RFC-Trainer ist guter Dinge für eine "vernünftige Rückrunde"

Die Reichenbacher Fußballer stecken in der Sachsenliga mitten im Abstiegskampf. Ronald Färber ist trotzdem mit der Hinrunde nicht unzufrieden. Das hat seine Gründe.

Reichenbach.

Die drei Siege, drei Unentschieden und neun Niederlagen in der Hinrunde der Fußball-Landesliga sind für Trainer Ronald Färber vom Reichenbacher FC nur die halbe Wahrheit. Denn wenn der 50-Jährige auf die erste Saisonhälfte zurückblickt, spielen erhebliche Personalprobleme in sein Fazit mit rein. Auf dem Papier hatte er zum Trainingsauftakt im Sommer 2017 zwar 22 Spieler zur Verfügung. Tatsächlich brach die Mannschaft zu manchem Spiel aber gerade mal mit 12 bis 14 Leuten auf und stand Färber mitunter auch mal mit nur sieben, acht Kickern auf dem Trainingsplatz. "Unter diesen Umständen bin ich mit der Hinrunde nicht unzufrieden", sagt der Trainer.

Bei der Nummer 3 im vogtländischen Fußball kam in der dritten Saison in der Sachsenliga vieles zusammen. Zwei Spieler aus dem Kader der Ersten entschieden sich schon in der Vorbereitung, nur noch für die zweite Garnitur aufzulaufen. Gleich vier Kicker (Demmler, Lehnhardt, Szmytka und Franke) fielen mit Langzeitverletzungen aus. Dazu kamen weitere Ausfälle durch Verletzungen, berufliche Verpflichtungen, Urlaub und private Gründe. Das hatte sich ohne Zweifel auch Ronald Färber anders vorgestellt. "Mit diesem schmalen Kader ist es natürlich schwierig, meine Philosophie von Fußball rüberzubringen oder im spieltaktischen Bereich zu arbeiten. Da ist es eher wichtig, die Jungs bei Laune zu halten und den Spaß am Fußball in der Vordergrund zu stellen", sagt der Ex-Oberliga-Kicker.

Das ist ihm mit den Co-Trainern Carlo Kästner und Ulf During sowie Mannschaftsleiter Heiko Masan trotz aller Probleme offensichtlich gelungen. Denn mit dem 4:1-Sieg im Nachholspiel bei Leipzig-Eutritzsch kurz vor Weihnachten gelang dem Team nicht nur eine Überraschung, sondern auch ein wichtiges Signal. "Es war trotz erneuter Besetzungsprobleme unser bestes Spiel, nachdem wir zuvor auch daheim gegen Riesa (2:0) gut ausgesehen und in Großenhain unglücklich verloren (0:2) hatten", erklärt Ronald Färber. Er hofft, dass die Mannschaft den Schwung jetzt mit in die Frühjahrsrunde nehmen kann. "Der Erfolg war wichtig für den Kopf", sagt er.

An der Moral und dem Teamgeist seiner Truppe hat er ohnehin nichts auszusetzen. "Da kann man nur den Hut ziehen, wie sich die Jungs reinhängen, auch wenn es nicht läuft", sagt der Trainer. Eine wichtige Rolle kommt dabei Führungsspielern wie Steffen Vogel, Maik Strobel, André Meyer und Marcel Schwandner zu, auf die Färber nicht nur fußballerisch zählt, sondern auch als Typen, die vorneweg gehen. Das ist gerade dann wichtig, wenn der RFC, wie in so manchem Hinrundenspiel, junge Spieler ins kalte Wasser wirft. "Die Sachsenliga ist kein Wunschkonzert, sondern eine starke Liga."

Daher gibt es für den Trainer für die Rückrunde auch nur ein Ziel. Und das heißt Klassenerhalt. "Wir werden uns gut vorbereiten und hoffen natürlich, dass nicht noch mehr Verletzte dazukommen", sagt Ronald Färber. Wenn er am kommenden Dienstag zur ersten Trainingseinheit nach der Winterpause bittet, wird mit Ex-Regionalliga-Spieler Axel Kühn (bis Sommer 2017 beim VfB Auerbach) mindestens ein neues Gesicht dabei sein. Für weitere Verstärkungen hält der Verein Augen und Ohren offen. Das muss er wohl auch, denn mit Kevin-Pal Petrovics, der sich schon im Oktober ausgeklinkt hatte sowie Fabian Papkalla und Michel Bößneck haben sich drei Spieler in der Winterpause abgemeldet.

Dessen ungeachtet ist er optimistisch, eine "vernünftige Rückrunde" spielen zu können. "Wir sind gut beraten, weiter Demut vor der Landesliga an den Tag zu legen. Wir haben eine gute Mannschaft, aber wir werden wohl auch bis zum Schluss um den Klassenerhalt kämpfen müssen. Wenn es klappt, wär das eine Supersache", sagt der Trainer. Um sich entsprechend zu rüsten, sind ab Ende Januar vier Vorbereitungsspiele vorgesehen. Das erste Punktspiel des Jahres ist dann gleich ein ganz wichtiges. Denn am 25. Februar ist mit dem VfB Zwenkau ein Team zu Gast, das ebenfalls mit hintendrin hängt.

Färber denkt unterdessen schon über die Saison 2017/18 hinaus. Er lobt das große Engagement im Umfeld des RFC und erachtet es in diesem Zusammenhang auf lange Sicht als ganz wichtig, wieder verstärkt auf den eigenen Nachwuchs zu setzen. Seine Meinung: Mittelfristig müssten die Jungs aus der heutigen A- und B-Jugend das Gesicht der ersten Mannschaft mitprägen. Nur so könne man den Reichenbacher Geist wiederbeleben.

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