Plauener überraschend Vizemeister

Auf dem Pocketbike gibt der siebenjährige Ben Wiegner gerne Gas. Er ist der Vogtlandsportler der Woche.

Plauen.

Zum Saisonabschluss lief es optimal für Ben Wiegner. Bei den letzten beiden Rennen des ADAC-Pocketbike-Cups in Oschersleben stand der siebenjährige Plauener zweimal ganz oben auf dem Podest. Zudem verbesserte er die bisherige Bestzeit auf dem Kurs in seiner Klasse. "Der Bahnrekord war schöner", antwortet der aufgeweckte Grundschüler auf die Frage, was besser gewesen sei.

Dass ihr Sohn in seiner ersten Saison in der Cup-Serie gleich Vizemeister wird, damit hatten Mutter Katrin und Vater Thomas im Vorfeld nicht gerechnet. "Gerade der Abschluss war grandios", sagt Thomas Wiegner. Neben dem ADAC-Pokal gab es für Ben in Oschersleben auch die Trophäe der Deutschen Motorsportjugend, in deren Wettbewerb er ebenfalls Zweiter wurde. Schon seit drei Jahren sitzt der Plauener auf den Pocketbikes genannten Kleinstmotorrädern, die 110 Zentimeter Länge und 50 Zentimeter Höhe nicht überschreiten dürfen. "Meine Schwester ist gefahren, und ich wollte das auch einfach mal ausprobieren. Es macht mir viel mehr Spaß als Fußball oder so", erzählt Ben Wiegner. Sein Talent stellte er vor einem Jahr zum ersten Mal bei einem Wettkampf unter Beweis. Dank eines Gaststartrechts durfte er schon mit sechs Jahren an einem Rennen der Pocketbike-Serie teilnehmen, wurde auf Anhieb Dritter. Dem ersten Pokal folgten in den vergangenen Monaten 24 weitere.

Dass nicht der für die ADAC-Meisterschaft, sondern nur der für Gesamtrang 2 jetzt in Oschersleben hinzu kam, ist einem kleinen Missgeschick geschuldet. "Ich hatte einmal einen Frühstart. Dafür gibt es ganz schön harte Strafen", sagt der Siebenjährige. Zwar sei er als Dritter ins Ziel gekommen, wie Vater Thomas erzählt, wurde dann aber zurückgestuft in der Rennwertung: "Da waren neun Punkte weg. Und auf den Meister fehlen ihm acht."

Enttäuscht über den nur knapp verpassten Titel ist die Familie nicht. Die Eltern machen Ben keinen Druck, ein Ziel für die nächste Saison gibt es laut Mutter Katrin nicht: "Wir hatten dieses Jahr ja gar nicht damit gerechnet, dass es von Anfang an für Podestplätze reicht. Und welche Fahrer nächste Saison in der Serie hinzukommen, weiß man ja nicht." Ein Jahr will ihr Sohn noch Pocketbike fahren und dann in die Minibike-Klasse wechseln.

Für seine Eltern ist das rasante Hobby des jüngsten von fünf Kindern auch eine logistische Herausforderung. Regelmäßig fahren sie mit Ben zum Training des AMC Sachsenring nach Hohenstein-Ernstthal, an den Rennwochenenden geht es meist freitags oder zum Teil schon donnerstags auf die Reise. "Wir stemmen es als Familie. Die Sponsorensuche ist schwierig, da hier in der Region zwischen Hohenstein und dem Vogtland einfach zu viele im Nachwuchsmotorsport unterwegs sind", sagt Thomas Wiegner. Der Aufwand - alleine für Reifen hat die Familie 2017 mehrere hundert Euro ausgegeben - lohnt sich aber, wie Mutter Katrin sagt: "Man sieht die unheimliche Entwicklung, die Ben in diesem Jahr gemacht hat."

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...