Junge Wechselburgerin steigt auf

Schiedsrichterin Franziska Brückner darf jetzt Spiele der 2. Frauen-Bundesliga leiten. Für sie beginnt damit auch ein Kampf um den Klassenerhalt.

Wechselburg.

Franziska Brückner ist in gewisser Hinsicht gerade zweimal befördert worden. Einerseits wird die Schiedsrichterin vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) in der neuen Saison erstmals in der 2. Frauen-Bundesliga eingesetzt. Zudem ist sie künftig für die Öffentlichkeitsarbeit des Schiedsrichterausschusses im Kreisverbandes zuständig.

"Davon werden Außenstehende aber kaum etwas mitbekommen", schmunzelt die 26-jährige Wechselburgerin. Denn überwiegend befasst sie sich mit der internen Kommunikation. Mehr Aufmerksamkeit erhält sie auf den Fußballplätzen der Republik. Ihre Reisen werden sie nun öfter ins Karl-Liebknecht-Stadion Potsdam-Babelsberg, ans Brentanobad des 1.FFC Frankfurt und die VW-Arena Wolfsburg führen. Franziska Brückner wurde dabei nicht nur als Schiedsrichterin in der 2.Frauen-Bundesliga nominiert, sondern steht auch in der 1. Frauen-Bundesliga als Assistentin an der Linie. An den Abläufen am Wochenende ändere sich aber wenig. "Ich bin seit 2012 als Assistentin in der 2.Bundesliga. An die Fahrten habe ich mich gewöhnt", sagt die angehende Steuerfachangestellte.

Ihr Ziel sei, auf Dauer in der 2.Frauen-Bundesliga zu pfeifen. Damit kommt quasi ein Kampf um den Klassenerhalt auf sie zu. "2018/19 gibt es eine eingleisige 2. Bundesliga. Da möchte ich zum Kreis der Schiedsrichterinnen noch dazugehören.". Den Sprung in die 1. Liga sieht sie als schwierig, aber nicht unmöglich an. In der Männer-Bundesliga seien Einsätze dagegen fast utopisch. "Bibiana Steinhaus ist sicher ein außergewöhnliches Beispiel."

Im Männerbereich ist für Franziska Brückner die Beförderung in die Landesliga ein kleiner Traum, der aber wahr werden könnte. Beides sei jedoch unabhängig voneinander: "Nur im Sächsischen Verband ist es so geregelt, dass das Engagement in der Frauen-Regionalliga an die Männer-Landesklasse gekoppelt ist."

Fitness sei so oder so ein wesentliches Kriterium. "Wir treffen uns alle zwei Wochen mit der Spitzenfördergruppe des SFV in Leipzig. Da bekommen wir auch Trainingspläne, die wir einhalten müssen", sagt die die 26-Jährige. Diese Woche trainierte sie im Urlaub individuell - mit Strandläufen an der Ostsee.

Die neuen Fifa-Regeln, die seit Juli auch in Deutschland gelten, habe sie verinnerlicht. "Die Umsetzung wird sich in den Spielen ergeben." Als autoritäre Unparteiische würde sie sich nicht sehen. "Ich lege schon Wert darauf, mit den Spielerinnen und Spielern zu reden. Wenn das nicht mehr möglich ist, ziehe ich auch eine Linie konsequent durch", sagt Franziska Brückner. Zwischen Männern und Frauen gebe es auf dem Platz keinen großen Unterschied. "Auch die Frauen holen sich manchmal schnell eine Karte."

Mit 15 spielte Franziska Brückner noch selbst Fußball. "Ich habe aber schnell gemerkt, dass das nichts für mich ist und zur Pfeife gegriffen." Vom Nordostdeutschen Verband wurde sie 2015/16 als Schiedsrichterin des Jahres geehrt. Der Glaspokal ziert nun ihre Vitrine daheim.

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