Neuer Basketballverein will die ganze Familie erreichen

Seit knapp zwei Monaten existiert der BC Vogtland. Bis es sportlich los geht, müssen die Verantwortlichen noch Geduld haben.

Plauen.

Es ist eine merkwürdige Situation für Lars Borrmann. Als Spieler läuft der Basketballer aktuell noch für Homesquad Plauen in der Oberliga auf, gleichzeitig ist der 30-Jährige eines von acht Gründungsmitgliedern des Basketball Clubs (BC) Vogtland. Gemeinsam mit Vorstand Daniel-Valentin Onofras und den anderen Verantwortlichen kümmert er sich als stellvertretender Vorsitzender um den Aufbau des neuen Vereins.

Team tritt in der Bezirksliga an

"Der Zeitpunkt mitten in der Saison ist sicherlich nicht optimal. Erst als eingetragener Verein aber können wir Hallenzeiten beantragen und uns beim Kreis- und Landessportbund sowie beim Basketballverband anmelden. Zudem haben wir den Zeitpunkt so gewählt, dass wir für nächste Saison eine Männermannschaft für die Bezirksliga melden können", sagt Borrmann. Das habe im Team von Homesquad anfangs natürlich für eine schwierige Situation gesorgt. "Es war von Anfang an klar, dass Kay Oberstedt (Kassenwart des BC, Anm. d. Red.) und ich die Saison für den Verein zu Ende spielen. Das war auch für Trainer Karsten Wriecz wichtig", erklärt Borrmann. Neben dem Spielbetrieb der Männer auf Bezirksebene plant der BC zunächst ein Nachwuchsteam der Altersklasse U 10 aufzubauen und mittelfristig auch in der U 14 aktiv zu werden.

Der BC Vogtland richtet seinen Blick aber nicht nur auf den sportlichen Bereich, sondern will ein Familienverein sein und Veranstaltungen außerhalb des Spielfeldes auf die Beine stellen. Am vergangenen Wochenende etwa beteiligten sich die Mitglieder am Plauener Frühjahrsputz und brachten die Basketballplätze im Chrieschwitzer Hang auf Vordermann. "Da waren Groß und Klein dabei. Ein Teil unserer Mitglieder hat ja selbst schon Kinder und die mitgebracht", erzählt Daniel-Valentin Onofras. Bei Projekten wie Minicamps und Schnuppertagen soll es auch umgedreht funktionieren - dass Eltern beim Training der Kinder einbezogen werden, ergänzt Lars Borrmann. Ganz bewusst habe der BC sich den Zusatz "Vogtland" in den Namen geschrieben: "Wir wollen über die Stadtgrenzen Plauens hinausgehen. Zwei Gründungsmitglieder kommen aus Oelsnitz und Klingenthal. Ich kann mir gut vorstellen, dass wir dann auch dort mal eine Veranstaltung auf die Beine stellen."

Zusammenarbeit mit Homesquad

Selbst in seiner Heimatstadt sieht Borrmann das Potenzial für zwei Basketballvereine gegeben. "Ich glaube, das ist locker zu stemmen", ist er im Gegensatz zu Karsten Wriecz überzeugt. Der Trainer und Vizepräsident von Homesquad glaubt nicht, dass Plauen zwei Vereine verträgt. "Ich kann derzeit nicht sagen, was diese Entwicklung für uns bedeutet und was das Oberligaspielrecht nach der Saison noch wert ist", betont er.

Eines hingegen ist bereits klar - beide Vereine arbeiten zumindest in den nächsten Wochen auf einer anderen Ebene zusammen. Gemeinsam organisieren sie das Beachbasketballturnier im Juni im Rahmen des Spitzenfestes.


Kommentar: Fragen bleiben

Basketball ist in Plauen eine Randsportart. Fußballer, Handballer und Wasserballer locken deutlich mehr Kinder und Zuschauer in die Sporthallen und Stadien. Bisher hatten basketballinteressierte Plauener mit Homesquad einen festen Anlaufpunkt. Dass mit dem BC Vogtland jetzt ein zweiter Verein die Sportart in der Stadt vertritt, sorgt für viele Fragen. Die wichtigste bei der ohnehin schon sehr vielfältigen Vereinslandschaft ist: Für welchen Basketballverein sollen sich talentierte Kinder und Jugendliche in Zukunft entscheiden? Wo bietet sich ihnen die bessere Perspektive? Die Verantwortlichen des BC betonen, dass Plauen Potenzial hat für zwei Vereine. Die Erfahrung zeigt aber, dass es gemeinsam meistens besser geht.

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