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Bahnradsportlerin Michaela Ebert (Mitte) fährt derzeit ihre zweite Saison bei den Frauen. Nach der Teilnahme 2016 an der Europameisterschaft - dabei entstand dieses Foto - war sie nun vor kurzem bei den Six Days auf der Olympiabahn von London am Start.

Foto: Privat

Plauenerin startet in der ausverkauften Olympiahalle

Einen ganz besonderen Wettkampf hat Bahnradsportlerin Michaela Ebert vor kurzem bei den Six Days in London erlebt. Von ihrem Einsatz erfuhr sie erst zwei Tage vorher.

Von Anika Heber
erschienen am 15.11.2017

Plauen. Den niedrigen Temperaturen in Deutschland entflieht Michaela Ebert in wenigen Tagen. Statt hier gut eingepackt auf dem Rennrad zu trainieren, fliegt die 20-Jährige nach Mallorca. Dort bereitet sich die Plauenerin gemeinsam mit der deutschen Bahnrad-Nationalmannschaft auf ihren Einsatz am zweiten Dezemberwochenende beim Weltcup in Chile vor. In welchen Disziplinen sie im Velódromo Peñalolén in der Hauptstadt Santiago de Chile antreten wird, weiß die junge Vogtländerin noch nicht. "Vielleicht in der Mannschaft und eventuell in den Massenrennen", sagt sie im Gespräch mit "Freie Presse".

Motivation für die anstehenden Aufgaben hat sich Michaela Ebert Ende Oktober in London geholt. Im Lee Valley Velodrome, wo 2012 die Bahnrad-Wettbewerbe der Olympischen Sommerspiele stattfanden, vertrat sie gemeinsam mit Laura Süßemilch die deutschen Farben. Von ihrem Start hatte sie erst zwei Tage vor Beginn erfahren. "Eigentlich sollten Romy Kasper und Lisa Küllmer dabei sein, aber sie mussten absagen. Die Veranstalter wollten unbedingt Ersatz haben, und so war ich dann von Freitag bis Sonntag dort", erzählt die 20-Jährige. Ohne Vorbereitung ging es für die Plauenerin nach London, wo sie in den acht Rennen vor allem Erfahrung sammeln sollte. Besonders die Atmosphäre in der an allen drei Tagen ausverkauften Halle beeindruckte sie. Es sei ein riesiges Event gewesen und kaum mit Wettkämpfen in Deutschland zu vergleichen. Gleichzeitig konnte sich Michaela Ebert mit den besten Sportlerinnen der Welt auf der Bahn messen, unter mit anderem der Britin Katie Archibald, die in diesem Jahr Weltmeisterin im Omnium wurde.

Seit vergangenem Jahr fährt Ebert bei den Frauen, gleich in ihrer Premierensaison startete sie 2016 bei der Bahnrad-EM. Hinzu kamen zwei Medaillen bei der Deutschen Meisterschaft. Zwar liegt der Fokus der 20-Jährigen ganz klar auf der Bahn, im Sommer aber ist sie auch bei Straßenrennen unterwegs. Einer der Höhepunkte war dabei im Juni der Start bei der Deutschen Meisterschaft in Chemnitz. "Es war einfach schön, einmal vor heimischem Publikum zu fahren", sagt Michaela Ebert, die auch Mitglied beim Vogtländischen Radsportteam (VRT) Plauen ist. Bei Wettkämpfen aber startet sie für den SC DHfK Leipzig. In der Messestadt hat sie in den vergangenen Jahren die Sportschule besucht und gehörte dem dort beheimateten Girls Team Sachsen an. Nach dem Abitur im Frühjahr ist ihre Zukunft abseits des Sports im Moment noch ein wenig unklar. "Ich wollte eigentlich zur Sportfördergruppe der Bundeswehr, aber der eine Platz für Radsportler ging an jemand anderen. Jetzt werde ich zum nächsten Semester eventuell anfangen zu studieren", erzählt die 20-Jährige.

Neue Wege geht sie 2018 auch im Teambereich. Dann wird Michaela Ebert für die Mannschaft Dvelop Cloud Cycle Cafe Ladies fahren. Dieses zählt zu den erfolgreichsten Frauenteams in der Rad-Bundesliga, wurde in diesem Jahr dort Erster der Teamwertung und stellte mit Wiebke Rodieck die Vizemeisterin der Einzelwertung.

 
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