ist unersetzbar. Wir müssen den Kader jedoch so zusammenstellen, dass es auf keinen Fall wieder so eine Zittersaison wird.

Sie kommen gerade aus Dresden. Haben Sie schon einen Ersatz mitgebracht?

Nein, aber einen jungen Rückraumspieler aus Kroatien. Er wird einige Tage mit der Mannschaft trainieren, dann schauen wir, ob er uns weiterhelfen kann. Auf der Rückraummitte sind wir aber gar nicht so schlecht besetzt. Eric Bolomsky soll aber die Zeit bekommen, die er braucht, um wieder fit zu werden. Nach so einer schweren Verletzung und neun Monaten Pause dauert das seine Zeit. Zudem haben wir in der Mitte Jens Tieken und Martin Steinfeld, der uns mit seiner Erfahrung sehr geholfen hat, nicht nur auf dem Spielfeld.

Der aber eigentlich schon aufgehört hatte und nun bestimmt wieder kürzer treten möchte.

Wir werden noch ein Gespräch führen und schauen, was Martin möchte. Aber ich finde, er sollte auch künftig eine wichtige Rolle im Verein erhalten.

Gibt es weitere Fragezeichen und kommen auch noch weitere Probespieler?

Efthymios Iliopoulos will sich noch entscheiden und es werden auch noch einige Leute vorspielen. Wir wollen alle personellen Fragen eigentlich in den nächsten drei Wochen klären, sodass der Kader danach möglichst feststeht.

Hand aufs Herz - haben Sie zwischenzeitlich auch mal am Klassenerhalt gezweifelt?

Ich bin immer optimistisch. Als ich das erste Mal auf die Tabelle geschaut habe, habe ich gesagt, die fünf Punkte Rückstand müssen wir schaffen. Es begann ja auch gut, und selbst bei den Niederlagen gegen Köthen und Aschersleben waren wir nicht die schlechtere Mannschaft. Doch gegen Plauen hat die Truppe plötzlich Angst gehabt. Ich habe die Jungs in der Halbzeit gefragt, ob sie absteigen möchten. Danach hat die Mannschaft ihren Charakter gezeigt und ein schon verlorenes Spiel gewonnen. Das war, glaube ich, der Wendepunkt. Ich bin unheimlich stolz auf die Jungs.

Aber dann folgte das 20:23 bei Plauen-Oberlosa und außerdem spukte nun das Gerücht von eventuell fünf Absteigern herum.

Das war sicher ein Tiefpunkt. Doch die Reaktion gegen Radis war umso schöner: Wir haben den Tabellenersten mit zehn Toren geschlagen. Wichtig war, dass wir es bis zum Schluss immer in der eigenen Hand hatten. Keiner musste für uns spielen, wir haben alles ohne fremde Hilfe geschafft. Der Klassenerhalt ist nun die schönste Belohnung.

Machen Sie nun heute Abend Calbe unsicher?

Nein, aber die ganze Mannschaft ist morgen beim HSG-Familientag dabei. Und nächste Woche wird es auch noch eine Abschlussparty geben. Aber zuvor haben wir noch ein Spiel, das wir konzentriert angehen und auch beenden müssen. Wir haben den Anspruch, das Spiel in Calbe zu gewinnen. Eine Niederlage beim Tabellenletzten wäre jetzt durchaus eine kleine Blamage.

Mitteldeutsche Oberliga 26. Spieltag - Sa., 19 Uhr: TSG Calbe - HSG Freiberg (Hegersporthalle); Dachse- und Familientag - So., 11 bis 17.30 Uhr Stadtwerke, Eherne Schlange (Torwandschießen, Wurf-Speed-Messanlage, Handball-Parcours, Human Table Soccer)

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