Dem Wahnsinn auf der Spur

Hunderte Deutsche machen sich jedes Jahr im März nach Mittelschweden zum Wasalauf auf. Da ist es schon verwunderlich, dass es bisher kein Buch eines deutschen Autors über das weltweit größte Skilanglaufereignis überhaupt gab. Das hat sich jetzt geändert.

Tirpersdorf.

Dass der Vogtländer Gert-Dietmar Klause 1975 der erste Nicht-Skandinavier war, der den legendären Wasalauf gewann, dürften zumindest in Sachsen noch viele Skisportfreunde wissen. Aber wer würde schon darauf kommen, dass ausgerechnet ein "Flachlandtiroler" aus Niedersachsen derjenige Deutsche mit den meisten Wasaläufen in den Beinen ist? 57 von den insgesamt 92 Massenrennen mit über 15.000 Teilnehmern pro Jahr hat Eberhard Piske aus Wolfenbüttel schon in den Beinen. Das und eine Menge mehr an Interessantem, oft auch Kuriosem erfährt man aus Monty Gräßlers soeben erschienenen Buch "Wahnsinn Wasalauf".

Der Autor, im Berufsleben unser Kollege in der vogtländischen Sportredaktion der "Freien Presse", hatte sich 2014 als passionierter Ski- und Ausdauerläufer an das Abenteuer Wasalauf gewagt. Überwältigt von den Erlebnissen im Feld der Tausenden auf den 90 Kilometern von Sälen nach Mora brauchte es auf der zweitägigen Busheimreise nur noch des Anstoßes seiner Sportfreunde, um das Buchprojekt reifen zu lassen.

Zwei Jahre hat Monty Gräßler an dem Buch gearbeitet. Das Grundgerüst bildet die packende Schilderung seines ganz persönlichen Rennfilms. Man steht mit ihm im obligatorischen Stau am Start, spürt fast die Ellenbogen und Skistöcke der Nachbarn, schmeckt den legendären Blaubeersaft an den Verpflegungsstellen, leidet mit dem rebellierenden Körper und teilt nach überstandenem Gewaltritt die Gefühle, die den erschöpften Läufer überwältigen.

Diese Schilderungen garniert Monty Gräßler mit jeder Menge Fakten rund um das Mammutereignis, das 2014 seine 90. Auflage erlebt hatte. Er stellt neun Deutsche und ihre ganz persönliche Verbindung zum "Wahnsinn Wasalauf" vor. Dazu zählt natürlich Gert-Dietmar Klause, aber auch Ex-Bundestrainer Jochen Behle, der zeitschnellste Deutsche Thomas Freimuth oder der Behindertensportler Josef Giesen, der den Ultramarathon schon mehrfach ohne Skistöcke lief.

Dass der in Tirpersdorf lebende gebürtige Erzgebirger Gräßler vom Wasalauf-Virus infiziert ist, spürt man auf jeder Seite. Da ist es nicht die Frage, ob er sich die Quälerei noch einmal antut, sondern wann. 2018 soll es wieder soweit sein.


Wo das Buch erhältlich ist

Der 175 Seiten starke "Wahnsinn Wasalauf" erschien im Eigenverlag. Es ist zum Preis von 19,90 Euro bei Internethändlern wie Amazon, Libri, book-on-demand.de oder über die Homepage des Autors zu beziehen. Es kann aber auch in den "Freie Presse"-Shops oder in Buchhandlungen bestellt werden (ISBN 978-3-86460-551-2). "Wahnsinn Wasalauf" ist das dritte Buch aus der Feder von Monty Gräßler. Von ihm erschienen bereits 2004 "Sächsische Skispitzen", eine Porträtsammlung über die erfolgreichsten sächsischen Wintersportler, sowie 2009 "Mit links und 40 Fieber", die Biographie des aus dem Erzgebirge stammenden Box-Weltmeisters Markus Beyer. (pj)

www.wahnsinn-wasalauf.de

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