Je ein Punkt, der Gold wert ist

Die Verbandsliga-Teams des SV Rotation und der HSG II haben 27:27-Unentschieden gespielt. Angesichts der besonderen Umstände sind beide Trainer aber hochzufrieden.

Weißenborn/Freiberg.

Die Handballerinnen des SV Rotation Weißenborn haben die Tabellenspitze der Verbandsliga Ost erneut verteidigen. Allerdings ist der Vorsprung auf Verfolger SG Klotzsche auf einen Zähler geschmolzen, da Rotation beim HC Rödertal III 27:27 (15:16) spielte. "Nach dem Spielverlauf bin ich mit dem Remis aber zufrieden", stellt Rotation-Trainer David Dehn klar. Der Punkt sei viel wert, denn die Rahmenbedingungen seien alles andere als günstig gewesen.

Mit Julia Kiulies, Lisa Richter, Franziska Israel und Maria Tobies konnte ein Quartett die Reise nach Ostsachsen aus gesundheitlichen und beruflichen Gründen gar nicht mit antreten. In der 1. Halbzeit schieden dann noch Lisa Ebner und Julia Uhlemann verletzt aus. "Damit haben wir 40 Minuten auf der allerletzten personellen Rille absolviert", sagt Dehn. Torhüterin Luisa Groß hielt sich sogar bereit, um als Feldspielerin aushelfen zu können. Zum Glück konnte Torjägerin Sophie Zeller, die ebenfalls angeschlagen war, mitwirken. Sie traf insgesamt zehnmal und legte damit den Grundstein für zumindest einen Punkt.

Aus Dehns Sicht war es kein schönes Spiel. Doch zunächst lief bei Rotation alles rund, denn in der Anfangsphase führten die Gäste 6:2. Auch anschließend gestaltete sich das Geschehen planmäßig: Der Spitzenreiter lag 9:6 vorn. Mit den Ausfällen kam aber Sand ins Getriebe. Die Gäste kassierten das 15:15, retteten mit 16:15 jedoch einen knappen Vorteil in die Pause. Nach dem Seitenwechsel baute Weißenborn den Vorsprung auf 19:17 aus. Doch der Gegner glich zum 23:23 aus und zog vier Minuten vor Ultimo sogar mit 27:25 in Front.

"Dass wir diesen Rückstand noch aufholen konnten, war stark. Die Mädels haben unglaubliche Moral gezeigt", lobt Dehn. Für ihn habe das Resultat eine untergeordnete Rolle gespielt. Vielmehr mache er sich Sorgen um die beiden verletzten Spielerinnen, sagte der Rotation-Trainer - zumal Julia Uhlemann gerade erst nach langer Verletzungspause wieder zurück ist.

Ebenfalls 27:27 haben sich die Männer der HSG Freiberg II in ihrer Verbandsliga-Staffel vom SSV Stahl Rietschen getrennt. Auch für die Freiberger ist der eine Zähler gegen den Tabellennachbarn durchaus Gold wert, sagt Trainer Andreas Tietze. Denn nachdem die Freiberger nach vier Niederlagen in Folge zwischenzeitlich in arge Abstiegsnöte geraten waren, sehe man längst wieder Licht am Ende des Tunnels, sagt Tietze. "Wir haben jetzt 3:1 Punkte in Folge verbucht und brauchen noch einen Sieg aus drei Spielen, um ganz sicher zu gehen."

Der Co-Trainer des Freiberger Oberliga-Teams, der die zweite Mannschaft Anfang des Jahres von Markus Lehmann (Knie-OP) übernommen hatte, hob den Kampfgeist und die Einsatzbereitschaft des Teams hervor. "Wahnsinn, was die Jungs leisten. Sie geben alles, um die Verbandsliga für den Verein zu halten", sagt der 50-Jährige.

Denn die HSG-Reserve geht personell seit Wochen auf dem Zahnfleisch. "Wir haben permanent nur sieben, acht Feldspieler", sagt Tietze. Diese Rumpftruppe habe aber sowohl bei Spitzenreiter HSV Dresden (23:31) als auch gegen den Dritten Weinböhla (28:31) absolut mitgehalten und sich erst im Schlussspurt geschlagen gegeben. Gegen Rietschen ging vor allem Tom Mader voran, der nicht nur in der Abwehr ein Fels in der Brandung war, sondern auch im Angriff Verantwortung übernahm, lobt der Trainer.

Mit Dominic Auerbach, Yannic Morgenstern, Niklas Lehnert, David Voigt und Sven Hesse helfen auch fünf A-Jugend-Spieler seit Wochen mit, die noch fehlenden Punkte zu erkämpfen. "Sie ziehen ebenfalls voll mit", freut sich Tietze. Angesichts der jüngsten Auftritte müsse man sich um den Klassenerhalt eigentlich keine Sorgen machen, so der Übungsleiter: "Das schafft die Truppe auf jeden Fall."

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