Reiterin vor Mammutprogramm

Beim Pfingstturnier der RFSG Langenleuba- Niedersteinbach geht Jennifer Barth am Wochenende 16 Mal an den Start. Sie ist vierfache Sachsenmeisterin - obwohl sie schon immer in Thüringen lebt.

Langenleuba-Oberhain.

So häufig wie in den vergangenen Tagen ist Jennifer Barth eigentlich nicht bei Reitturnieren dabei. Doch der Terminkalender sorgte dafür, dass sie am Himmelfahrtstag in Kitzscher und am vergangenen Wochenende im ostthüringischen Altkirchen an den Start ging. Dort sprangen für sie auf "Fly a Way" - einem ihrer Nachwuchspferde - ein 2. und ein 4. Platz heraus. Am kommenden Wochenende steht für sie ein Heimspiel an. Beim Pfingstturnier der Reit- und Fahrsportgemeinschaft (RFSG) Langenleuba-Niedersteinbach geht sie gleich 16-mal an den Start.

"Am Pfingstmontag reite ich noch den Großen Preis und das Kostümspringen, aber sonst mache ich da weniger als in den Tagen zuvor", sagt sie und verweist schmunzelnd auf die Party mit einem Radiosender am Sonntagabend. Mit insgesamt sechs Pferden wird die 22-Jährige in Niedersteinbach antreten. "Meine Eltern und ich fahren sie zwischen den Wettkampftagen aber wieder zurück in unsere Anlage", sagt Jennifer Barth. Diese befindet sich in Zschechwitz bei Altenburg, wo sie bereits im Vorschulalter mit dem Reiten begann. "Meine Eltern sind früher auch zu Turnieren gefahren, da bin ich schnell hineingewachsen. Auch mein Opa hatte schon Pferde", sagt sie. Bereits im Alter von sieben Jahren kam sie zum Pferdehof von Frank Berger nach Niedersteinbach - und startet seitdem für die RFSG Langenleuba-Niedersteinbach.

Ihre größten Erfolge sind vier sächsische Landesmeistertitel - und das als Thüringerin. "Da ich für einen sächsischen Verein starte, darf ich auch bei den sächsischen Meisterschaften mitmachen - in Thüringen dagegen nicht", sagt Jennifer Barth. 2012 schaffte sie gleich einen Dreifachtriumph mit dem Pony, bei den Junioren und in der offenen Klasse. "Mir wurde gesagt, dass es bis dahin deutschlandweit ein Novum war", so Barth. Im vergangenen Jahr wiederholte sie ihren Sachsenmeistertitel in der offenen Klasse. Zudem gewann sie im Januar das Finale der Junior-Future-Tour, einer Reitturnierserie für jüngere Starterinnen. "Bei der Future-Tour darf ich noch mitmachen bis ich 25 Jahre bin", sagt sie. Bei normalen Turnieren ist sie in der Junioren-Altersklasse ab diesem Jahr aber nicht mehr startberechtigt.

Die meisten ihrer Erfolge schaffte Jennifer Barth auf den Sportpferden Casanova und Belle Esprit. Zu Belle Esprit hat sie eine ganz besondere Bindung. "Sie war mein erstes Großpferd, als ich sie vor acht Jahren bekommen habe." Inzwischen ist Belle Esprit 17 Jahre und steht vor ihrem vorletzten Pfingstturnier. "Im kommenden Jahr wird es das letzte für sie sein. Da werden sicherlich einige Tränen fließen", sagt die Zschechwitzerin. Sie setzt ihr Erfolgspferd bereits nur bei ausgewählten Wettkämpfen ein. Der zwölfjährige Casanova, der ihr vom Limbach-Oberfrohnaer Reiter René Lindner zur Verfügung gestellt wird, habe dagegen noch einige gute Jahre vor sich. "Dennoch heißt es, neue Pferde anzureiten und auf die Turniere vorzubereiten", sagt Barth. So macht sie es mit Tara, die am Pfingstwochenende ihr Debüt auf der Reitanlage gibt.

Tara lebt derzeit auf der Pferdekuppel des Reiterhofs Heinrich in Langenleuba-Oberhain. Dort arbeitet Jennifer Barth seit knapp einem Jahr als Pferdewirtin. Sie reitet auf dem Gelände Pferde ein, gibt Reitstunden für Anfänger und hilft auf dem Hof mit. "Eigentlich habe ich ja den Beruf der Heilerziehungspflegerin gelernt. Aber nach der Ausbildung habe ich Marcel Heinrich kennengelernt und hier fühle ich mich in meinem Element", sagt sie.

Auch der Chef meint, dass seine Mitarbeiterin mit der Liebe zu den Pferden ein Gewinn für den Hof ist. Irgendwann möchte sie dennoch in ihren gelernten Beruf zurückkehren - doch derzeit kann sie Hobby und Job sehr gut verbinden.

Das Pfingstturnier der RFSG Langenleuba-Niedersteinbach beginnt bereits am Freitagvormittag und erstreckt sich über vier Tage. Die Vereinsmitglieder rechnen mit 300 Reitern und mehr als 800 Pferden. Sie gehen von mehr als 1100 Starts in 32Prüfungen aus. Am Pfingstsonntag steigt die große Pferdegala.

Pfingstturnier Erwachsene zahlen für ein Tagesticket 3Euro, eine Dauerkarte für alle Turniertage kostet 6 Euro.

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