Penigern missglückt Neuanfang

Durch den Rückzug der ersten Tischtennis-Mannschaft in der 1. Bezirksliga geht dem TSV Penig ein weiteres Aushängeschild verloren. Die Gründe dafür sind vielschichtig.

Penig.

Die glorreichen Zeiten in der Tischtennis-Abteilung des TSV Penig sind endgültig vorbei. Nach dem freiwilligen Rückzug aus der Landesliga am Ende der vergangenen Saison zogen die TSV-Verantwortlichen in der vergangenen Woche erneut die Reißleine und zogen die erste Mannschaft mit sofortiger Wirkung aus der 1.Bezirksliga Dresden zurück. Damit stehen die Peniger als Absteiger in die 2.Bezirksliga fest. Dort wollen sie in der nächsten Saison aber definitiv antreten.

"Uns standen für den Doppelspieltag am vergangenen Wochenende genau drei Spieler zur Verfügung", fasst TSV-Vereinschef André Wolf die angespannte Personalsituation zusammen. Es mache aber keinen Sinn mehr, ständig aus der dritten oder vierten Mannschaft Ersatzleute aufzustellen. "Da ist der Leistungsunterschied einfach so groß, dass weder unsere Spieler noch der Gegner Spielfreude entwickeln können."

Nach dem Rückzug aus der Landesliga verließ Spitzenspieler Tom Gerbig die Peniger. Danach suchte sich auch die Nummer 2, Philipp Weber, eine neue sportliche Heimat und ist als Spitzenspieler in Burgstädt mit offenen Armen empfangen worden. Michèl Held wechselte nach Hohenstein-Ernstthal, André Wolf verkündete bereits zur Winterpause, kürzer zu treten. "Für mich waren das sportlich tolle Jahre. 2005 haben wir in der Bezirksklasse mit ambitionierten Zielen begonnen und haben uns Schritt für Schritt gesteigert", blickt der 37-Jährige zurück. Als Höhepunkte erwähnt er den sächsischen Meistertitel 2011, verbunden mit dem Aufstieg in die Oberliga und die Landeseinzelmeisterschaften, die im gleichen Jahr in Penig ausgetragen wurden. "Die hat mit Tom Gerbig unser Lokalmatador sensationell gewonnen."

Nun müssen die Peniger wieder kleinere Brötchen backen. Die zwei aus dem Vorjahr verbliebenen Stammkräfte Martin Scior und Thomas Funke sowie die vier neuen Bezirksliga-Spieler René Günzel, Patrick Bardtenschlager, Jonas Göppert und Toni Bergmann nahmen die neue Saison zwar in Angriff. Doch besonders aufgrund von Verletzungen waren in den vergangenen Wochen meist nur drei Spieler der Mannschaft einsatzfähig. "Außerdem ist es nicht ausgeschlossen, dass uns zur Winterpause weitere Spieler verlassen", sagt der Tischtennis-Abteilungsleiter Ronny Gutte. Es wurde aber vereinbart, dass die Wechselwilligen sich nur bis zum Ende der Saison anderen Vereinen anschließen und dann nach Penig zurückkehren. Die Teammitglieder dürfen nun laut Regelwerk nicht für andere Peniger Mannschaften an den Start gehen. Nach dem Rückzug sind noch drei Peniger Männer-Teams auf Kreisebene im Spielbetrieb.

Für Gutte ist ein weiterer Punkt ausschlaggebend für die derzeitige Situation. "Ich habe das Gefühl, dass uns der Wechsel von der Chemnitzer Straße in die neue Turnhalle vor einigen Jahren nicht gut getan hat. Denn das Vereinsleben und damit der Zusammenhalt ist seitdem nicht mehr so wie früher." Gutte meint damit besonders die Schließzeiten, die durch die Stadtverwaltung angeordnet und seit dem Hallenumzug für das Vereinsleben prägend sind. Die Gespräche zwischen Stadt und Verein liegen diesbezüglich auf Eis.

Daher sei die Stimmung auch in den Abteilungen Handball, Fußball, Tischtennis und Kegeln schlecht, sagt André Wolf. "Unsere Handballer und Fußballer haben einen solchen sportlichen Absturz schon erlebt, wir sind jetzt die Dritten im Bunde", sagt Wolf, der seit 2012 dem Gesamtverein vorsteht.

Dabei gehe es dem TSV Penig insgesamt recht gut. Der Verein hat nach wie vor um die 500 Mitglieder, 43 sind in der Tischtennis-Abteilung integriert. (mit awof)

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